07.01.2012, 07:19

Sascha Alexander

AmigaOS, OS/2, CP/M, DOS

Von BeOS zu Haiku

Anfang der 90er Jahre nutzten diverse Hardwarehersteller Apples PowerPC als Referenzarchitektur, um eigene Mac-Klone zu entwickeln. Doch mit Be Inc. gab es auch eine Partnerfirma, die einen anderen Weg ging: Sie portierte ihr Betriebssystem BeOS auf die Mac-Plattform.
Vielleicht spekulierten die Leute bei Be damals darauf, dass Apple seine nächste Betriebssystemgeneration, Codename Copland, nicht fertig bekommen würde (was ja auch passierte), und stattdessen auf Be setzen könnte. Vielleicht war Be aber auch einfach auf der Suche nach neuen Märkten für BeOS, nachdem das Unternehmen mit eigenen Rechnern gescheitert war. Wie auch immer: Das Schicksal von BeOS sollte als ein Beispiel für verpasste Chancen in die Geschichte des Personal Computings eingehen.
1990 hatte der ehemalige Apple-Manager Jean-Louis Gassée Be gründet. Ziel war eine neuartige Systemplattform, die im Kern aus BeOS und der Rechnerarchitektur BeBox bestand. Als Prozessor dienten die Hobbit-CPUs von AT&T. Als diese nicht mehr weiterentwickelt wurden, musste Be sein System neu aufsetzen und verwendete nachfolgend PowerPC-Prozessoren. Ebenso wurde BeOS für die konkurrierenden PowerPC- sowie Intel-Pentium-Rechner angepasst.
Dank dieser Cross-Plattform-Strategie sowie der Multithreading-Architektur und "Medienfreundlichkeit" von BeOS konnte der Hersteller insbesondere Entwickler digitaler Medien und Technik-Fans für sich gewinnen. Anwendern konnten mit BeOS mehrere Videos gleichzeitig ablaufen lassen, ohne dass es ruckelte oder gar das Systems abstürzte wie dies bei Pentium-II-Rechnern durchaus geschehen konnte.
Leider ließ sich mit BeOS nie viel Geld verdienen, und Verkaufsverhandlungen mit Apple Mitte der 90er Jahr scheiterten am Preis. Stattdessen erwarb Apple den Anbieter NeXT und dessen Betriebssystem und holte damit zugleich den zwischenzeitlich abtrünnig gewordenen Steve Jobs wieder ins Unternehmen. Be wurde schließlich 2001 an den Handheld-Hersteller Palm verkauft, der die Entwicklung bald darauf einstellte.
Die Fangemeinde hält BeOS über Websites wie BeBits.com aber bis heute am Leben. Nachdem Palm das Betriebssystem aufgegeben hatte, machte sich eine Reihe Open-Source-Projekte an den Umbau des nun inoffiziell genannten OpenBeOS. Dabei entstanden Be-kompatible Programmierschnittstellen für Linux or BSD, die wiederum unter Namen wie Blue-Eyed OS kursierten. Da Palm kein Interesse an einer Patentklage hatte, konnte die BeOS-Gemeinde schließlich einen neuen Namen für den Nachfolger suchen: Haiku (mehr zu Be und BeOS finden Sie hier).
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Diskutieren Sie mit anderen Lesern über dieses Thema:
PC-WELT-Experten lösen Ihr PC-Problem
Immer informiert mit dem PC-WELT Newsletter
Best-of PC-WELT   PC-WELT Apps
PC-WELT Business-IT   PC-WELT Community
Facebook-Freunde empfehlen
3x PC-WELT testen!
Ja, ich teste 3x die PC-WELT mit DVD für nur 11,90 € (19,- Sfr). Den 4 GB USB-Stick erhalte ich gratis dazu.
PC-WELT 6/ 2012
Anrede:
Vorname:
Nachname:
Straße/Nr:
PLZ/Ort:
Land:
E-Mail:
Nur wenn ich innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der 3. Ausgabe nichts von mir hören lasse, möchte ich die PC-WELT mit DVD zum gleichen Preis weiterbeziehen (D: 55,80 €/Jahr, EU: 64,80 €/Jahr, CH: 103,70 Sfr/Jahr). Nach dem Testzeitraum ist der Bezug jederzeit kündbar.
Ich bin damit einverstanden, dass die IDG Tech Media GmbH und ihre Partner mich per E-Mail über interessante Vorteilsangebote informieren.
- Anzeige -
Angebote für PC-WELT-Leser

PC-WELT Verleihshop
Keine Abogebühren oder unnötige Vertragsbindungen. DVDs und Spiele bequem von zu Hause aus leihen.

Tarifrechner
Der PC-WELT Preisvergleich für Strom, Gas und DSL. Hier können Sie Tarife vergleichen und bequem viel Geld sparen.

PC-WELT Preisvergleich
In unserem großen Preisvergleich finden Sie die günstigsten Preise und alle redaktionellen Tests auf einen Blick.

- Anzeige -
Marktplatz
DELL

Dell Vostro 3550 Business Notebook
Komfort eines erweiterten Arbeitsbereichs, ohne mobile Anforderungen zu beeinträchtigen.

Congstar

congstar Full Flat nur noch 39,99€
Endlos in alle dt. Netze telefonieren, beste D-Netz-Qualität.

Congstar

Der günstige Tarif für Vielsurfer
congstar Smart 100. Surfen und telefonieren im besten D-Netz.

CosmosDirekt

CosmosDirekt Riesterrente
Mit der Riester-Rente privat mit hohen staatlichen Zulagen fürs Alter vorsorgen.

69750
Content Management by InterRed