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PC clever ausrüsten - so klappt es ganz sicher

07.02.2014 | 06:09 Uhr |

Sie wollen Teile Ihres Rechners austauschen oder den PC aufrüsten? Keine Sorge - mit unseren Tipps vermeiden Sie die schwersten Fehler mögliche Schäden an der Hardware.

Ihr Rechner lahmt, die Grafikkarte kommt mit neuesten Spielen nicht mehr klar und/oder die Festplatte ist längst zu klein geworden? Dann rüsten Sie Ihren Rechenknecht doch einfach auf. PC-Komponenten sind günstig wie nie und selbst der Einbau einer neuen Hauptplatine lässt sich rasch bewältigen. Wir erklären Ihnen, wie Sie die meisten Upgrade-Probleme beim Einbau von Prozessor, Hauptplatine, Kühlkörper, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte/SSD sowie eines neuen Netzteils umgehen.

1. Was es beim Wechseln des Prozessors zu beachten gilt
Einen neuen Prozessor einzubauen, ist gar nicht so schwer. Prozessoren sind so gebaut, dass sie nur in einer Position in den Sockel auf der Hauptplatine passen und nicht verdreht werden können. Außerdem benötigen Sie zum Einbau keine Werkzeuge. Beim Kauf eines Prozessors lassen Sie sich am besten vom Verkäufer zusichern, dass das gewählte Modell, die gewünschte Hauptplatine und der Lüfter zueinander kompatibel sind.

Als Erstes ist es wichtig, dass Sie die Sauberkeit des Sockels sicherstellen. Es dürfen keine Staubpartikel oder andere Verunreinigungen auf dem Sockel liegen. Falls der Sockel auf irgendeine Weise verunreinigt sein sollte, kann es sein, dass der Prozessor nicht richtig auf dem Sockel sitzen wird. Bevor Sie den Prozessor also in den Sockel stecken, sollten Sie Letzteren deshalb genau untersuchen (ohne irgendwelche Kontakte zu berühren!) und dabei sicherstellen, dass sich nichts auf dem Sockel befindet, das den Prozessor stören könnte. Der richtige Sitz und die richtige Ausrichtung sind das Allerwichtigste, wenn Sie eine CPU installieren.

Bei AMD-Prozessoren ist es darüber hinaus essentiell, dass Sie keine Pins verbiegen. Die Intel-Prozessoren nutzen eine andere Art der Befestigung und haben keine Pins auf deren Unterseite (die Pins sind im Sockel). Aber die AMD-Chips haben immer noch Hunderte von empfindlichen Pins, die relativ einfach zu verbiegen sind. Wenn Sie also eine AMD-CPU einbauen, sollten Sie diese nur an den Seiten anfassen und die Unterseite auf Verbiegungen untersuchen. Beim Einbau auf den Sockel sollten Sie so wenig Kraft wie möglich aufwenden. Im Idealfall sollten die AMD-Prozessoren einfach in den Sockel fallen.

PC-Tuning: So feilen Sie an den richtigen Stellen

Die Größe und Leistung des Prozessorkühlers muss mit dem jeweiligen Prozessormodell korrespondieren.
Vergrößern Die Größe und Leistung des Prozessorkühlers muss mit dem jeweiligen Prozessormodell korrespondieren.
© Enermax

2. So befestigen Sie den Kühlkörper am Prozessor
Wenn unerfahrene PC-Bastler versuchen, CPU-Kühler oder Kühlkörper einzubauen , machen sie häufig drei Fehler: Sie verwenden zu viel (oder zu wenig) Wärmeleitpaste, sie positionieren den Kühler nicht richtig oder sie bauen den Ventilator falsch herum ein. Bevor Sie den CPU-Kühler installieren, sollten Sie sicherstellen, dass der Hitzeverteiler vom Chip und die Kühlerbasis sauber sind. Hat der Verkäufer bereits etwas Wärmeleitpaste für Sie auf den Kühler aufgebracht, können Sie die folgenden Schritte überspringen. Ansonsten ist es nun wichtig, die richtige Menge qualitativ hochwertiger Wärmeleitpaste aufzubringen. Die Wärmeleitpaste vereinfacht den Wärmetransport vom Chip zur Basis des Kühlkörpers. Wenn Sie zu viel oder zu wenig Wärmeleitpaste verwenden, ist der Wärmetransport nicht ideal. Bringen Sie gerade so viel Wärmeleitpaste auf, dass der Wärmeverteiler des Prozessors mit einer papierdicken Schicht überzogen ist. Ein Klecks, der etwas kleiner als eine Erbse ist, sollte im Normalfall ausreichen.

