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Praktische Konsolen-Kniffe für die Linux Shell

13.06.2014 | 12:21 Uhr |

Vieles geht auf der Kommandozeile von Linux, kurz „Shell“ einfacher und schneller. Diesmal geht es um die Identität von IP-Adressen, schnelles Herunterfahren für Open Suse und Fortschrittsbalken für Dateioperationen.

Terminal Beliebige Ausschnitte markieren und kopieren

In den Terminal-Emulatoren (Terminalfenstern) der verbreiteten Desktop-Umgebungen wie Gnome, KDE, XFCE und LXDE kann bei gedrückter, linker Maustaste Text markiert werden. Nach Rechtsklick befördert der Menüpunkt „Kopieren“ im Kontextmenü die Auswahl dann in die Zwischenablage. Diese Funktion wäre eigentlich nützlich, um auf die Schnelle Dateilisten in einen Texteditor einzufügen. Das zeilenweise Markieren nimmt dabei aber immer auch Infos wie Zugriffsrechte mit auf und es ist noch Nachbearbeitung nötig, bis die Liste lesetauglich genug ist.

Ein Trick hilft dabei, das Auswahlrechteck im Terminal passend groß zu ziehen und dabei Unnötiges abzuschneiden: Halten Sie die Strg-Taste und die Alt-Taste gedrückt, und beginnen Sie dann mit der linken Maustaste mit der Markierung. Nun folgt die Markierung nicht mehr den Zeilen, sondern erlaubt es, ein Rechteckmit der Maus auf eine beliebige Größe zu ziehen. Diese Tastenkombination funktioniert im Gnome-Terminal ebenso wie in der Konsole von KDE, im Xfterm4 von XFCE und im Lxterm.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 2/2014

Linux Mint 16: Das beste Ubuntu! Warum Linux Mint zum Desktop-Favorit vieler Linux-Anwender aufgestiegen ist, wie Sie es installieren und richtig einstellen - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 2/2014 .

Wohin führt eine IP? Bei der Auswertung der Log-Dateien von Servern hilft eine Anfrage bei http://ipinfo.io, um die Herkunft der Besucher anhand ihrer IP-Nummer zu bestimmen.
Vergrößern Wohin führt eine IP? Bei der Auswertung der Log-Dateien von Servern hilft eine Anfrage bei http://ipinfo.io, um die Herkunft der Besucher anhand ihrer IP-Nummer zu bestimmen.

Internet Informationen zu einer IP-Adresse anzeigen

Über die IP-Adressen im Internet wacht die Organisation Arin (American Registry for Internet Numbers). Einmal vergebene IP-Blöcke ändern sich nur selten, da jede Änderung ein Risiko beim globalen Routing darstellt. In der Datenbank von Arin können Sie ähnlich einem Whois-Dienst die Identität einer IP-Adresse abfragen und erhalten dann Informationen wie Ländercode, Betreibernetz und dessen ASN (Autonomous System Number). Interessant sind diese Angaben beispielsweise bei der Auswertung von Log-Files.

Auf der Kommandozeile können Sie die Datenbank von Arin mit Hilfe einer vorbereiteten URL flott und unkompliziert abfragen, ohne einen Browser zu öffnen und zur Webseite von Arin zu gehen. Möglich macht dies der Befehl curl , kurz für (Client for URLs), hinter dem ein universelles Tool zum Upload und Download von Dateien über verschiedene Protokolle steckt. Geben Sie in der Shell curl ein, um herauszufinden, ob das Programm bereits installiert ist. Falls nicht, rüsten Sie es über die Standard-Paketquellen jeder Linux-Distribution nach, bei Debian und Ubuntu etwa mit:

sudo apt-get install curl

Danach brauchen Sie zu einer IPAdresse nur das Kommando

curl ipinfo.io/[IP-Adresse]

einzugeben und erhalten als Ausgabe den zugeordneten Host-Namen, Stadt,Region, Ländercode, Geo-Koordinatenund ASN mit Betreibernamen. Nicht alle Datenbankeinträge zu IP-Adressen geben alle diese Infos her, aber Stadt, Land und ASN können Sie so immer herausfinden.

Linux zu Befehl - Pfiffige Shell-Tricks für Fortgeschrittene

Open Suse kennt die Befehle reboot und poweroff nicht: Mit diesen beiden Alias-Definitionen in der Shell sind die beiden Kommandos schnell nachgerüstet.
Vergrößern Open Suse kennt die Befehle reboot und poweroff nicht: Mit diesen beiden Alias-Definitionen in der Shell sind die beiden Kommandos schnell nachgerüstet.

Open Suse Schnellerer Shutdown und Neustart

Open Suse hat sich dem Desktop verschrieben und liefert mit Yast sogar ein grafisches Konfigurations-Tool mit, das eine überschaubare Untermenge von Systemparametern in der menügeführten Oberfläche abbildet. Für Anwender, die gerne direkt auf der Kommandozeile arbeiten, hat diese Distribution aber vergleichsweise wenig zu bieten. So fehlen etwa die Befehle reboot und poweroff in der Shell, um den Rechner neu zu starten beziehungsweise herunterzufahren.

Die handlichen Kommandos fehlen zwar, allerdings kennt auch Open Suse den Befehl shutdown , der mit den passenden Parametern das Gleiche erledigtwie reboot und poweroff . Für einen Neustart geben Sie

sudo /sbin/shutdown -r now

ein. Ohne Wartezeit fährt das System herunter und leitet einen Reboot ein. Zum Abschalten dient folgender Befehl:

sudo /sbin/shutdown -h now

Dies ist deutlich mehr Tipparbeit als bei anderen Linux-Distributionen. Deshalb empfiehlt sich die Erstellung von zwei Alias-Befehlen. Ein Alias ist ein frei definierbarer Kurzbefehl, der ein beliebiges Kommando oder eine Kommandokette ausführen kann. Die Alias-Definitionen werden in der Datei „.bashrc“ im Home-Verzeichnis festgelegt. Die Syntax solcher Kurzbefehle folgt diesem Schema:

alias [Alias-Name]='[Kommando]'

Der Einfachheit halber kommt auch gleich sudo mit in die Definition, da Alias-Befehle zusammen mit sudo nicht ohne zusätzliche Konfiguration funktionieren. Geben Sie also in der Datei „.bashrc“ am Ende oder in Ihre bereits bestehende Alias-Sammlung die beiden Zeilen

alias reboot='sudo /sbin/shutdown-r now' alias poweroff='sudo /sbin/shutdown -h now'

ein. Aktuell geöffnete Terminals kennendieses Aliases noch nicht: Neue Aliases gelten erst für danach gestartete Terminal-Fenster.

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