Papierkorb: Fehler beim Löschen auf eingehängten Partitionen
Der Windows-Papierkorb (2000, XP) weigert sich unter NTFS, einen Ordner zu löschen. Er begründet das unter Windows 2000 mit der Aussage:„Die Quelldatei ist möglicherweise geöffnet.“ Das ist aber offensichtlich falsch. Und auch die Kontrolle der NTFS-Zugriffsrechte zeigt, dass Sie zum Löschen des Ordners berechtigt sind.
Die PC-WELT klärt auf: Der Papierkorb greift hier zu einer Notlüge, weil er nicht durchblickt. NTFS sieht seit Windows 2000 in der Datenträgerverwaltung die Möglichkeit vor, auf einer NTFS-Partition ein komplettes anderes Laufwerk aus Gründen der Übersicht als Ordner einzuhängen. Statt eines Laufwerks D: entsteht somit etwa ein Ordner C:\Daten. Die Organisation des Papierkorbs wurde aber nicht an diese neue Option angepasst– er orientiert sich weiterhin an Laufwerken– eingehängte Laufwerke sind für ihn ganz normale Ordner. Je nachdem, ob es sich bei dem Löschobjekt um einen Unterordner oder eine Datei handelt, reagiert er unterschiedlich fehlerhaft: Dateien verschiebt er in den \Recycler-Ordner des falschen Laufwerks – bei größeren Dateien kann das eine Weile dauern. Das Gleiche gilt, wenn Sie die Datei wiederherstellen möchten.
Bei zu löschenden Ordnern erkennt er offensichtlich ein logisches Problem: Erweigert sich, die Daten physikalisch auf eine andere Partition zu schaufeln, und gibt die genannte Meldung aus.
Natürlich können Sie in dieser Situation trotzdem Daten löschen – allerdings nur am Papierkorb vorbei. Verwenden Sie dazu im Windows-Explorer den radikalen Lösch-Hotkey Shift-Entf. Die Eingabeaufforderung schert sich ebenfalls nicht um den verwirrten Papierkorb. Mit „del“ oder „rd“ löschen Sie Dateien beziehungsweise Ordner ohne Fehlermeldung.
Autostart-Analyse: Ein Windows startet selten allein
Windows (ME, XP) verspricht in der zugehörigen Online-Hilfe, dass Sie mit Msconfig.EXE „Konfigurationseinstellungen in Windows einfach zurücksetzen oder ändern“, wobei Programme im Ordner „Autostart“ ebenso wie in der Registrierung einbezogen sind. Tatsächlich lässt das Tool von Windows ME und XP aber wichtige Start-Optionen unberücksichtigt.
Die PC-WELT klärt auf: Msconfig analysiert zwar die Einträge im bekannten Registry-Schlüssel „Hkey_Local_Machine\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run“, nicht aber dessen undokumentierte Erweiterung. Sowohl unter Windows ME als auch 2000 ist es nämlich möglich, in einem weiteren Unterschlüssel beliebigen Namens weitere Autostart-Programme einzutragen.
Unter Windows 2000 und XP gibt es eine weitere undokumentierte Startrampe für Trojaner und andere unerwünschte Programme, die Msconfig ignoriert: Im Registry-Schlüssel „Hkey_Local_Machine\Software\ Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\ Winlogon“ befindet sich die Zeichenfolge „Userinit“ mit dem Standardwert „c:\windows\system32\userinit.exe,“. Das Programm Userinit.EXE dient lediglich dazu, die System-Shell – also in aller Regel den Windows-Explorer – im gleichen Registry-Schlüssel auszulesen und zu starten. Nach dem Komma können jedoch weitere Programmaufrufe eingetragen sein, die das System dann ebenfalls bei jedem Logon ausführt – theoretisch sind mehrere, jeweils durch Kommata getrennte Aufrufe möglich.
Schließlich gibt es eine Explorer-Einstellung in allen Windows-Versionen, für die sich das Troubleshooting-Werkzeug Msconfig nicht zuständig sieht: Wer in den Ordneroptionen unter „Ansicht“ die Option„Vorherige Ordnerfenster bei der Anmeldung wiederherstellen“ aktiviert hat, darf sich nicht wundern, wenn sich nach dem Logon etliche Ordnerfenster öffnen.
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