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Portables Linux: So packen Sie es auf einen USB-Stick

21.06.2015 | 14:50 Uhr |

Linux läuft ohne Einschränkung auf mobilen Datenträgern. Es gibt dafür eine Reihe spezialisierter Live-Systeme, aber auch die reguläre Installation auf USB ist möglich. Unser Special beschreibt lohnende Kandidaten und die Einrichtungsvarianten.

Für ein Linux auf USB-Stick oder CD/DVD gibt es viele gute Gründe: Einer der dringendsten ist der Einsatz einer unabhängigen Rettungsumgebung, wenn Windows oder Linux nicht mehr startet oder der Start aus Sicherheitsbedenken nicht mehr ratsam ist. Oder man benötigt ein Testsystem für riskante Webbesuche, ohne sein sorgfältig konfiguriertes Linux oder Windows zu gefährden. Doch auch der Einsatz als mobiler PC auf USB-Stick ist denkbar – statt ein Notebook herumzuschleppen, kann ein Linux aus der Hosentasche jederzeit an beliebigen PCs genutzt werden, sofern diese den Start via USB beherrschen.

Kurzum: Das eine oder andere Live-System ist schlicht unentbehrlich, und in diesem Artikel beschreiben wir die wichtigsten.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 5/2014

Zehn Top-Systeme für den USB-Stick - der Linux-Multiboot-Stick für jeden Einsatzzweck, die besten Power-Tricks für Mint 17 - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 5/2014 .

Booten von USB und optischem Laufwerk

Praktisch jeder auch ältere PC bootet Systeme von CD oder DVD, jeder jüngere von USB. Die Bios- oder Uefi-Firmware hat dafür zwei Varianten: Einmal gibt es das manuelle „Boot Menu“, das typischerweise nach einer Funktionstaste wie F12 angezeigt wird und alle angeschlossenen Datenträger anbietet. Dort wählen Sie dann denjenigen mit Ihrem mobilen System. Auf einem PC, wo Sie öfter von USB oder optischem Laufwerk starten, ersparen Sie sich diese manuelle Auswahl, wenn Sie in der Firmware die Bootreihenfolge so einstellen, dass erst USB-Datenträger, dann CD/DVD, dann erst die primäre Festplatte berücksichtigt wird. Diese Bootreihenfolge finden Sie je nach Bios unter „Boot“, „Boot Option“, „Boot Order“, „Boot Device Priority“.

Die Top-20-Charts der Linux-Distributionen: So finden Sie Ihr Lieblings-Linux

Bootreihenfolge einstellen: Sie können den mobilen Datenträger manuell über das Firmware-Bootmenü wählen oder – wie hier – das Medium dauerhaft an die erste Stelle setzen.
Vergrößern Bootreihenfolge einstellen: Sie können den mobilen Datenträger manuell über das Firmware-Bootmenü wählen oder – wie hier – das Medium dauerhaft an die erste Stelle setzen.

Die Auswahl der Live-Systeme

Was nützt ein portabler Linux-Stick oder eine portable Linux-DVD, wenn das enthaltene System nicht die passenden Werkzeuge für ein bestimmtes Problem mitbringt? Genau deshalb wollen wir Ihnen eine kleine Auswahl ein nützlichen Live-Systemen vorstellen, die sich auf verschiedene Szenarien spezialisieren:

Maximale Geschwindigkeit: Geht es um die pure Boot-und Systemgeschwindigkeit und vor allem darum, mit einem Zweitsystem schnell ins Internet zu kommen, sind Sie mit einem Livesystem wie Porteus am besten beraten. Porteus startet auch mit älterem USB 2.0 in Sekunden, bietet den Browser Ihrer Wahl, ist anspruchslos und trotzdem ansehnlich. Die vorinstallierte Software beschränkt sich allerdings – abgesehen vom Browser – auf das Wesentlichste. „Livesystem“ bedeutet, dass das System nicht angepasst und erweitert werden kann. Das trifft zwar auf Porteus nicht wirklich zu, jedoch erfordert die Erweiterung dieses Systems erfahrene Nutzer. Immerhin bietet der Build-Service auf http://build.porteus.org schon vorab ein vorkonfektioniertes System mit Auswahl der Systemarchitektur (32 oder 64 Bit), vier Desktopvarianten, drei Browser, Tastatureinstellung und Videotreiber.

