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Partitionen erstellen und Größe ändern - so geht's

27.07.2016 | 09:10 Uhr |

Partitionierung bedeutet, physikalische Datenträger in logische Einheiten einzuteilen. Dies gelingt sowohl mit einem Windows-Bordmittel als auch mit dem bootfähigen Linux-System Gparted Live.

Bei der Windows-Installation muss sich heute kein Anwender mehr den Kopf über ein sinnvolles Partitionieren der Festplatte(n) zerbrechen: Windows fragt während des Setups nach der Zielfestplatte und richtet dort selbstständig ein Partitionsschema ein. Und in dem noch häufigeren Fall, dass ein Notebook gleich mit einem vorinstallierten Windows 10 gekauft wurde, ist das System samt Partitionen sowieso schon vorab eingerichtet. Trotzdem gibt es Situationen, denen die Standardpartitionierung nicht gerecht wird, wenn man eine sehr große Festplatte in Daten- und Systempartitionen unterteilen möchte.

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Windows-Bordmittel: Die Datenträgerverwaltung

Für alle diese fortgeschrittenen Aufgaben gibt es Partitionierer, die der Festplatte eine Aufteilung in Partitionen verpassen. Keine Sorge: Eine Aufteilung gelingt auch, wenn die Festplatte bereits fertig partitioniert ist und schon Dateisysteme mit Daten enthalten sind.

Einen einfachen Partitionierer, der sich auf alle Windows-Dateisysteme versteht, bringt Windows bereits mit. Und mit Gparted gibt es alternativ hierzu ein Open-Source-Programm, das sämtliche wichtige Dateisysteme unterstützt, auch jene von Linux. Gparted kann einspringen, wenn die Fähigkeiten von Windows nicht ausreichen.

Der grafische Partitionierer unter Windows ist die „Datenträgerverwaltung“. Auf dem direkten Weg lässt sich diese über den Ausführen-Dialog aufrufen: Drücken Sie die Tastenkombination Win-R, geben Sie diskmgmt.msc ein und bestätigen Sie dann mit „OK“. In der Übersicht zeigt das Verwaltungswerkzeug einen grafischen Überblick aller physikalischen Datenträger samt ihrer Partitionen an. Allerdings haben hier Partitionen schon seit Windows Vista den Überbegriff „Volumes“ erhalten. Während Partitionen eine Festplatte in kleinere Einheiten unterteilen, fallen unter den Begriff „Volumes“ auch übergreifende Laufwerke, die sich über mehrere Festplatten erstrecken. Eine gewöhnliche Partition heißt in der Datenträgerverwaltung schlicht „Einfaches Volume“.

Übersicht: Standardpartitionen unter Windows

Die Datenträgerverwaltung dient schon seit Windows 7 auch dazu, das Partitionsschema von Windows-Volumes nachträglich ohne Datenverlust zu ändern.
Vergrößern Die Datenträgerverwaltung dient schon seit Windows 7 auch dazu, das Partitionsschema von Windows-Volumes nachträglich ohne Datenverlust zu ändern.

Je nach der eingesetzten Windows-Version und Systemarchitektur (32-Bit oder 64-Bit) unterscheidet sich die Standardaufteilung der Festplatte. Vorüber sind die Zeiten, als ein Datenträger genau eine Windows-Partition für Systemdateien und Benutzerdaten enthielt. Eine Windows-Installation verfügt heute über mindestens zwei Volumes – ein kleineres mit 100 bis 350 MB enthält die Bootumgebung und ein größeres das eigentliche System. Erforderlich machte die Aufteilung die Verschlüsselungstechnologie Bitlocker ab Windows Vista Enterprise/ Ultimate: Der Code zur Entschlüsselung des eigentlichen Systems ab dem Start muss unverschlüsselt auf einem separaten NTFS-Volume liegen. Ab Windows 8 liegt auf dem 350 MB großen Volume darüber hinaus das mitgelieferte Notfallsystem.

Ab Uefi, das als Firmware bei aktuellen PCs und Notebooks das herkömmliche Bios ersetzt hat, gibt es außerdem eine weitere Einteilung: Uefi sieht zwingend vor, dass es eine EFI-Systempartition (ESP) gibt, die mit FAT32 formatiert sein muss und neben dem Bootmanager auch den Entschlüsselungscode für Bitlocker aufnimmt. Bei Rechnern und Notebooks mit vorinstalliertem Windows 8/10 ist vom Hersteller zudem meistens noch ein Recovery-System mit einem Wiederherstellungs-Image auf zwei separaten Partitionen vorgegeben, um den PC bei Bedarf auch ohne Setup-DVD in den Auslieferungszustand zurückzuversetzen.

