06.09.2007, 08:51

Liane Dubowy, Enrico Thierbach

Paketmanager einsetzen oder Quellcode kompilieren

Pakete installieren und entfernen

Haben Sie den Namen des gewünschten Pakets herausgefunden, bewirkt der Konsolenbefehl „apt-get install <Paketname>“, dass apt automatisch alle benötigten Dateien aus dem Internet lädt und installiert. KOffice installieren Sie etwa mit dem Befehl
apt-get install koffice
Sind für den Betrieb des gewünschten Pakets noch weitere Anwendungen nötig oder müssen unpassende Pakete entfernt werden, präsentiert apt eine Liste der geplanten Vorgänge. Erst wenn Sie das mit <Return> bestätigen, installiert apt die Pakete.
Möchten Sie ein Paket wieder entfernen, verwenden Sie „apt-get remove <Paketname>“. Mit einem einzigen Befehl können Sie auch gleichzeitig Pakete installieren und entfernen; manchmal ist das sogar nötig, damit Abhängigkeiten erfüllt bleiben. So ersetzt etwa
apt-get install exim4+ postfix-
in einem Schritt das Paket „postfix“ durch „exim4“.
Bei der Installation empfiehlt apt manchmal die Installation zusätzlicher Pakete. Diese sind nicht unbedingt notwendig, Sie sollten aber in Erwägung ziehen, sie mit einem weiteren „apt-get install“-Befehl zu installieren. Der KDE-Desktop zum Beispiel funktioniert grundsätzlich auch ohne Ton, die meisten Benutzer möchten aber Sound-Support. apt empfiehlt deshalb die Installation der „esound“-Pakete.
Tipp: Wird der Festplattenplatz knapp, sollten Sie die apt-Archive entrümpeln. apt bewahrt heruntergeladene Pakete in /var/cache/apt/archives auf. Mit apt-get cleanl öschen Sie diese von der Festplatte – sie werden ja nicht mehr benötigt.
Distributionen mixen
Die Debian-Distribution gibt es in mehreren Versionen: „stable“, „testing“ und „unstable“. Die Programme in „stable“ sind gründlich getestet und perfekt aufeinander abgestimmt, die Versionsnummern aber meist etwas angestaubt. Die Version „testing“ ist ebenfalls umfassend getestet, während „unstable“ besonders aktuelle Pakete enthält.
Legen Sie im Einzelfall Wert auf neueste Features, dann können Sie die betreffenden Programme mit „apt“ einzeln aus „testing“ oder „unstable“ nachinstallieren. Unter dem Stichwort „apt-pinning“ finden Sie dazu Anleitungen im Internet.
Allerdings ist es nicht immer unproblematisch, Pakete aus verschiedenen Versionen zu mischen. Eine Alternative bietet Backports. Dort finden Sie aktuellere Programmversionen, die extra für Debian „stable“ gepackt wurden. Wie Sie das Backports-Repository in Ihr System einbinden, erfahren Sie ebenfalls auf dieser Website.
Synaptic: apt mit Komfort
Synaptic ist ein komfortables grafisches Front-End für apt, unter Ubuntu nutzen Sie es standardmäßig zur Software-Installation auf dem Desktop. Sie starten es hier über „System, Administration, Synaptic-Paketverwaltung“. Aktualisieren Sie zunächst mit <Strg>-<R> die Paketlisten, dann ermittelt Synaptic die zur Verfügung stehenden Versionsnummern.
Über den Button „Suche“ fahnden Sie gezielt nach einem Paket, mit „Selektionen“ stöbern Sie in den Rubriken. Bereits installierte Software ist mit einem grünen Kästchen gekennzeichnet. Wenn Sie eine Software in der Liste markieren, zeigt Synaptic unten im Fenster eine kurze Beschreibung.
Neue Software installieren Sie, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den betreffenden Eintrag klicken und „Zum Installieren vormerken“ wählen. apt beziehungsweise Synaptic überprüft dann die Abhängigkeiten und zeigt gegebenenfalls eine Liste von Programmen an, die zusätzlich installiert werden müssen. Mit einem Klick auf „Vormerken“ bestätigen Sie das.
Zum Abschluss klicken Sie auf „Anwenden“, dann zeigt Synaptic eine Zusammenfassung der geplanten Installation an. Schließlich lädt das Tool die gewünschte Software aus dem Internet und richtet sie auf Ihrem System ein.
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