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Portable Bundles: Top-Software zum Mitnehmen

30.09.2016 | 10:40 Uhr |

Hunderte Programme auf einem USB-Stick, die sich auf jedem PC ohne vorherige Installation nutzen lassen. Sammlungen portabler Apps liegen voll im Trend. Wir stellen Ihnen die drei interessantesten vor.

Auch in Zeiten von mehreren Terabyte großen Festplatten ist es von Vorteil, wenn man eine Anwendung nutzen kann, ohne sie vorher installieren zu müssen. Noch besser ist es, wenn man Hunderte solcher Programme auf einem USB-Stick speichert und die gewünschten Anwendungen mithilfe eines Startmenüs aufrufen kann. Und genau dies zeichnet portable Tool-Sammlungen wie Lupo Pen Suite , Portableapps.com Platform und Liberkey aus.

In diesem Beitrag gehen wir detailliert auf die Stärken und Schwächen der drei Sammlungen ein.

Sofort einsatzbereit oder aktuell?

Die Frage, welche portable Tool-Sammlung Ihre Anforderungen erfüllt, ist ganz einfach zu beantworten: Anwender, die sofort mit den Programmen arbeiten möchten, entscheiden sich für Lupo Pen Suite v2016 . Im Gegenzug müssen Sie jedoch in Kauf nehmen, dass Sie nicht mit den aktuellsten Versionen der Anwendungen arbeiten. Demgegenüber stehen Portable Apps.com Platform und Liberkey. Bei beiden Sammlungen spielen Sie zunächst lediglich die Bedienoberfläche ein. Alle portablen Programme, die Sie nutzen möchten, müssen in einem zweiten Schritt separat heruntergeladen und eingespielt werden. Dies kostet viel Zeit. Dafür ist aber sichergestellt, dass Sie stets über die aktuellsten Versionen verfügen.

Relativ gering sind hingegen die Unterschiede in Sachen Programm-Ausstattung. Der Großteil der wichtigen Apps ist in allen drei Suiten integriert. Lediglich in Sachen Systemtools lassen sich signifikante Unterschiede feststellen. Lupo Pen Suite v2016 umfasst 30, Liberkey 5.8.1129 bietet 46 und in Portable Apps.com Platform 14.1 finden sich 106 solcher Systemwerkzeuge. Wer mehr will, sollte einen Blick auf GeGeek beziehungsweise das Windows System Control Center ( WSCC ) werfen.

Lupo Pen Suite v2016

Über das übersichtlich gestaltete Startmenü der Lupo Pen Suite greifen Sie ganz bequem auf alle integrierten Anwendungen zu.
Vergrößern Über das übersichtlich gestaltete Startmenü der Lupo Pen Suite greifen Sie ganz bequem auf alle integrierten Anwendungen zu.

Die Lupo Pen Suite gehört zu den Klassikern unter den Portable-Apps-Sammlungen für USB-Sticks. Schon seit zehn Jahren vertrauen Anwender auf das Paket, das inzwischen in 26 Sprachversionen zur Verfügung steht. Die Sammlung steht in drei Varianten zur Auswahl: Lupo Pen Suite Full (rund 990 MB Speicherplatz auf dem Stick erforderlich), Lite (rund 350 MB) und Zero (knapp 5 MB). Bei der letztgenannten Version wird nur der Launcher installiert.

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Installation: Das Einspielen der Lupo Pen Suite stellt keine Herausforderung dar. Starten Sie die EXE-Datei und folgen Sie den Anweisungen des englischsprachigen Installationsassistenten. Im Schritt „Suite Language“ aktivieren Sie die Option „Download language pack during the extraction process (online mode)“, wählen „Deutsch“ aus und fahren mit „Next“ fort. Wählen Sie dann Ihren USB-Stick als Ziellaufwerk aus und bestätigen Sie mit „Continue“. Das Extrahieren der Programme kann mehrere Minuten dauern. Klicken Sie zum Abschluss auf „Finish“, um den Assistenten zu schließen und den Launcher zu starten.

In den Einstellungen der Lupo Pen Suite legen Sie etwa fest, ob das Startmenü stets im Vordergrund bleiben und ob Kategorien automatisch geschlossen werden.
Vergrößern In den Einstellungen der Lupo Pen Suite legen Sie etwa fest, ob das Startmenü stets im Vordergrund bleiben und ob Kategorien automatisch geschlossen werden.

Umfang: Wie bereits erwähnt, steht die Apps-Sammlung in drei Varianten zur Auswahl. Wer keine Kompromisse eingehen will, entscheidet sich für die 173 Anwendungen und Spiele umfassende Lupo Pen Suite Full; die Lite-Variante bietet 71 Programme. Der besseren Übersicht halber sind die Anwendungen in acht Rubriken, darunter „Internet“, „System“ und „Sicherheit“, und zahlreiche Unterrubriken eingeteilt .