Maximale Kompatibilität: Soll das System auf möglichst jeder, auch alter Hardware laufen, ist ein Kanotix Spitfire erste Wahl. Kanotix ist ein grundsolides Debian und hat in der 32-Bit-Variante und dem einfachen LXDE-Desktop äußerst geringe Hardwareansprüche. Mit 512 MB oder einem GB Speicher und einer CPU der letzten zehn bis 15 Jahre läuft es jederzeit flott und ist über apt und die Debian-Paketquellen beliebig erweiterbar. Ein schickes Desktopsystem ist Kanotix aber sicher nicht.

Maximaler Komfort: Ubuntu Mate ist aktuell mit der beste Kompromiss, Schnelligkeit und Sparsamkeit mit maximalem Desktopkomfort zu verbinden. Wenn das System auf USB mehr als ein Nothelfer sein soll, können Sie sich mit Ubuntu Mate eine schicke mobile Arbeitsumgebung einrichten, die auch mit USB 2.0 flott reagiert.

Weitere Alternativen: Mit Knoppix und dem PC-WELT-Notfallsystem finden Sie zwei bewährte Reparaturumgebungen – die eine für Linux-Systeme, die zweite spezialisiert für Windows. Clonezilla ist ein eng spezialisiertes System zum Klonen und Spiegeln von Festplatten und Partitionen. Spezielle Surfsysteme mit Sicherheitsfokus finden Sie in Tails und Liberté Linux . Kali Linux ist die richtige Wahl für Administratoren, um Lücken im eigenen Netz aufzuspüren. Ein auf Geschwindigkeit getrimmtes Minimalsystem ist Damn Small Linux , und als leichtgewichtiges Allzwecksystem setzen wir auf Elementary OS .

Damit sind die wichtigsten Einsatzgebiete abgedeckt, zumal Systeme wie Knoppix, das PC-WELT-Notfallsystem oder Elementary OS auch Spezialprogramme wie den Partitionierer Gparted enthalten und daher manches enger spezialisierte Live-System entbehrlich machen.

Natürlich kann man ein Linux nicht nur als Live-System auf Flash- und optische Medien kopieren, sondern ganz regulär auf einen mobilen Datenträger installieren. Je nach genutztem Datenträger, etwa einer USB-Festplatte, und je nach Wahl eines möglichst schlanken Systems, etwa Xubuntu oder Elementary OS, sind dabei keine Geduldsproben zu befürchten.

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Die Wahl des Datenträgers

Das oder die genutzten Medien für ein Mobilsystem oder für einen mobilen Werkzeugkasten hat erhebliche Auswirkung auf Komfort und Geschwindigkeit. Wir fassen das Wichtigste zusammen:

CD und DVD: Das Brennen des Systems auf CDs oder DVDs hat eine ganze Reihe von Nachteilen. CDs und DVDs sind die mit Abstand langsamsten Medien, sie sind zweitens read-only und können daher keine Daten aufnehmen, nebenbei sind sie auch unhandlicher und empfindlicher als Sticks oder SD-Karten. Und schließlich taugen sie nicht zum Multiboot-Werkzeugkasten, denn das bequeme Werkzeug Yumi beherrscht sein Handwerk nur auf USB-Medien. Trotzdem gibt es mindestens zwei gute Motive, um doch CD oder DVD zu verwenden:

1. Deren Schreibschutz-Nachteil gerät zum Vorteil, wenn Sie ein System für riskante oder für sicherheitsrelevante Zwecke wie etwa das Online-Banking nutzen wollen. Geeignete Systeme für diesen Zweck wären etwa Porteus oder Lightweight Portable Security .

