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PC-Upgrade - Tunen, aufrüsten oder beides?

07.06.2015 | 10:33 Uhr |

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Ihrem PC zu mehr Leistung zu verhelfen. Dabei muss es nicht immer neue Hardware sein.

Die Anforderungen moderner Spiele an Ihre Hardware wachsen rasant. Mithilfe der Leistungsmessungen aus dem vorherigen Artikel haben Sie einen besseren Überblick darüber, wo Sie aktuell mit Ihrem Rechner stehen. Dabei kann das Bild, das sich nach Ihren Analysen ergibt, sehr unterschiedlich sein: Weichen die von Ihnen gemessenen Werte nur geringfügig von Ihren Erwartungen ab, genügen oftmals bereits einzelne Maßnahmen. Dies muss nicht einmal zwingend der Austausch von Hardware-Komponenten sein. Sind die gemessenen Werte deutlich weiter vom benötigten Referenzwert entfernt, bietet sich ein gezielter Austausch dieser Bauteile an.

Die jeweilige Vorgehensweise hängt allerdings auch stark davon ab, um welche Art von Computer es sich bei Ihrem Gerät handelt. Wenn Sie ein Notebook Ihr Eigen nennen, sind vor allem eine Erweiterung des Hauptspeichers und ein Wechsel der Festplatte möglich. Mehr Optionen haben die wenigsten Hersteller vorgesehen. Als Besitzer eines Rechners sind Sie in dieser Richtung wesentlich flexibler, denn von der Festplatte bis hin zur CPU lässt sich alles mehr oder weniger einfach austauschen.

PC-Tuning - So feilen Sie an den richtigen Stellen

Tuning und Overclocking

Sind Sie generell mit der Leistung Ihres PCs zufrieden und möchten Sie nur die letzten Leistungsreserven aus Ihrem Rechner herauskitzeln, dann haben Sie mehrere Ansatzpunkte. Als Erstes sollten Sie sich einmal den Zustand Ihres Betriebssystems näher ansehen. Es gibt verschiedene Faktoren, die die Leistung extrem negativ beeinflussen: Dies beginnt bei einem überfrachteten System mit zu vielen nicht genutzten Prozessen im Hintergrund und endet bei komplett veralteten Treibern. Dieser Sachverhalt beschäftigt uns in diesem Artikel . Dort erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Maßnahmen die Performance Ihres Computers spürbar verbessern.

Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, durch das Übertakten Ihrer Hardware mehr Leistung aus Ihrem Prozessor, der Grafikkarte und dem Hauptspeicher herauszuholen. Damit lassen sich – abhängig von der eingesetzten Hardware und den aktuellen Einstellungen – spürbare Geschwindigkeitssteigerungen erzielen. Dieses Vorgehen birgt jedoch ein Risiko, denn Sie betreiben die Hardware über den vom Hersteller definierten Grenzen und sorgen damit für einen unter Umständen größeren Verschleiß. Durch die meist höhere Wärmeabgabe sollten Sie in einem solchen Fall unbedingt auf eine gute Wärmeableitung im Gehäuse achten.

Gezielt aufrüsten

Sollten Sie bei der Ermittlung Ihrer Performance klare Leistungsdefizite einzelner Komponenten erkennen, lohnt sich unter Umständen ein direkter Austausch. Dies ist vor allem bei Hardware möglich, die lediglich geringe Abhängigkeiten zur anderen Hardware besitzt.

Eine recht einfache und dennoch effektive Tuning- Maßnahme ist ein Update aller Treiber Ihres Rechners. Dies kann bereits zu spürbaren Verbesserungen führen.
Vergrößern Eine recht einfache und dennoch effektive Tuning- Maßnahme ist ein Update aller Treiber Ihres Rechners. Dies kann bereits zu spürbaren Verbesserungen führen.

