Systemwartung

PC aufräumen

Sonntag den 18.11.2012 um 08:55 Uhr

von Christian Löbering

Die wichtigste Wartungsaufgabe bei Windows-PCs ist das Entschlacken des Systems. Alle dafür nötigen Funktionen finden Sie im PC-WELTService-Center nach einem Klick auf „PC aufräumen“.

Jeden Monat: Überflüssige Daten löschen. Windows selbst und auch die darauf installierte Software arbeitet in den seltensten Fällen wirklich sauber. So bleiben bei Deinstallationen häufig Dateien übrig, im normalen Betrieb werden temporäre Dateien angelegt und nicht mehr gelöscht oder alte Sicherungskopien vergessen zu entfernen. Um Ihr System gründlich zu reinigen, bietet das Service-Center die Funktion „Überflüssige Daten löschen“. Sie entfernt in der Standardeinstellung temporäre Dateien, die von Windows und Software hinterlassen werden, Cookies, löscht den Browserverlauf, Hotfix-Deinstallationsdateien und vieles mehr. Da diese Reinigung bei der 1-Klick-Optimierung später automatisch durchgeführt wird, sollten Sie sie zuvor einmal so einstellen, dass genau das entfernt wird, was gelöscht werden soll. Klicken Sie dazu auf „Ccleaner einstellen ➞ Analysieren“. Daraufhin prüft das Programm anhand der Standardeinstellung, welche Dateien bei einer Reinigung gelöscht würden. Klicken Sie in der Ergebnisliste auf die einzelnen Einträge, um die Dateiliste dazu zu sehen. Damit bestimmte Einzeldateien nicht gelöscht werden, klicken Sie sie mit der rechten Maustaste an, und wählen „Als Ausnahme hinzufügen“. Um ganze Rubriken auszuklammern oder hinzuzufügen, entfernen oder setzen Sie den Haken davor auf den Registerkarten „Windows“ und „Anwendungen“.

Tipp: Wiederherstellungspunkte brauchen viel Speicherplatz, und jeden Tag kommt ein neuer hinzu. Eigentlich brauchen Sie im Falle eines Falles aber immer nur den aktuellsten. Sie klicken also auf „Ccleaner einstellen ➞ Extras ➞ Systemwiederherstellung“, markieren bei gedrückter Strg-Taste alle Wiederherstellungspunkte, die gelöscht werden sollen, und klicken auf „Entfernen“.

Jeden Monat: Autostart aussortieren. Wenn Windows beim Starten ewig braucht, bis Sie es benutzen können, dann liegt das meist daran, dass viele Programme automatisch gestartet werden. Um in den Autostart-Rampen von Windows aufzuräumen, klicken Sie auf „Autostart aussortieren ➞ Autostart“. Daraufhin analysiert Ccleaner die verschiedenen Startrampen und zeigt alle enthaltenen Einträge an.

Die wichtigste Registerkarte ist „Windows“. Klicken Sie hier doppelt auf alle Einträge, bei denen Sie sich sicher sind, dass Sie sie nicht im Autostart brauchen. In der ersten Spalte jedes abgewählten Eintrags steht nun „Nein“. Dann starten Sie den PC neu, um zu testen, ob alles funktioniert (und Windows schneller startet). Möchten Sie einzelne Autostarts wieder aktivieren, öffnen Sie erneut die Autostart-Oberfläche des Ccleaner und doppelklicken auf die deaktivierten Einträge.

Übrigens: Auf der Registerkarte „Internet Explorer“ können Sie Browser-Erweiterungen (Active-X-Elemente) abschalten. Unter „Scheduled Tasks“ misten Sie die geplanten Aufgaben aus, unter „Context Menu“ entfernen Sie Funktionen aus dem Menü, das erscheint, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf eine Datei oder einen Ordner klicken.
Was auf den ersten Blick verwirrend wirkt, ist das äußerst
praktische Tool Win Dir Stat. Damit spüren Sie ganz einfach große
Dateien auf, die in irgendwelchen Unterordnern vergraben sind und
dort vergessen wurden.
Vergrößern Was auf den ersten Blick verwirrend wirkt, ist das äußerst praktische Tool Win Dir Stat. Damit spüren Sie ganz einfach große Dateien auf, die in irgendwelchen Unterordnern vergraben sind und dort vergessen wurden.

Alle sechs Monate: Platzfresser entsorgen. Auf Festplatten mit mehreren Terabyte passen jede Menge Dateien. Irgendwann ist sie aber trotzdem voll. Die Daten sammeln sich über Monate und Jahre an und fließen in die unterschiedlichsten Ordner. Es ist unmöglich zu wissen, welche besonders großen Dateien den ganzen Platz belegt haben. Mit dem Programm Win Dir Stat finden Sie die größten Datenmonster und löschen überflüssige.

Klicken Sie dazu auf „Platzfresser finden“. In Win Dir Stat markieren Sie dann alle Laufwerke, die untersucht werden sollen, und klicken auf „OK“. Die Analyse kann mehrere Minuten dauern. Danach sehen Sie für jedes Laufwerk einen Bereich, gefüllt mit bunten Quadraten. Jedes Quadrat steht für eine Datei. Je größer das Quadrat, desto größer ist die Datei. Die Farbe des Feldes informiert über den Dateityp. Klicken Sie ein Quadrat an. Die Datei wird in der Baumstruktur markiert, und Sie können sie mit der Taste Entf in den Papierkorb legen oder mit der Tastenkombination Shift-Entf endgültig löschen.