Nutzung: Dank des Hauptmenüs, dessen Design am Windows-Startmenü angelehnt ist, geht die Bedienung einfach vonstatten. In der linken Spalte sind die einzelnen Rubriken aufgeführt, ein Klick auf einen der Einträge zeigt die jeweiligen Unterrubriken an. Über die rechts platzierten Bedienelemente gelangen Sie zu den Optionen und greifen auf die von der Lupo Pen Suite auf dem USB-Stick angelegten Standardordner zu. Und über „ASuite“ öffnen Sie den Lupo-Starter.

Konfiguration: Über die Menüschaltfläche „Optionen“ gelangen Sie zu den Einstellungen, in denen Sie die Lupo Pen Suite konfigurieren. Unter anderem können Sie die „Autostart“-Funktion einschalten, festlegen, dass das Programmfenster stets im Vordergrund angezeigt wird, und das Design des Startmenüs anpassen. Sehr gut: Nicht benötigte Programme lassen sich entfernen, eigene Portable-Apps können integriert werden. Entpacken Sie dazu die geladene Anwendung in das Verzeichnis „MyApps“ und öffnen Sie über das Startmenü den Launcher „ASuite“. Ziehen Sie die EXE-Datei dann per Drag & Drop aus dem Ordner und lassen Sie das Element über dem Eintrag „My Apps“ los.

Da die Programmliste länger nicht mehr aktualisiert wurde, ist die integrierte Update-Funktion nicht in der Lage, alle Anwendungen auf den neusten Stand zu bringen.
Vergrößern Da die Programmliste länger nicht mehr aktualisiert wurde, ist die integrierte Update-Funktion nicht in der Lage, alle Anwendungen auf den neusten Stand zu bringen.

Updates: Angesichts der teils veralteten Programmversionen ist das Update der kompletten Suite zwingend erforderlich. Im Startmenü der Lupo Pen Suite klicken Sie auf „Suite Manager“, wählen „Options“ und klicken in der Liste bei „Select language for updates“ auf „Deutsch“. Anschließend klicken Sie auf „Manage Apps“, warten, bis die Liste aller Programme geladen wurde, und starten mit einem Klick auf „Check“ die Suche nach Aktualisierungen. Nach einem Klick auf „Update“ werden die Aktualisierungen geladen und eingespielt. Da die Entwickler der Lupo Pen Suite die Wartung der Programmdatenbank derzeit aber vernachlässigen, stehen nur wenige Updates bereit.

Portable Apps.com Platform 14.1

Ebenfalls seit mehr als einem Jahrzehnt erfreuen sich auch die Portable-Apps.com-Sammlungen größter Beleibtheit. Der große Unterschied zur Lupo Pen Suite: Portable Apps.com stellt lediglich die Plattform zur Verfügung – die Auswahl der Anwendungen bleibt Ihnen überlassen, was sowohl Vor-als auch Nachteile hat. Nutzer, die ganz genau wissen, welche Programme sie benötigen, stellen sich auf diesem Wege ihre maßgeschneiderte Portable-Apps-Sammlung zusammen. Weniger versierte Anwender dürften hingegen angesichts der schieren Menge der zur Verfügung stehenden Programme verzweifeln.

Fast schon zu schlicht ist das Startmenü der Portable-Apps.com-Sammlung gehalten. In den Optionen können Sie das Design jedoch verändern.
Vergrößern Fast schon zu schlicht ist das Startmenü der Portable-Apps.com-Sammlung gehalten. In den Optionen können Sie das Design jedoch verändern.

Installation: Das Einspielen der Portable Apps.com Platform, das Sie per Doppelklick auf die EXE-Datei einleiten, ist einfach. Nachdem Sie die Lizenzbedingungen akzeptiert haben, wählen Sie „Neue Installation“ und „Portabel“, geben Ihren USB-Stick als Zielverzeichnis an und bestätigen mit „Installieren“. Zum Abschluss klicken Sie auf „Fertigstellen“, um den Vorgang zu beenden und das Hauptmenü zu öffnen. Da die Portable Apps.com Platform ohne Anwendungen ausgeliefert wird, steht gleich nach dem ersten Start die Auswahl der Programme, die Sie nutzen wollen, an. Im automatisch geöffneten Dialog „Portable App Directory“ werden Ihnen insgesamt 350 Apps und Spiele angeboten. Nicht gut: Es ist nicht möglich, die Gesamtliste oder zumindest alle Apps einer Rubrik zu markieren. Sie müssen also wirklich jede gewünschte Anwendung anklicken. Darüber hinaus müssen Sie nach Abschluss der App-Downloads die Lizenzbedingungen Dutzender Programme sogar noch explizit bestätigen. Eine unbeaufsichtigte Installation aller Programme in einem Rutsch ist nicht möglich, sodass Sie mehrere Stunden an Ihrem PC sitzen müssen.