2. Das Booten von CD und DVD beherrscht praktisch jeder ältere Rechner, während der Start von einem USB-Medium bei Altgeräten deutlich unzuverlässiger bleibt. Dieses Motiv hat aber auch seine Kehrseite, denn Geräte wie Netbooks besitzen kein optisches Laufwerk. Ein besonders wichtiges System sollte daher im Optimalfall sowohl auf CD/DVD wie auf USB vorliegen.

Dass optische Medien leistungstechnisch weit abgeschlagen hinter Flash-Medien liegen, ist kein Geheimnis: Mindestens fünfmal länger braucht die CD oder DVD gegenüber den schnellsten Medien. Die Mehrzahl der nachfolgend vorgestellten Linux-Systeme begnügt sich übrigens mit einer CD. Lediglich Kali Linux und das PCWELT-Notfallsystem überschreiten die 700-MB-Grenze und brauchen eine DVD.

USB-Stick: Der sollte im Idealfall USB 3.0 bieten. Die Investition in einen relativ schnellen Flash-Speicher lohnt in jedem Fall, selbst wenn Ihr System gelegentlich auf ältere USB-Ports treffen sollte. Bei der Kapazität sollten Sie nicht unter 32 GB anfangen: Dabei geht es gar nicht primär um den Platzbedarf des Linux-Systems, das je nach Auswahl deutlich bescheidener ist und eventuell auch mit acht GB auskäme. Hauptgrund ist, dass Sticks mit größerer Speicherkapazität schneller sind als kleinere. Die Preisunterschiede bei Flashmedien sind enorm und reichen von 20 Cent bis vier Euro pro Gigabyte. Die Preise für wirklich schnelle USB-Sticks beginnen bei circa einem Euro pro GB. Einen guten Preis-Leistungs-Kompromiss findet der Stick Sandisk Cruzer Extreme USB 3.0 mit 32 GB und etwa 25 Euro, während der noch schnellere Lexar Jumpdrive P10 mit 32 GB etwa 60 Euro kostet.

Neue Technik: USB C - einfacher, schneller, flexibler

USB-Stick und Festplatte: Der USB-Stick ist das ideale Medium für ein portables Linux. Er ist handlich und sogar einen Tick schneller als die USB-Festplatte, solange es – Live-Systemtypisch – nur um die Lesegeschwindigkeit, also um das Laden von System und Software geht. Nur dann, wenn Sie eine größere Distribution nicht als Live-System, sondern als echte und erweiterbare Installation mobil nutzen wollen, ist die USB-Festplatte aufgrund der höheren Schreibgeschwindigkeit vorzuziehen.

SD-Karte: Bei Installation des Systems auf SD-Karte empfiehlt sich eine schnelle Class-10-Karte. Auch bei SD-Karten hat der Hersteller Sandisk mit der Extreme Pro Micro SDXC 32GB einen Kandidaten mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt. Da nicht jeder Rechner einen eingebauten Kartenleser besitzt, aber ein USB-Port überall vorhanden ist, ist der USB-Stick aber das universellere und auch etwas schnellere Medium.

ISO-Image im Virtualisierer laden

Die Prozedur, ein heruntergeladenes ISO-Image erst einmal temporär auf CD/DVD/USB zu schreiben, dann den Rechner mit diesem Livesystem zu booten, um schließlich von hier aus die endgültige Installation zu erledigen, lässt sich vereinfachen.

Probate Helfer sind Virtualisierer wie Virtualbox und Vmware : Wenn Sie das ISO-Image dort als neue virtuelle Maschine anmelden und starten, können Sie die Installation von hier erledigen. Voraussetzung ist, dass Sie den angeschlossenen Zielstick beim Virtualisierer anmelden und vom Hostsystem abkoppeln. In Virtualbox gibt es hierfür den eigenen Punkt „USB“ und im Vmware Player verwenden Sie die Option „Player -> Removable Devices“, wählen dann den Stick und „Connect (Disconnect from host)“. Danach ist das Zielgerät für die Installation für den jeweiligen Linux-Installer sichtbar.

