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Pay-per-Click-Werbung

Pay-per-Click-Werbung (PPC) ist heute das mit Abstand erfolgreichste Werbemodell im Internet. Erfinder dieses Werbemodells war die US-Firma Goto.com, die sich später in Overture umbenannte und seit Ende Februar 2006 als Yahoo Search Marketing firmiert. Doch zum Erfolg führte Google dieses Werbemodell: Als Google im Jahr 2000 damit begann, zur jeweiligen Suchanfrage passende Textanzeigen – Google nennt diese Werbung AdWords – einzublenden, war dies der Durchbruch für den kommerziellen Erfolg der Suchmaschinen. Heute ist davon auszugehen, dass über 90 Prozent von Googles Erlösen aus diesen Anzeigen stammen.

Auch wenn es bei oberflächlicher Betrachtung viele Ähnlichkeiten zwischen Suchmaschinenoptimierung und der Buchung von PPC-Anzeigen gibt, so unterscheiden sich beide Marketingmaßnahmen ganz erheblich voneinander. Der für den Nutzer augenscheinlichste Unterschied ist, dass die PPC-Anzeigen als Werbung gekennzeichnet sind und farblich hervorgehoben werden. Aus Sicht des Onlinemarketers hingegen ist der Umstand, dass für AdWords-Werbung pro Klick bezahlt wird, der wichtigste Unterschied zur Suchmaschinenoptimierung.

Denn Suchmaschinenoptimierung stellt zunächst höhere Anforderungen, unter Umständen ist der komplette Webauftritt komplett zu überarbeiten; ist diese Anfangshürde allerdings genommen, bleiben die dann folgenden Fixkosten eher gering und der einzelne Klick an sich ist "kostenlos".

Möchte man Parallelen zum Offlinemarketing ziehen, so ist Suchmaschinenoptimierung am ehesten mit Public-Relations-Arbeit zu vergleichen. Bei beiden Aktivitäten ist der sich womöglich einstellende Nutzen nur sehr schwer vorherzusagen. So kann eine Pressemitteilung genauso ungelesen verpuffen, wie unter Umständen eine Optimierung keinerlei Positionsverbesserung mit sich bringen kann. PPC-Anzeigen hingegen entsprechen der klassischen Anzeigenbuchung, etwa in Zeitungen oder Magazinen. Hier wie dort kann man im Vorhinein abschätzen, wie viele Menschen die Werbebotschaft konsumieren werden. Und aus Erfahrungswerten lassen sich mit beiden Maßnahmen relativ leicht Größen wie etwa der ROI (Return On Invest) abschätzen. Für besonders kurzfristige Aktivitäten sind PPC-Anzeigen hervorragend geeignet.

Innerhalb kürzester Zeit, bei Google oftmals nur in wenigen Minuten, ist die Werbung aktiviert und sofort im Web zu sehen. Und genauso schnell können die Anzeigen auch wieder gestoppt werden. Damit ist PPC-Werbung eine ideale Werbeform für Sonderaktionen von Onlineshops.

Werbung bei Google
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Funktionsweise
PPC-Werbung funktioniert nach dem Auktionsmodell: Wer pro Besucher einen höheren Preis zu zahlen bereit ist, wird innerhalb der gelisteten Anzeigen weiter oben angezeigt und kann so mehr Besucher gewinnen. Die Mindestpreise für eine Buchung liegen meist bei 0,10 Euro pro Klick; nach oben setzt nur das Spiel von Angebot und Nachfrage eine Grenze. Für besonders begehrte Keywords wie etwa "Versicherungsvergleich" oder "Datenrettung" bezahlen Werbekunden bei Google teilweise mehr als 10 Euro für jeden einzelnen Klick.

Die Augsburger Suchmaschinenagentur explido stellt auf ihrer Website einen monatlichen Vergleich verschiedener Keywords zur Verfügung. Dort lassen sich nicht nur die ungefähren Preise für besonders begehrte Suchanfragen ermitteln; auch die zum Teil extrem unterschiedlichen Klickpreise zwischen den einzelnen PPC-Anbietern gehen aus dieser Aufstellung hervor .

Anbieter
Derzeit sind fünf Anbieter von PPC-Werbung in Deutschland aktiv. Neben Google, dem mit Abstand größten Anbieter, sind Yahoo Search Marketing und Miva die wichtigsten PPC-Vermarkter hierzulande.
* Google AdWords
* Mirago
* Miva
* Qualigo
* Yahoo Search Marketing (ehemals Overture)

Übrigens: Spätestens seit Googles Erfolg ab etwa 2000 spielen die Angaben im Keywords-Meta-Tag keine Rolle mehr bei der Sortierung der Suchergebnisse. Google beachtet den Inhalt dieses Tags nicht.

Das Website Handbuch. Programmierung und Design,
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Dieser Artikel ist die überarbeitete und gekürzte Version des entsprechenden Kapitels aus dem Buch: Das Website Handbuch. Programmierung und Design, von Christian Wenz, Tobias Hauser, Dr. Florence Maurice, ISBN: 978-3-8272-4465-9, 1168 Seiten - 1 DVD, 4-farbig, erschienen 18.6.2009, 39,95 Euro von Markt+Technik .

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