Außerdem ist es wichtig, dass Sie sich vom richtigen Sitz des Kühlkörpers überzeugen, er sollte in Kontakt mit der CPU stehen. Stellen Sie sicher, dass sich nichts in der Umgebung des Sockels befindet, das den Kühler stören könnte. Wenn Sie den Kühlkörper über der CPU positionieren, schauen Sie, dass er flach aufliegt. Denn ist der CPU-Kühler auch nur leicht gekippt, wird sich der Prozessor wahrscheinlich überhitzen und Schaden nehmen. Achten Sie zudem auf das Lüfterkabel – es darf keine anderen Bauteile berühren. Wenn Sie über einen Tower-artigen Kühler verfügen, ist es wirklich wichtig, diesen so einzubauen, dass die Flügelräder die Luft über die wärmeableitenden Lamellen in Richtung des Ausgangslüfters blasen. Typischerweise bedeutet dies, dass der Lüfter in Richtung eines Ausgangslüfters, der sich auf der Rückseite oder oben auf dem Gehäuse befindet, zeigen muss. Achten Sie dabei insbesondere auf das Design Ihres Lüfters, da manche rückseitig montierte Lüfter die Luft tatsächlich einsaugen.

Vor dem Einsetzen der Hauptplatine ins Gehäuse montieren Sie die passende Anschlussblende sowie den Prozessor und bringen noch den Prozessorkühler an.
Vergrößern Vor dem Einsetzen der Hauptplatine ins Gehäuse montieren Sie die passende Anschlussblende sowie den Prozessor und bringen noch den Prozessorkühler an.
© Foxconn

3. Neue Hauptplatine richtig ins Gehäuse einbauen
Die Installation der Hauptplatine – des Mother- oder Mainboards – gehört zu den komplizierteren Aufgaben, wenn Sie einen Rechner zusammenbauen oder aufrüsten. Zwar ist der Einbauvorgang grundsätzlich relativ einfach, aber Sie benötigen einige Abstandsbolzen und Schrauben an der richtigen Stelle. Und wenn etwas schiefläuft, kann es schwierig sein, die Hauptplatine wieder herauszuziehen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie mit dem Einbau schon fast fertig waren und zusätzlich noch einige bereits eingebaute Erweiterungskarten entfernen müssen.

Bevor Sie das Motherboard in das Gehäuse einbauen, sollten Sie zwei andere Aufgaben erledigen. Bauen Sie die zur Hauptplatine gehörende Gehäuseanschlussblende ein und montieren Sie die CPU und den Kühler. Sie können die Anschlussblende später, wenn das Motherboard bereits montiert ist, nicht mehr anbringen, also tun Sie es vorher. Und wenn Ihr Gehäuse nicht die passenden Aussparungen in dessen Motherboard-Schacht für die CPU-Kühler-Montage bietet, Sie den Kühler aber schon angebracht haben, dann sollten Sie sich jetzt ebenfalls um diese Aussparungen kümmern.

4. Die richtigen Abstandhalter für die Hauptplatine
Eines der häufigsten Probleme, die PC-Bastlern begegnen, bezieht sich auf die Messing-Abstandsbolzen, die bei den meisten Gehäusen mitgeliefert werden. Da es sich bei Messing um ein relativ weiches Metall handelt, ist es ziemlich einfach, die Gewinde kaputt zu machen. Stellen Sie sicher, dass Sie lediglich so viel Kraft aufbringen, dass diese rutschfest auf dem Motherboard-Schacht befestigt sind. Handfest angezogen ist normalerweise ausreichend. Passen Sie auf, wenn Sie die Schrauben anziehen, die die Hauptplatine auf den Abstandsbolzen halten. Auch hier sollten Sie darauf achten, die Gewinde nicht zu beschädigen.

Ziehen Sie die Schrauben nur so fest an, bis das Motherboard gehalten wird, ohne irgendwelche Vibrationen zu verursachen. Es gibt keinen Grund, die Schrauben fest anzuziehen und unnötigen Druck auf die Hauptplatine auszuüben. Sie sollten so viele Abstandsbolzen verwenden, wie für das Motherboard vorgesehen sind. Wenn Sie zusätzliche Abstandsbolzen unter dem Motherboard haben, die nicht zu den Schraubenlöchern passen, dann sollten Sie diese entfernen. Zusätzliche Abstandsbolzen unter einem Motherboard können einen Kurzschluss verursachen oder sogar das Motherboard selbst beschädigen.

Kaufentscheid: SSD oder klassische Festplatte?

Die Arbeitsspeichermodule sind einfach zu installieren, da sie lediglich in die dafür vorgesehenen Steckplätze auf der Hauptplatine geschoben werden.
Vergrößern Die Arbeitsspeichermodule sind einfach zu installieren, da sie lediglich in die dafür vorgesehenen Steckplätze auf der Hauptplatine geschoben werden.
© Qimonda

5. Arbeitsspeichermodule in die Steckplätze einsetzen
Der Arbeitsspeicher (RAM) ist eine der am einfachsten zu installierenden Komponenten. Vorausgesetzt natürlich, dass Sie die richtige RAM-Art für Ihr System gekauft haben. Dann passt der Arbeitsspeicher nur auf eine Art in den dafür vorgesehenen Steckplatz . Bevor Sie irgendetwas tun, sollten Sie sich jedoch das Benutzerhandbuch Ihres Motherboards durchlesen. So erfahren Sie, welche Arbeitsspeichersteckplätze Sie benutzen sollen. Die meisten aktuellen Systeme setzen Doppel-, Triple- oder sogar Vier-Kanal-Arbeitsspeicherkonfigurationen voraus, um die optimale Leistungsfähigkeit zu erreichen.