3. Zwischenschritt und endgültige Installation

Wenn die Wahl des Systems entschieden ist und Sie den Download von der Projektseite bezogen haben, ist bei den allermeisten und auch den hier vorgeschlagenen Distributionen ein Zwischenschritt erforderlich. Erst müssen Sie aus dem ISO das Livesystem wahlweise auf CD/DVD/USB schreiben, um danach aus dem Livesystem endgültig auf den gewünschten USB-Stick zu installieren. Beachten Sie den Hinweis im Kasten „ISO-Image im Virtualisierer laden“, wie sich der Vorgang mit Hilfe eines Virtualisierers vereinfachen lässt.

Porteus: Das Porteus-Download-Image ist nur von CD/DVD-Laufwerk bootfähig. Sie müssen es erst über den „Startmedienersteller“ (Ubuntu) oder mit dem Brennprogramm Brasero unter anderen Linux-Distributionen (oder auch mit Imgburn unter Windows) auf eine CD brennen. Danach starten Sie einen beliebigen PC mit dem Porteus-Livesystem und schreiben es über den eigenen Porteus-Installer („Applications -> Porteus -> Porteus Installer“) final auf den USB-Stick. Dazu benötigen Sie das root-Kennwort „toor“, sofern Sie nicht beim Build-Vorgang auf http://build.porteus.org ein abweichendes root-Passwort vorgegeben haben. Kontrollieren Sie ferner genau das angegebene Zieldevice „/dev/sd[xy]“. Der nächste Dialog fasst die „Target drive information“ noch einmal zusammen. Wenn alles stimmt, aktivieren Sie unten die Option „Install bootloader“ und klicken dann auf „Next“.

Der Prozess ist schnell und einfach, zumal der Installer den Bootloader automatisch auf den für das System ausgewählten Datenträger überträgt.
Vergrößern Der Prozess ist schnell und einfach, zumal der Installer den Bootloader automatisch auf den für das System ausgewählten Datenträger überträgt.

Ubuntu Mate und Kanotix: Auch hier benötigen Sie erst das laufende Livesystem, um von dort aus endgültig zu installieren. Die ISO-Images dieser beiden Systeme sind Hybriddateien, die Sie wie Porteus mit Brasero/Imgburn vorübergehend auf DVD (CD reicht nicht) schreiben – oder alternativ und besser auf einen zweiten temporären USB-Stick. Für Letzteres eignen sich dd unter Linux oder der Win 32 Disk Imager unter Windows. Unter Linux ermitteln Sie mitlsblk die Laufwerkskennung des temporären USB-Sticks. Danach verwenden Sie folgende Befehle:

umount /dev/sd[xy]
dd if=datei.iso of=/dev/sd[x]

Kontrollieren Sie diese Angaben genau, damit Sie nicht versehentlich eine Festplatte überschreiben. Statt „datei.iso“ verwenden Sie Pfad und Namen der gewünschten ISO-Datei, also etwa „ubuntu-mate-15.10-desktop-i386.iso“. Beim Win 32 Disk Imager unter Windows müssen Sie nur zur Imagedatei navigieren, diese „Öffnen“ und genauestens die Laufwerkskennung unter „Device“ kontrollieren, bevor Sie final auf „Write“ klicken. Mit dem fertigen Livesystem von Ubuntu Mate oder Kanotix booten Sie dann einen beliebigen Rechner.

