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Photoshop-Tuning: Die besten Plugins für jede Situation

29.12.2014 | 12:45 Uhr |

Photoshop kann viel, aber nicht alles. Und auch das, was es kann nicht immer perfekt. Das ist aber kein Problem, denn mit Plug-Ins lässt sich das Programmnahezu beliebig erweitern. Und das zum Teil sogar völlig kostenlos

Unzweifelhaft ist Photoshop die Referenz in Sachen Bildbearbeitung und nicht zuletzt ein extrem mächtiges Werkzeug. Aber eben auch ein Generalist, weshalb einige Funktionen nur sehr rudimentär oder aber gar nicht vorhanden sind, andere durch Spezialprogramme besser erledigt werden. So ist beispielsweise die Rauschreduzierung nicht wirklich perfekt und auch spezielle Filter oder Retusche-Werkzeuge fehlen. Wir stellen Ihnen im Folgenden eine Reihe von Plug-Ins vor die Sie je nach Bedarf installieren und verwenden können.

01. Icons hinzufügen: Fotos um nützliche Informationen und Hinweise ergänzen

Icons oder Symbole in Bilder einzufügen ist mit Photoshop so eine Sache. Das fängt schon bei ganz simplen Pfeilen an, aber die Erweiterung Flaticon schafft hier Abhilfe. Sie bietet zahlreiche Symbolbibliotheken, die ohne Probleme als Vektoren und damit beliebig skalierbar in jedes Bild eingebaut werden können. Es stehen alleine etwa 950 Pfeilsymbole zur Verfügung.

01. Mit Flaticon lassen sich verschiedene Symbole in Bilder einbauen.
Vergrößern 01. Mit Flaticon lassen sich verschiedene Symbole in Bilder einbauen.

02. Perspektiven korrigieren: Stürzende Linien oder Fluchten anpassen

Gerade bei Architekturaufnahmen laufen gerne die Konturen perspektivisch nicht so, wie gewünscht. Aber beim Stadtbummel war einfach nicht die Zeit, sich den besten Platz auszusuchen. Mit dem Plug-In „ Perspective Transformation “ lässt sich das aber korrigieren.

Nach dem Öffnen bietet das kleine Werkzeug mehrere Auswahloptionen. Sie können wahlweise zwei Referenzlinien ziehen oder aber auch ein Parallelogramm verwenden. Wenn Sie bei der Auswahl den Punkt „Snap“ aktivieren, versucht das Plug-In, die Auswahl-Linien an die Objektkanten anzupassen. Sie können dann Objektiv-, Neigungs-oder Verzerrungskorrekturen vornehmen. Optional besteht auch die Möglichkeit, einfach mit dem Mauszeiger das Bild so zu bewegen, bis es Ihrer Vorstellung entspricht, was aber nicht ganz so präzise unktioniert.

Nach der Perpektivkorrektur muss das Bild noch geschnitten werden. Das Plug-In bietet dazu wahlweise einen manuellen oder einen automatischen Modus. Ist der Beschnitt abgeschlossen, können Sie das Plug-In schließen und das Bild speichern.

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03. Color Replacer kann, wie der Name schon andeutet, die Farbe eines Bildbereichs simpel mit einer anderen ersetzen.
Vergrößern 03. Color Replacer kann, wie der Name schon andeutet, die Farbe eines Bildbereichs simpel mit einer anderen ersetzen.

03. Farbe ersetzen: Durch andere Farben die Atmosphäre eines Fotos verändern

Ist Ihnen auf Ihrem Foto beispielsweiseder Himmel nicht blau genug, können Sie ihn mit dem Plug-In Color Replacer anpassen.

Sie selektieren einfach den Bereich, in dem die Farbe angepasst werden soll und rufen das Plug-In auf. Jetzt wählen Sie die exakte Ausgangsfarbe, die Sie ersetzen möchten. Das kann auch mit der Pipette aus dem Bild heraus geschehen. Sie können die Auswahl-Toleranz dabei sehr exakt anpassen.

Danach legen Sie die Zielfarbe fest und klicken, wenn alles Ihren Vorstellungen entspricht, auf „Replace“. Danach strahlt der Himmel in einem leuchtenden Blau und Sie können das Plug-In mit „Ok“ wieder schließen.

04. Boundary Noise Reduction entfernt zuverlässig Bildrauschen, das bei höheren ISO-Werten gerne auftritt.
Vergrößern 04. Boundary Noise Reduction entfernt zuverlässig Bildrauschen, das bei höheren ISO-Werten gerne auftritt.

04. Rauschen reduzieren: Die negativen Einflüsse hoher ISO-Werte korrigieren

Die Fähigkeit, Bildrauschen bei höheren ISO-Werten zu reduzieren, ist bei Photoshop leider nicht besonders gut ausgebildet. Hier hilft Boundary Noise Reduction weiter.