Wichtig ist, bei einer weiteren Aufteilung der Festplatte nur Platz von der größten verfügbaren Partition (Volume) abzuzweigen und die reservierten Partitionen nicht anzutasten. Dabei handelt es sich um jene Partition, die das Windows-System enthält und einen zugewiesenen Laufwerksbuchstaben hat, wie in der Datenträgerverwaltung zu sehen ist. Eine weitere, komplett leere Partition mit 128 MB, wie sie Windows 8/8.1/10 anlegen, ist in der Datenträgerverwaltung übrigens nicht zu sehen.

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Windows: Partitionen vergrößern oder verkleinern

Seit Windows 7 kann die Datenträgerverwaltung die Aufteilung der Festplatten in Volumes (Partitionen) nicht nur anzeigen, sondern Volumes mit einigen Mausklicks auch ohne Datenverlust verkleinern beziehungsweise vergrößern. Letzteres natürlich nur, wenn auf der Festplatte noch unpartitionierter Speicherplatz schon steht oder zuvor durch das Löschen eines Volumes freigeschaufelt wurde. Nach einem Rechtsklick auf das gewünschte Volume erscheint ein Dialogfenster mit dem Eintrag „Volume verkleinern“. Im darauffolgenden Dialogfenster gibt es dann die Möglichkeit, den Speicherplatz um eine bestimmte, maximal zulässige Größe zu verkleinern. Mit dem Bestätigen des Verkleinern-Buttons wird die Aktion ausgeführt und es erscheint im Anschluss daran eine Partition mit einem nicht zugeordneten Speicherplatz. Umgekehrt lässt sich eine Partition auch um den nachfolgenden, noch nicht zugeordneten Speicherplatz erweitern. Dazu muss man diese per Rechtsklick auswählen und in dem Dialogfenster die Option „Volume erweitern“ auswählen.

Gparted: Partitionierer für Fortgeschrittene

Das Live-System (bootfähig auf Plus-DVD 2) liefert den Partitionierer einsatzfertig mit. Ein Bootmenü begrüßt Sie beim Start des PCs mit der Plus-DVD.
Vergrößern Das Live-System (bootfähig auf Plus-DVD 2) liefert den Partitionierer einsatzfertig mit. Ein Bootmenü begrüßt Sie beim Start des PCs mit der Plus-DVD.

Soll eine Partition mit einem Dateisystem verkleinert oder vergrößert werden, das von Windows nicht erkannt wird, weil es sich beispielsweise um eine Linux-Partition handelt, dann muss die Datenträgerverwaltung passen. Ein anderes Werkzeug springt ein: Der bewährte Partitionierer Gparted unterstützt mehrere Dateisysteme und liegt in dem bootfähigen System Gparted Live , das ganz unabhängig von einem installierten Windows- oder Linux-System startet.

Damit Gparted mit Windows-Volumes arbeiten kann, müssen diese zu einem Neustart komplett ausgehängt sein – Windows 8/8.1/10 dürfen also nicht im Fastboot-Modus heruntergefahren werden, was jedoch der Standard ist. Um das zu umgehen, halten Sie zum völligen Ausschalten dieser Windows-Systeme einfach die Umschalttaste gedrückt, bevor Sie aus der Charms-Leiste die Funktion „Herunterfahren“ auswählen. In Gparted lassen sich Partitionen mithilfe eines Klicks auswählen und im nachfolgenden Schritt über den Punkt „Größe ändern/ Verschieben“ in ihrer Größe anpassen. Anders als in der Datenträgerverwaltung müssen Sie immer erst alle Änderungen mit einem Klick auf „Apply“ bestätigen, bevor die Aktion schließlich ausgeführt wird.

Eine obligatorische Warnung: Sowohl Gparted als auch die Datenträgerverwaltung arbeiten zuverlässig, es besteht aber bei allen Änderungen an Partitionsschemata immer ein Risiko des Datenverlusts. Etwa, wenn der PC in einem ungünstigen Fall abstürzt oder der Strom ausfällt. Daher empfiehlt es sich, vor diesen Eingriffen die wichtigen Daten zu sichern.

Dateisystem

Anlegen

Verkleinern

Vergrößern

System

FAT16

ja

ja

ja

Windows

FAT32  

ja

ja

ja

Windows

NTFS

ja

ja

ja

Windows

Exfat

nein

nein

nein

Windows

Ext2/3/4

ja

ja

ja

Linux

HFS

ja

ja

nein

Mac OS X

HFS+

ja

ja

  nein  

Mac OS X

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