Alle sechs Monate: Software deinstallieren. Nicht benötige Software kostet unnötig Speicherplatz und Rechenleistung, wenn sie läuft. Deinstallieren Sie sie – aber richtig. Nach einem Klick auf „Software deinstallieren“ startet Revo Uninstall und zeigt alle installierte Software an. Markieren Sie das Programm, das entfernt werden soll, und klicken dann auf „Uninstall“. Der Clou dabei ist, dass Revo nicht nur das normale Deinstallationsprogramm ausführt, sondern danach auch noch das Dateisystem und die Windows-Registry nach Überresten durchsucht und diese entfernt. „Moderat“ ist hierfür die richtige Einstellung.
Jeden Monat: Laufwerke defragmentieren. Durch die (De-)Installation von Software oder das Kopieren und Löschen von Dateien entstehen Speicherlücken auf der Festplatte. Kommt eine neue Software oder Datei hinzu, werden diese Lücken gestopft. Alles, was nicht hineinpasst, wird an eine andere Stelle geschrieben (fragmentiert). Dadurch dauert der Schreib- und Lesezugriff länger, als wenn alles zusammenhängend auf der Festplatte vorliegt. Indem Sie Ihre Festplatten defragmentieren, führen Sie die einzelnen Fragmente zu einem Stück zusammen. Klicken Sie auf „Laufwerke Defragmentieren“, um alle Laufwerke aufzuräumen.

Achtung: SSDs dürfen nicht defragmentiert werden. Mangels Schreib-Lese-Kopf ist die Zugriffsgeschwindigkeit unabhängig von der Fragmentierung der Daten. Außerdem verträgt jede Speicherzelle nur eine begrenzte Zahl von Schreibzugriffen. Somit würde eine Defragmentierung das Ableben des Datenträgers nur beschleunigen.



Alle zwölf Monate: Leeren Speicherplatz sicher überschreiben/löschen. Wenn Sie Dateien auf Ihrem PC löschen, verbleiben sie trotzdem auf der Festplatte. Was Windows mit „löschen“ meint, ist lediglich, dass die Dateinamen und -Adressen nicht mehr im Master File Table (MFT) der Partition stehen und Windows sie somit nicht mehr finden kann. Mit entsprechenden Programmen können sie aber wiederhergestellt werden. Um die Dateien wirklich sicher zu löschen, entfernen Sie im Windows Service-Center zunächst die Haken vor den Laufwerken, deren freier Speicherplatz nicht sicher gelöscht werden soll, und klicken dann auf „Leeren Speicherplatz sicher überschreiben/löschen“. Daraufhin startet das Microsoft-Programm Sdelete und überschreibt den gesamten freien Speicherplatz mit Nullen. Bei der hohen Speicherdichte von Festplatten heute ist das ausreichend. Denn auch mit einem Magnetkraftmikroskop können nicht mehr die Urzustände der einzelnen Bits an den Rändern der Spuren ermittelt werden.

Achtung: Bei SSDs kann nicht garantiert werden, dass keine reparable Datei mehr übrig bleibt. Die Hersteller behalten sich etwa vor, zusätzliche Speicherbereiche nur zeitweise zu adressieren, um dem Verschleiß entgegenzuwirken. Auf diesem unerreichbaren Bereich können aber auch noch normal gelöschte Daten von Ihnen sein.

Was auf den ersten Blick verwirrend wirkt, ist das äußerst
praktische Tool Win Dir Stat. Damit spüren Sie ganz einfach große
Dateien auf, die in irgendwelchen Unterordnern vergraben sind und
dort vergessen wurden.
Vergrößern Was auf den ersten Blick verwirrend wirkt, ist das äußerst praktische Tool Win Dir Stat. Damit spüren Sie ganz einfach große Dateien auf, die in irgendwelchen Unterordnern vergraben sind und dort vergessen wurden.

Alle sechs Monate: Benutzerspuren per Tiefenscan tilgen . Mehr als nur Datenmüll entfernen kann das Tool Privazer : Es entfernt auch verborgene Benutzerspuren vom Rechner. Klicken Sie dazu auf „Benutzerspuren entfernen per Tiefenscan“, wählen Sie „Laufen Sie Privazer ohne Installation“ (sic), und klicken Sie auf „Nächste ➞ Ich stimme ➞ Nächste ➞ OK“. Im folgenden Fenster wählen Sie den Datenträger, der untersucht werden soll. Hier können neben internen/externen Festplatten auch USB-Sticks, SD-Karten und Netzwerkspeicher analysiert werden. Danach klicken Sie auf „OK ➞ Scannen“. Da es sich um einen Tiefenscan handelt, der unter anderem auch den gesamten freien Speicher und das Master File Table (MFT) untersucht, kann er mehrere Minuten dauern. Nach Abschluss der Analyse können Sie sich auch hier die einzelnen gefundenen Spuren anzeigen lassen. Per Klick auf „Reinigen“ räumen Sie alles auf. Das kann beim ersten Mal ein bis zwei Stunden dauern.

Sonntag den 18.11.2012 um 08:55 Uhr

von Christian Löbering

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