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Die Kompakt-Liga mit 12 Megapixeln

17.09.2008 | 15:16 Uhr |

Auf der Jagd nach immer größeren Auflösungen bleibt die Bildqualität auf der Strecke. Unser Report deckt die Schwächen der Kompakt-Liga mit 12 Megapixeln auf und beleuchtet zugleich die Stärken dieser Kameraklasse.

Eins gleich vorweg: Ein zu hoch auflösender Bildsensor schmälert die Abbildungsqualität. Das belegen unsere Labortests nach dem DC-Tau-Testverfahren. Denn schon seit längerem können die Optiken die hohe Auflösung nicht mit ausreichend Bildinformationen versorgen. Die Folge ist ein schlechter Wirkungsgrad insbesondere am Bildrand. Dazu gesellt sich ein stärkeres Bildrauschen, was die Kameras durch eine aufwendigere Nachbearbeitung kompensieren. Da dies Rechenzeit kostet, sind die Knipsen in der Praxis langsamer als rauscharme Geräte mit niedriger Auflösung. Deshalb beschäftigen wir uns zunächst mit den Testergebnissen, um Ihnen zu zeigen, dass hochauflösende Bildsensoren in Kompaktkameras fehl am Platz sind. Anschließend widmen wir uns dem Praxiseinsatz und beleuchten die Funktionen der einzelnen Modelle.

Augenwischerei 12 Megapixel
Im gesamten Testfeld fällt auf, das die Auflösung zum Bildrand hin stark nachlässt. Dies wird durch die starke Lichtkrümmung an den Rändern der kleinen Objektive verursacht. Davon sind zwar alle kompakten Digicams betroffen, aber der Effekt wird von den hochauflösenden Bildsensoren noch verstärkt, die zwölf Millionen CCD-Elemente auf der Größe eines kleinen Fingernagels packen. Außerdem beeinflusst das kompakt gebaute optische Zoom die Abbildungsqualität. Die Kamerahersteller müssen nun einen Kompromiss zwischen den verschiedenen Brennweiten und einer möglichst guten Abbildungsqualität finden. Letztere hängt von der Randabdunklung, Verzeichnung und Auflösungsverteilung ab.

Ergebnisse der Auflösungsmessung
Den geringsten Abfall der Auflösung zum Bildrand hin maßen wir bei der Canon Digital Ixus 960 IS. Allerdings fiel der Wert in der Bildmitte vergleichsweise niedrig aus, so dass die Kamera im Schnitt keinen höheren Wirkungsgrad erzielt als die übrigen Modelle. Unterm Strich siegt die Fujifilm Finepix F50fd bei unserer Auflösungsmessung, obwohl die Auflösung bei kurzer Brennweite zum Rand hin von rund 95 auf etwa 55 Prozent abfällt. Dafür überzeugt sie bei mittlerer bis langer Brennweite durch eine sehr gute Auflösung.

Schlusslicht in der Disziplin bildet die Panasonic Lumix DMC-FX100. Bereits in der Bildmitte ist die Auflösung nur mittelmäßig. Doch zum Bildrand hin fällt sie besonders bei kurzer bis mittlerer Brennweite extrem auf unter 40 Prozent ab. Das heißt: Am Bildrand beträgt die effektive Auflösung weniger als 5 Megapixel. Dagegen sinkt die Auflösung zum Rand bei langer Brennweite moderat. Dennoch ist die Auflösung nur mäßig. Die Sony DSC-W200 macht ebenfalls eine schlechte Figur, da die Auflösung zum Bildrand hin bei kurzer und mittlerer Brennweite stark nachlässt.

Ein kurioses Phänomen offenbarte die Casio EX-Z1200 bei mittlerer und langer Brennweite: Entgegen dem übrigen Testfeld war die Auflösung nicht in der Bildmitte sondern auf halbem Weg zum Bildrand hin am höchsten. Als Ursache hat sich ein schlecht zentriertes Objektiv herausgestellt. Dagegen maßen wir bei der Nikon Coolpix S700 und kurzer Brennweite in der Bildmitte sogar eine Auflösung von über 100 Prozent. Das Ergebnis kam durch eine Überschärfung der Konturen zustande. Durch Absenken des Schärfegrads in den Kameraeinstellungen lässt sich der Effekt aber verkleinern. Allerdings ist der Verlust der Auflösung zum Bildrand hin deutlich zu erkennen, insbesondere bei mittlerer Brennweite. Dagegen liegt der Schwachpunkt der Olympus FE-300 bei kurzer Brennweite. In der Bildmitte ist die Auflösung zwar noch gut, aber zum Bildrand hin fällt sie extrem ab – hier liefert die Samsung NV 20 noch akzeptable Werte. Ansonsten wieder das gleiche Ergebnis: Die Auflösung lässt zum Bildrand hin stark nach. Bei mittlerer und langer Brennweite ist die Auflösung bereits in der Bildmitte mäßig, kann sich aber bis zum Rand recht lange halten und sinkt erst am äußersten Bildrand radikal ab.

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