Zudem müssen die Arbeitsspeicher in den richtigen Steckplätzen eingebaut werden, um eine Mehrkanaloperation zu gewährleisten. Für den Fall, dass Sie den Arbeitsspeicher in die falschen Steckplätze montieren, wird das System wahrscheinlich trotzdem booten, es wird jedoch möglicherweise nur im Einkanal-Modus arbeiten. Dies würde die Leistungsfähigkeit nachteilig beeinflussen. Außerdem sollten Sie bei den Arbeitsspeichern auf deren Höhe achten. Viele sehr leistungsfähige Module haben relativ hohe Wärmeableiter, die unter Umständen nicht in kompakte Gehäuse passen.

Moderne Grafikkarten zeichnen sich durch ihre hohe Performance bei niedriger Lautstärke aus.
Vergrößern Moderne Grafikkarten zeichnen sich durch ihre hohe Performance bei niedriger Lautstärke aus.
© Asus

6. So montieren Sie eine neue Grafikkarte
Obwohl auch der Einbau einer Grafikkarte relativ einfach ist, sollten Sie ein paar Dinge beachten. Beinahe alle neuen Grafikkarten, die zurzeit erhältlich sind, wurden für die Nutzung mit einem PCI-Express-x16-Slot, der auch PEG-Slot (PCI Express Graphics) genannt wird, gestaltet. Viele Hauptplatinen verfügen über mehrere physikalische PCIe- x16-Steckplätze, aber nicht all diese Anschlüsse haben eine echte elektrische x16- Verbindung zum Chipsatz. Typischerweise sollten Sie eine Grafikkarte im obersten PEG- Slot (der dem CPU-Sockel am nächsten ist) montieren, um eine optimale Leistungsfähigkeit sicherzustellen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Steckplätze bei Ihrem Motherboard die Grafikkarte am besten unterstützen, dann sollten Sie sich das Benutzerhandbuch Ihres Motherboards ansehen. Dort steht, welche Slots echte x16-Slots sind.

Zahlreiche aktuelle und sehr leistungsstarke Grafikkarten benötigen eine zusätzliche Stromversorgung. Stellen Sie deshalb sicher, eine Stromversorgung zu wählen, die über eine ausreichend große Leistungsfähigkeit für Ihre Grafikkarte verfügt. Darüber hinaus sollten Sie daran denken, die notwendigen Kabel anzuschließen, bevor Sie Ihr System hochfahren. Wenn die notwendigen Stromkabel nicht angeschlossen sind, wird Ihr System möglicherweise nicht hochfahren.

Überprüfen Sie, ob die Arbeitsspeicher der Grafikkarte nicht zu nahe kommen. Wenn Sie die Haltefedern der RAM-Module geschlossen haben, dürfen diese nicht mehr im Weg sein. Aber wenn die Haltefedern geöffnet sind, können sie in Kontakt mit der Grafikkarte kommen und Schaden verursachen.

Alternativ: So erhöhen Sie die Leistung Ihrer Grafikkarte

Achten Sie bei der Montage der Festplatte darauf, dass sie keine anderen Komponenten im Gehäuse berührt.
Vergrößern Achten Sie bei der Montage der Festplatte darauf, dass sie keine anderen Komponenten im Gehäuse berührt.
© Western Digital

7. Festplatte oder SSD im Gehäuse befestigen
Eine Festplatte oder SSD einzubauen, ist normalerweise einfach, aber auch hier gibt es ein paar Dinge zu beachten, damit alles optimal platziert ist. Bei einer SSD montieren Sie das Laufwerk zunächst in den passenden Halterahmen, damit sich das Gerät wie eine Festplatte im PC-Gehäuse befestigen lässt. Vor allem bei kompakten PC-Gehäusen wird die Festplatte oder die SSD neben den Erweiterungssteckplätzen befestigt. Wenn die Festplatte/SSD senkrecht zu dem Hauptplatinenschacht in das Gehäuse geschoben wird, ist es in der Regel das Beste, wenn sich die Anschlüsse der Festplatte auf der Rückseite des Systems befinden. So können Sie die Kabel hinter den Motherboard-Schacht legen. Falls die Festplatte jedoch parallel zum Motherboard-Schacht eingeführt werden muss, sollten Sie darauf achten, dass die Festplatte/SSD nicht mit Erweiterungskarten in Kontakt treten wird. Bei vielen mittelgroßen Towern und Minitowern kann es passieren, dass die Festplatte einer größeren Grafikkarte im Weg ist. Hier müssen Sie besonders gut darauf achten, dass Sie den richtigen Ort für die Festplatte finden.

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