Wählen Sie mit dem Auschnitt-Navigationsrechteck im Plug-In eine Stelle Ihres Fotos, an der das Rauschen besonders deutlich sichtbar ist. Mit dem Regler „Overall noise level“ passen Sie nun grob das Rauschverhalten an, eventuell sind Sie dann an dem Punkt sogar schon fertig. Wenn nicht, nutzen Sie die vier weiteren Regler zur Feinjustierung. Am Ende bestätigen Sie mit „ok“ links oben das Ergebnis. Im Idealfall ist vom Rauschen dann kaum noch etwas zu sehen, ohne dass das Bild zu weich gezeichnet aussieht.

05. Eine ganze Liste von kreativen Settings bieten die Perfect Presets für Adobe Camera Raw.
Vergrößern 05. Eine ganze Liste von kreativen Settings bieten die Perfect Presets für Adobe Camera Raw.

05. Kreativ „entwickeln“: RAW-Fotos mit künstlerischen Voreinstellungen öffnen

Wer oft im RAW-Format fotografiert,kann sich unter Umständen das Konvertieren extrem erleichtern; insbesondere dann, wenn es um einen kreativen Look geht. Die Perfect Presets for Adobe Camera Raw machen es möglich.

Die Presets sind kein Plug-In im klassischen Sinne, sondern ein Set vonzahlreichen Voreinstellungen für Camera Raw. Sie werden entsprechend auch im Ordner x:\Benutzer\Name\AppData\Roaming\Adobe\CameraRaw\Settings installiert. Sie stehen dann unter dem Reiter „Vorgaben“ in der Oberfläche von Camera Raw zur Verfügung und bieten zum Teil spektakuläre Effekte.

06. Egal, ob HDR, Rahmen oder Vintage-Look – Perfect Effects bietet extrem viele Möglichkeiten, ein Foto zu verändern.
Vergrößern 06. Egal, ob HDR, Rahmen oder Vintage-Look – Perfect Effects bietet extrem viele Möglichkeiten, ein Foto zu verändern.

06. Kreativ gestalten: Farben und Bildwirkung künstlerisch verändern

Auch, wer JPEGs aufnimmt, muss auf kreative Effekte nicht verzichten. Dafür sorgt die Erweiterung „ Perfect Effects “, die jeweils auf einer neuen Ebene unzählige Effekte und Rahmen hinzufügen kann.

Mit Perfect Effects ist es beispielsweise möglich, aus nur einem Foto einen HDR-Look zu kreieren. Dazu gibt es wahlweise unter „Adjustment Brush“ eine Voreinstellung oder Sie nutzen die Palette mit den verschiednen HDR-Presets. Dabei kann jeder Effekt noch individuell angepasst werden. Auch sehr surreale Effekte lassen sich mit Perl Effects erzeugen, etwa, etwa indem Sie einen bestimmten Papierlook wählen.

Landschaften fotografieren: Die besten Tricks

07. Wer Photoshop als Zeichenprogramm nutzen möchte, dem stellt NKS5 einen umfangreichen Werkzeugkasten zur Verfügung.
Vergrößern 07. Wer Photoshop als Zeichenprogramm nutzen möchte, dem stellt NKS5 einen umfangreichen Werkzeugkasten zur Verfügung.

07. Künstler-Werkzeug: Aus Photoshop ein Zeichenprogramm machen

Sie zeichnen gerne mit Photoshop und sind eigentlich mit der Art der Werkzeughandhabung nicht ganz zufrieden? Dann sollten Sie sich das NKS5Natural Media Toolkit anschauen, eine umfangreiche Zeichenerweiterung für Photoshop.

Die Installation ist etwas trickreich, denn nach der Hauptinstallation des Plug-Ins müssen Sie zunächst unter„Datei/Skripten“ das Skript NKS5_Install ausführen.

Danach rufen Sie das Zeichenwerkzeug auf und klicken auf die Werkzeugvorgaben. Ganz unten deaktivieren Sie „Nur aktuelles Werkzeug“.

Wenn Sie jetzt unter Fenster/Erweiterungen NKS5 starten, erscheint rechts ein umfangreicher Werkzeugkasten, der vom Anlegen neuer Dateienmit besonderen Hintergründen über zahlreiche Zeicheneffekte bis hin zum Einblenden von Hilfslinien nahezu alles beherrscht.

08. Filtergalerie: Fotos im Look von Analogfilmen bearbeiten

Filmtypen, Filmempfindlichkeiten und Vorsatzlinsen – mit all dem ließ sich bei der analogen Fotografie das Foto beeinflussen. Auch Digitalfotos lassen sich entsprechend bearbeiten – mit VirtualPhotographer .

