28.02.2009, 13:01

Margit Kuther

Monitortechnik

Plasma – Fürs Heimkino gemacht

Die Plasma-Technologie wurde mit dem Ziel entwickelt, das Kino-Erlebnis ins Wohnzimmer zu bringen. Plasma-Displays entfalten ihre Leuchtkraft optimal in abgedunkelten Räumen. Für den kommerziellen Durchbruch der Technik sorgten die Olympischen Winterspiele 1998 in Nagano.
Edelgas erzeugt das Bild
Die Plasma-Technik basiert auf einem fluoreszierenden Gemisch aus den Gasen Helium, Neon und Xenon. Das Gemisch ist in Kammern eingeschlossen, die zwischen zwei Glasscheiben liegen. Jeder einzelne Bildpunkt (Pixel) besteht aus drei Kammern, und zwar je eine für die Subpixel Rot, Grün und Blau.
In den Glasscheiben sitzen transparente Elektroden, dünne Pixelrippen und Phosphorschichten. Die Elektroden werden je Subpixel elektrisch geladen und erzeugen dabei je nach Steuerspannung winzige Explosionen des Gases (Plasma-Entladungen). Diese setzen unsichtbares, ultraviolettes Licht frei. Diese UV-Strahlung trifft auf die je nach Kammer rote, grüne oder blaue Phosphorschicht in der hinteren Glasplatte und regt diese an, Licht auszusenden.
Optimierte Bildqualität
Bei Plasma-Displays gibt es nicht die Panel-Vielfalt wie bei LCD-Bildschirmen. Auflösung und Display-Größe bestimmen maßgeblich den Preis. Allerdings haben einige Plasma-Hersteller eigene Verfahren, um die Bildwiedergabe des Panels zu verbessern.
So setzt Panasonic beispielsweise Verfahren ein, um Nachzieheffekte zu minimieren. Und Hitachi hat die Alis-Technik (Alternate Lighting of Surfaces) entwickelt, um weichere Farbübergänge und schärfere Kanten bei den sichtbaren 1024 Zeilen des 1080i-Signals von HDTV zu verbessern.
Vorteil - Brillante Bilder
Plasmas liefern bessere Kontrastverhältnisse, natürlichere Farben und sattere Schwarztöne als LCDs, da bei Plasma-Displays nur diejenigen Subpixel leuchten, die für die Bildwiedergabe erforderlich sind, während bei LCDs die Hintergrundbeleuchtung alle Pixel erfasst. Plasmas präsentieren daher auch bei seitlichem Betrachtungswinkel ein farbintensiveres und kontrastreicheres Bild als LCDs. Des Weiteren ist der Nachzieheffekt geringer, da das Gasgemisch schneller auf den elektrischen Impuls reagiert als die Flüssigkristalle der LCDs.
Nachteile: Verbrauch und Altern
Plasma-Bildschirme verbrauchen mehr Strom als LCDs: Der Aufwand, die einzelnen Zellen zum Leuchten zu bringen, ist höher als der für die Hintergrundbeleuchtung der Panels. Allerdings hängt beim Plasma der Verbrauch entscheidend von der Helligkeit des Filmmaterials ab. Ein weiterer Nachteil von Plasma-Displays ist die Gefahr des Einbrennens von Standbildern, das sich anders als die Geisterbilder der LCDs nicht mehr beheben lässt. Die Plasma-Hersteller minimieren dies jedoch durch Verfahren, bei denen das Bild in regelmäßigen Abständen um einige Pixel verschoben wird.
Ein weiterer Nachteil ist, dass die Leuchtstärke im Laufe der Zeit nachlässt, da der Phosphor in den Pixelzellen altert. Doch das Problem relativiert sich, denn die Hersteller geben inzwischen für Plasmas eine Lebensdauer von 60.000 Stunden an. Das heißt: Erst nach 20 Jahren bei acht Stunden täglicher Laufzeit würde die Leuchtkraft der Plasmazellen erkennbar abnehmen. Nach Angaben der Industrie kann sich dann die Leuchtkraft bei voll erleuchtetem Display (100 Prozent weiß) um bis zu 50 Prozent reduziert haben.
Einsatz und Trend
Die Plasma-Technologie kommt am ehesten bei großen Bildschirmen zum Einsatz. Allerdings erobern LCDs vermehrt auch diesen Sektor. Derzeit können sich ab einer Bilddiagonale von 40 Zoll die Plasma-Bildschirme in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis gegen die LCD-Konkurrenz durchsetzen.
Übrigens: Plasma-Displays sind für abgedunkelte Räume konzipiert. In den meist gut ausgeleuchteten Verkaufsräumen können sie ihre Farbbrillanz nicht so gut ausspielen wie die LCD-Displays.
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