Kanotix-Installation: Die Installation auf den eigentlichen Zielstick erledigen Sie unter Kanotix über den Menüeintrag „Kanotix -> acritoxinstaller“. Die Installation folgt den gewohnten Regeln, nur dass Sie als Ziellaufwerk den schnellen USB-Stick verwenden. Der vorbildlich informative Kanotix-Installer nutzt für die Partitionierung Gparted, womit Sie auf dem Stick idealerweise zwei Partitionen einrichten –eine für das System (mit Dateisystem Ext4), eine kleinere für die Auslagerung (Linux-Swap). Beachten Sie am Ende der Partitionierungsaktion, als „Bootloader Installationsziel“ unbedingt die erste Partition des USB-Sticks anzugeben. Danach sind noch root-Kennwort, Erstuser sowie Kennwort und Systemname zu vergeben.

Ubuntu-Installation: Unter Ubuntu Mate lösen Sie das Setup mit dem Link am Desktop aus („Ubuntu … installieren“). Der Ubuntu-Installer bietet bekanntlich seinen eigenen Partitionierer. Es ist hier unter „Installationsart“ in jedem Fall die Option „Etwas anderes“ zu wählen und dann der Stick manuell zu partitionieren. Dabei gilt dasselbe wie oben bei Kanotix: Idealerweise legen Sie zwei primäre Partitionen an, um dem System auch eine Swap-Partition anzubieten. Mit den Minus-und Plus-Schaltflächen können Sie Partitionen löschen und neu erstellen. Als „Gerät für die Bootloader-Installation“ geben Sie auch hier unbedingt die erste Partition des Sticks an.

Bei der Ubuntu-Installation gibt es danach noch eine zweite wichtige Entscheidung: Sie können nämlich beim Setup die Option „Meine persönlichen Daten verschlüsseln“ wählen. Damit werden die Benutzerdateien im Home-Verzeichnis auf dem Stick unlesbar verschlüsselt. Das ist speziell auf einem kleinen mobilen Datenträger, der leicht verlorengeht, eine empfehlenswerte Option.

Dieses anspruchslose System hat beim Setup zwar einige Fragen, aber die Aktion verläuft vorbildlich strukturiert und informativ ab.
Vergrößern Dieses anspruchslose System hat beim Setup zwar einige Fragen, aber die Aktion verläuft vorbildlich strukturiert und informativ ab.

4. Systemoptimierung: Ausmisten, erweitern, sichern

Porteus ist ein Livesystem. Es kennt zwar technisch interessante Anpassungs-und Erweiterungsoptionen, doch diese sind anspruchsvoll und würden an dieser Stelle zu weit führen. Punkt 4 betrifft daher nur Ubuntu Mate und Kanotix.

Software installieren und beseitigen: Kanotix und Ubuntu Mate lassen sich über den apt-Paketmanager bequem erweitern und entschlacken. Eine Netzwerkverbindung vorausgesetzt (eventuell erst nach der WLAN-Legitimierung), aktualisieren Sie zunächst die Paketlisten:

sudo apt-get update

In Kanotix ist der Erstuser nicht sudo-berechtigt; verwenden Sie hier

su
apt-get update

mit Angabe des root-Kennworts (oder tragen Sie den Erstuser in die Datei „/etc/sudoers“ ein). Ohne das Update der Paketlisten gibt es unter Kanotix überhaupt keine Pakete.

Danach können Sie die beiden Systeme in der für Debian-Abkömmlinge üblichen Manier etwa mit

sudo apt-get install nautilus

ergänzen und Unnötiges mitsudo apt-get remove […] entsorgen.

Die Swap-Partition ist nicht zwingend, aber wenn der Datenträger genügend Platz anbietet, sollten Sie neben dem System eine zweite Partition als „Linux-Swap“ anlegen.
Vergrößern Die Swap-Partition ist nicht zwingend, aber wenn der Datenträger genügend Platz anbietet, sollten Sie neben dem System eine zweite Partition als „Linux-Swap“ anlegen.