Nach dem Öffnen haben Sie die Möglichkeit, aus ganz vielen Voreinstellungen zu wählen und zahlreiche Filter/Effekte auf das Foto anzuwenden. Mindestens ebenso spannend ist aber der Reiter „Film“, bei dem Sie Sie ISO/ASA-Wert, Körnung und auch den Filmtyp variieren können. Hier erzielen Sie dann Effekte, die an die klassischen Kodakchrome- oder Agfa-Filme erinnern.

10. Katzenfell mit dem Polygomlasso freistellen? Mit GML Matting geht es komfortabler und vor allem auch ziemlich gut.
Vergrößern 10. Katzenfell mit dem Polygomlasso freistellen? Mit GML Matting geht es komfortabler und vor allem auch ziemlich gut.

09. Weißabgleich korrigieren: Farbtemperatur bei JPEG & Co. exakt anpassen

Wer im RAW-Modus fotografiert, hat es leicht – hier kann die Farbtemperatur nahezu beliebig angepasst werden. Schwieriger ist es bei JPEGs, aber hier hilft das Plug-In „ White Balance/Highlight Recovery “.

Über die Schieberegler passen Sie jeden der drei Farbkanäle zunächst grob an, die mit „Fine“ ergänzten Regler erlauben dann das Feintuning.

10. Komplexe Motive freistellen: Haare, Bäume und andere Elemente optimal markieren

Muss man Haare oder Zweige freistellen, kann das zum Haare raufen sein. Das Plug-In GML Matting erleichtert die Arbeit. Bevor man es allerdings verwenden kann, muss man aus dem Bild eine neue Ebene erzeugen.

Mit dem Pinsel wird zunächst das freizustellende Objekt nachgezogen, eine ruhige Hand und ein passender Pinseldurchmesser bieten genügend Präzision. Ist die Auswahl geschlossen, klicken Sie auf „Matte“, wobei Sie vorher noch 8x Downsampling einstellen sollten. Wenn Sie einigermaßen sorgfältig gearbeitet haben, ist das Ergebnis ein gut freigestelltes Bild.

Die größten Photoshop-Pannen

11. Stromleitungen schleichen sich gerne ungewollt ins Bild. So können Sie sie wieder entfernen.
Vergrößern 11. Stromleitungen schleichen sich gerne ungewollt ins Bild. So können Sie sie wieder entfernen.

11. Kabel retuschieren

Da ist einem das schönste Landschaftsfoto aller Zeiten gelungen, bis auf den kleinen Fehler, dass quer durch das ganze Bild eine Stromleitung oder ein Zaundraht läuft. Mit dem kostenlosen Plug-In Wire Worm lässt sich das Problem sehr einfach lösen.

Schritt 1: Öffnen

Nach der Installation finden Sie das Plug-InWire Worm bei den Potoshop-Filtern unter MV’s Plug-Ins. Öffnen Sie es.

Schritt 2: Arbeiten mit dem Übersichtsfenster

Sie sehen normalerweise nur einen Teilausschnitt Ihres Bildes; das Plug-In besitzt ein Übersichtsfenster, in dem Sie durch Verschieben des roten Rahmens den Ausschnitt wechseln. Optional können Sie über die rechte unter Ecke auch das Plug-In-Fenster größerziehen. Sind Sie da, wo Sie Linien entfernen möchten, können Sie zunächst die Auswahlfarbe bestimmen; es bietet sich eine deutlich erkennbare Farbe an. Mit dem oberen Reglerlegen Sie die breite der Auswahl fest; sie sollteidealerweise etwas breiter sein als die Linie,die es zu entfernen gilt.

Schritt 3: So wirkt der Wireworm

Nun ziehen Sie eine Auswahl über die zu entfernende Linie. Mit „Color Matching“ legen Sie die Breite des überscheidenden Farbverlaufs fest. Im Zweifelsfall ist hier weniger mehr. Mit Lupe und den Pfeil-Buttonslässt sich die Auswahl noch präziser justieren. Passt alles, schieben Sie einfach mit der Maus die Linie aus dem Bild, Wireworm errechnet dann die richtige Füllung des entstandenen Freiraums. Und das war es schon. Bei komplexen Hintergründen funktioniert das ebenfalls, hier sollten Sie die Linie aber in mehrere Abschnitte unterteilen und mit der kleinstmöglichen Auswahlbreite arbeiten.

Dieser Artikel stammt aus der FotoWelt 1/2014

Die Highlights der Photokina, die Tricks der Profis, 20 Systemkameras im Test - das und mehr lesen Sie in der neuen FotoWelt 1/2014 !

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