PDA: Sekretär für die Hemdtasche

Donnerstag den 03.07.2003 um 09:31 Uhr

von Michael Schmelzle

Eigentlich ist ja schon ein Taschenrechner mit Notizbuchfunktion ein PDA (Personal Digital Assistant). Wir halten uns aber an die Definition von John Sculley, dem Ex-Chef des PC-Pioniers Apple. Seine Vorstellungen, was ein PDA alles können muss, verwirklicht er mit dem Newton 1993: Stift und berührungsempfindliches Display erlösen alle Wurstfinger, die sich mit winzigen Tasten abquälen. Der Newton besitzt ein Betriebssystem, für das Apple auch nützliche Software entwickelt. Allerdings gerät die Handschriftenerkennung ob der ulkigen Wortschöpfungen zur Lachnummer.

Noch im selben Jahr bringt Casio den vermeindlichen Newton-Killer Zoomer, doch kommerziell erfolgreich ist erst Palm 1995: Der Pilot verkauft sich allein im ersten Jahr über eine Million Mal. Die Firma unterstützt gezielt freie Programmierer für das einfach gestrickte Betriebssystem Palm-OS, so dass schon bald Software für fast jeden Zweck gratis im Internet zu haben ist. Konkurrenz kommt 1999 mit dem Pocket-PC, der auf Win CE basiert und so weitgehend kompatibel zu Microsofts Windows-Welt ist.

Ach ja, die Handschriftenerkennung: Bei der Palm-Familie heißt sie Graffiti und muss ebenfalls erst trainiert werden, damit etwas Sinnvolles herauskommt. Beim Pocket-PC funktioniert sie in jedem Fall besser als beim Urahn Newton, vernünftige Erkennungsraten bis zu 90 Prozent schafft aber erst der Tablet PC. Doch selbst diese seit 2002 marktreife Kreuzung aus PDA und Notebook sorgt ab und an noch mit obskuren Neologismen für Verwirrung.

Donnerstag den 03.07.2003 um 09:31 Uhr

von Michael Schmelzle

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