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Umfang: An der Zusammenstellung der Programme gibt es nichts auszusetzen. Neben bekannten Anwendungen wie Notepad++, XnView Portable und Skype Portable sind auch Nischen-Tools wie Q-Eye Portable (Datenbank), Laz Paint Portable (Bildbearbeitung) und Grindy Portable (Desktoperweiterung) verfügbar. Die rund 350 Apps und Spiele sind in zehn Rubriken, darunter „Grafik und Bildbearbeitung“, „Internet“ und „Sicherheit“ eingeteilt .

Mithilfe der Einstellungen passen Sie das Verhalten der Programmsammlung bis ins letzte Detail an Ihre Wünsche an. Die Überstzung ins Deutsche ist absolut gelunden und an jeder Stelle konsistent.
Vergrößern Mithilfe der Einstellungen passen Sie das Verhalten der Programmsammlung bis ins letzte Detail an Ihre Wünsche an. Die Überstzung ins Deutsche ist absolut gelunden und an jeder Stelle konsistent.

Nutzung: Die Bedienoberfläche orientiert sich – wie auch die Lupo Pen Suite und Liberkey – am klassischen Windows-Startmenü: Im Hauptfenster werden Rubriken, Unterrubriken und Apps angezeigt, über die Icons in der rechten Spalte greifen Sie auf die Standardordner, die Backup-Funktionen und die Optionen zu. Eine Suchfunktion ist ebenfalls integriert.

Konfiguration: Ein Klick auf den Menübefehl „Optionen“ öffnet den gleichnamigen Dialog. Hier können Sie unter anderem das Design des Startmenüs anpassen, auswählen, ob auch Portable-Apps, die sich noch im Beta-Stadium befinden, berücksichtigt werden sollen, und festlegen, nach welchen Kriterien die Anwendungsliste sortiert werden soll. Installierte Apps lassen sich direkt über das Startmenü löschen, zusätzliche Programme fügen Sie über den Menübefehl „Anwendungen“ hinzu.

In Sachen Aktualisierung der verwendeten Anwendungen ist die Portable-Apps.com-Sammlung den anderen Tool-Suiten hoch überlegen.
Vergrößern In Sachen Aktualisierung der verwendeten Anwendungen ist die Portable-Apps.com-Sammlung den anderen Tool-Suiten hoch überlegen.

Updates: In den Optionen legen Sie fest, dass nach jedem Start der Suite automatisch nach Aktualisierungen gesucht werden soll. Das klappt in der Praxis reibungslos. So stand etwa die aktuelle Version von des FTP-Clients Filezilla bereits zwei Tage nach Veröffentlichung durch den Hersteller als Portable-Apps.com-Anwendung zur Verfügung.

Liberkey 5.8.1129

Wie Portable Apps.com stellt Ihnen auch Liberkey lediglich die Plattform zur Verfügung. Erst nach dem Eispielen dieser Grundkomponente geht’s an die Auswahl der gewünschten Programmsammlung. Die Ultimate-Suite umfasst 152 Portable-Apps und beansprucht rund 1,25 GB Speicherplatz, die Standard-Variante (85 Anwendungen) begnügt sich mit knapp über 1 GB und die Basic-Ausführung (14 Anwendungen) benötigt rund 300 MB.

Das Liberkey-Startmenü überzeugt durch das übersichtliche Design und die Möglichkeit, über Registerkarten auf häufig und zuletzt genutzten Apps zuzugreifen.
Vergrößern Das Liberkey-Startmenü überzeugt durch das übersichtliche Design und die Möglichkeit, über Registerkarten auf häufig und zuletzt genutzten Apps zuzugreifen.

Installation: Bei der Installation des Launchers steht Ihnen ein deutschsprachiger Assistent zur Seite, der Sie schrittweise durch die Einrichtung führt. Sie müssen lediglich die Lizenzbedingungen akzeptieren, als Zielverzeichnis Ihren USB-Stick auswählen und die Installation mit einem Klick auf die gleichnamige Schaltfläche starten. Nach dem Einspielen doppelkicken Sie auf das neue Desktop-Symbol „Liberkey“, wählen „Liste verfügbarer Sammlungen herunterladen“, markieren oben „Basic suite“, „Standard suite“ oder „Ultimate suite“ und bestätigen mit „Alle Programme der ausgewählten Sammlung installieren“. Gut: Im Gegensatz zu Portable Apps sind bei Liberkey alle Anwendungen bereits markiert, sodass Sie nicht Hunderte Einträge anklicken müssen. Und da Sie auch keine Lizenzbedingungen bestätigen müssen, geht die Installation um ein Vielfaches schneller vonstatten, als dies bei der Portable-Apps.com-Sammlung der Fall ist.