Startprogramme und Dienste: Um die Startzeiten und den Speicherbedarf zu optimieren, suchen die „Startprogramme“ auf: In Ubuntu Mate finden Sie das Tool in der Steuerzentrale (mate-session-properties), in Kanotix erscheint das analoge Werkzeug unter „Einstellungen -> Desktop Session Settings“ („lxsession.edit“). Starten Sie das Tool am besten mit sudo und den genannten Programmnamen im Terminal, weil Sie dann auch die systemweiten Autostarts angezeigt bekommen. Komponenten, die Sie auf einem Mobilsystem nicht benötigen (Datensicherung, Blueman, Orca, Tilda, Welcome …), deaktivieren Sie dort per Mausklick.

Wer noch einen Schritt weiter gehen will, kann die gestarteten Dienste durchforsten:

sudo service --status-all

So sind CUPS (Common Unix Printing System), Whoopsie (Fehlerreport), Apport (Fehlerprotokoll) Speechdispatcher (Sprachausgabe), Rsyslog (Logdateien), Apparmor (spezielles Sicherheitssystem) auf einem Mobilsystem unter Umständen entbehrlich. Einen Dienst stoppen Sie etwa mit

sudo service whoopsie stop

und entfernen ihn später folgendermaßen komplett, falls er sich als überflüssig erweisen hat:

sudo rm /etc/init.d/whoopsie

Datenschutz: Bei einem System auf USB-Stick sind Verlust, Verwechslung und Diebstahl einzukalkulieren. Bei Ubuntu Mate besteht die angesprochene Installationsoption, das Home-Verzeichnis zu verschlüsseln. Bei den anderen Systemen (oder falls ungenutzt bei Ubuntu) müssen persönliche Daten verschlüsselt – oder vermieden werden. Für Benutzerdateien reicht im Prinzip ein Packer wie 7-Zip mit passwortgeschützten Archiven.

Schwieriger steht es um Browser-, Mail-oder FTP-Kennwörter: Wer Datenschutz ernst nimmt, sollte auf einem unverschlüsselten Mobilsystem keine Zugangsdaten speichern: Das betrifft Firefox -oder Chrome -Sync ebenso wie etwa Filezilla-Server oder Thunderbird-Mailkonten.

Wird das Mobilsystem mit solchem Verzicht zu unkomfortabel, hilft nur konsequente Disziplin: den Stick niemals liegenlassen, immer einstecken und sicher verwahren.

Bei neueren Windows-PCs ist Secure Boot eine Linux-Verhinderungsfunktion. Deaktivieren Sie diese Option im Bios-Setup.
Vergrößern Bei neueren Windows-PCs ist Secure Boot eine Linux-Verhinderungsfunktion. Deaktivieren Sie diese Option im Bios-Setup.

5. USB-System booten auf anderen Rechnern

Im besten Falle startet ein fremder PC sofort Ihren USB-Stick. Aber es gibt diverse Hindernisse, die sich durch ebenso viele Bios-Optionen gegebenenfalls beseitigen lassen: Die meisten PCs priorisieren Festplatte und DVD-Laufwerk. Dies können Sie im Bios-Setup umstellen. Dazu drücken Sie kurz nach dem Start des PCs die Taste Entf, F1, F2, F10 oder Esc. Die Einstellungen fürs Booten finden sich meist unter „Advanced BIOS Features“, „Boot Features“, „Boot“ oder ähnlich. Suchen Sie dort die Option für die Reihenfolge der Bootgeräte und wählen Sie Ihren USB-Stick aus. Alternativ verwenden Sie das Bootmenü der Hauptplatine, das Sie meist über die Taste Esc oder ein Funktionstaste wie F8, F9, F10, F11, F12 erreichen.

Wenn Sie im Bios eine Funktion wie „Fastboot“ finden, deaktivieren Sie diese. Sonst werden USB-Geräte beim Start möglicherweise nicht berücksichtigt. Sollte „Secure-Boot“ aktiviert sein, deaktivieren Sie auch diese Option: Linux-Systeme besitzen keinen digital signierten Bootloader und starten sonst nicht. Aktivieren Sie – wenn vorhanden – die Option „USB Legacy“. Die Einstellung bewirkt, dass sich USB-Sticks beim Betriebssystem als normale Laufwerke melden.

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