Umfang: Die 152 Programme sind in zehn Rubriken einsortiert, darunter „Audio“, „Internet“ und „System“. Unterrubriken erleichtern die Suche nach einer bestimmten Anwendung. So sind die System-Tools in neun Unterrubriken eingeteilt, unter anderem „Benchmark“, „Registry“ und „Tests“. Alle Must-Have-Anwendungen sind dabei, etwa 7Zip, CCleaner und ImgBurn. Verzichten müssen Sie hingegen auf Firefox, Chrome und Opera, da die Browser nicht standardmäßig eingespielt werden. Das Gleiche gilt für Spiele sowie Anwendungen aus der Rubrik Bildung. Um auch diese Komponenten zu integrieren, müssen Sie sie manuell einspielen (siehe Abschnitt Updates).

Liberkey: In den Einstellungen stehen Ihnen zahlreiche Optionen zur Auswahl, um das Aussehen und Verhalten von Liberkey anzupassen.
Vergrößern Liberkey: In den Einstellungen stehen Ihnen zahlreiche Optionen zur Auswahl, um das Aussehen und Verhalten von Liberkey anzupassen.

Nutzung: Auch Liberkey setzt auf das klassische, dreigeteilte Startmenü, über das Sie Zugriff auf die einzelnen Programme und ihre persönlichen Dateien erhalten. Gut: Mithilfe der drei Registerkarten können Sie zwischen der Programmliste, den am häufigsten genutzten Programmen und den zuletzt verwendeten Anwendungen wechseln. Um ein Programm direkt zu starten, tippen Sie den Namen der Anwendung in das Eingabefeld und wählen dann den gewünschten Eintrag aus.

Konfiguration: Über die im Startmenü verankerte Schaltfläche „LiberKey Tools“ und den Eintrag „Einstellungen“ gelangen Sie zu den Programm-Optionen von Liberkey. Hier können Sie unter anderem die Bedienoberfläche verändern, beispielsweise durch andere Farben und zusätzliche Animationen, die Update-Einstellungen anpassen und Tastenkürzel zum Schnellstart bestimmter Anwendungen der Software-Suite definieren.

Liberkey bietet eine integrierte Updatefunktion, die sich sowohl die den Starter als auch die einzelnen Anwendungen berücksichtigt.
Vergrößern Liberkey bietet eine integrierte Updatefunktion, die sich sowohl die den Starter als auch die einzelnen Anwendungen berücksichtigt.

Updates: Eine integrierte Update-Routine, die Sie per Klick auf den Hauptmenüeintrag „LiberKey Tools“ und Auswahl von „Auf Updates prüfen“ starten, überprüft, ob Bedienoberfläche und Programme auf dem aktuellsten Stand sind. In diesem Dialog erhalten Sie auch Zugriff auf den gesamten Programmkatalog. Klicken Sie auf „Den Onlinekatalog für portable Programme öffnen“, wird die Webseite im Browser geladen. Wählen Sie in der linken Spalte die gewünschte Rubrik und Unterrubrik aus – etwa „Internet“ und „Browser“ – und klicken Sie auf das gewünschte Programm, zum Beispiel „Firefox“. Per Klick auf „Install Firefox on my LiberKey“ starten Sie die Installation direkt über den Browser.

Portables-Tool-Paket für PC-Profis

Der Name spricht Bände: Das GeGeek Tech Toolkit ist eine englischsprachige Programmsammlung, die sich an erfahrene PC-Anwender und Systemadministratoren wendet. Dementsprechend stark unterscheidet sich die Liste der integrierten Anwendungen von den drei anderen, in diesem Beitrag vorgestellten Sammlungen. Sage und schreibe 966 Anwendungen, Tools und Utilities hat der Hersteller in der aktuellen Version des Toolkits zusammengetragen. Darüber hinaus erwarten Sie mehr als 330 englischsprachige Dokumente, Links zu wichtigen Webseiten und Registry-Hacks. Der Zugriff erfolgt über ein schlicht gehaltenes Startmenü und die Auswahl der gewünschten Rubrik, etwa „Diagnostics“, „Maintenance“ oder „Security“. Dank integrierter Update-Funktion ist garantiert, dass die Programme stets auf dem aktuellsten Stand sind. Wer sich für das GeGeek Tech Toolkit 11.10 interessiert, muss dem Entwickler per Paypal einen kleinen Betrag zukommen lassen.

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