An erster Stelle ist sicherlich die Festplatte zu nennen. Klassische HDDs sind von Haus aus deutlich langsamer. Die Aufrüstung mit einer SSD führt zu einem spürbaren Leistungsschub – nicht nur beim Laden des Betriebssystems, sondern auch bei größeren Programmen. Wie Sie den Umzug von einer HDD auf eine SSD ohne größere Probleme bewältigen, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel . Allerdings gilt es auch an dieser Stelle, Engpässe zu vermeiden. Eine SSD kann ihre volle Leistungsfähigkeit nur entfalten, wenn Sie an einer SATA-3-Schnittstelle angeschlossen ist. Besitzt Ihr Notebook oder Ihr PC lediglich eine SATA-2-Schnittstelle, steht Ihnen von vornherein nur die Hälfte der theoretisch möglichen Bandbreite für die Datenübertragung zur Verfügung.

Die richtige Abstimmung

Noch mehr ins Gewicht fällt die richtige Abstimmung zwischen CPU, Mainboard, Speicher und Grafikkarte. Aufgrund des Mainboards haben Sie in Bezug auf Speicher und Prozessor immer nur eine eingeschränkte Möglichkeit der Erweiterung. Vor zwei Jahren basierten die meisten Intel-CPUs beispielsweise noch auf dem 1155-Sockel. Aktuell produziert Intel Prozessoren auf Basis der Sockel 2011, 2011-3 sowie 1150, die auch die Spitzenplätze in den Intel-CPU-Benchmarks ausmachen. Ein Wechsel der CPU würde somit auch einen direkten Wechsel des Mainboards mit sich bringen. Diese Boards kommen anstelle der vor zwei Jahren vorherrschenden DDR3-Speicher mittlerweile mit DDR4. Diese sind ebenfalls nicht abwärtskompatibel. Aus diesem Grund würde somit auch an dieser Stelle ein Wechsel der Hardware anstehen.

Ein einseitiges Upgrade der CPU unter der weiteren Nutzung Ihrer Grafikkarte macht ebenfalls nur in den wenigsten Fällen Sinn. Ein Spitzenmodell von vor zwei bis drei Jahren genügt heute nicht mehr, um die aktuellen Spiele in HD-Qualität wiederzugeben. Wenn Sie allerdings Ihre Grafikkarte aufrüsten, sollten Sie auch einen Blick auf die Leistungsfähigkeit Ihrer CPU werfen, damit diese nicht zur Leistungsbremse wird. Ein entsprechender Benchmark bringt schnell den Flaschenhals Ihres Systems zum Vorschein. Wenn Sie vorab eine optimale Kombination von GPU und CPU suchen, dann gibt es mehrere Ansätze: Zum einen finden Sie in den Spieleforen viele Diskussionen zu diesem Thema, zum anderen bietet beispielsweise auch die Website „ PC Kombo “ einen interessanten Ansatz. Sie geben einen Budget-Betrag für Mainboard, Grafikkarte und CPU ein und erhalten daraufhin eine empfohlene Kombination. Auf CPU-Seite stehen Ihnen die Hersteller Intel und AMD zur Verfügung, bei den Prozessoren entsprechend Nvidia und AMD, in den erweiterten Einstellungen blenden Sie die nicht gewünschten einfach aus.

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Komplette Neuanschaffung

Ab einem gewissen Punkt macht das Aufrüsten aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn mehr, da Sie trotz erheblicher Investitionen aufgrund der vorhandenen Hardware gewissen Restriktionen unterliegen. Deshalb sollten Sie sich von Anfang an überlegen, welches Leistungsniveau Ihre Zielkonfiguration bieten soll. Konfigurieren Sie danach einen komplett neuen Rechner und stellen Sie diesen einem aufgerüsteten PC gegenüber.

Gerade bei Komplettsystemen und bei empfohlenen Kombinationen wird der Leistungsindex des Rechners auf der Basis verschiedener Benchmarks angegeben. Damit wissen Sie, wohin Sie mit welchem Geldeinsatz gelangen.

Dies stellen Sie im nächsten Schritt den Kosten, die für die Aufrüstung Ihres PCs erforderlich sind, gegenüber. Berücksichtigen Sie dabei ebenfalls die Abhängigkeiten, wie beispielsweise ein neues Netzteil bei einer leistungshungrigen CPU oder eine Schnittstellenkarte für SATA-3. Am Ende erhalten Sie auch an dieser Stelle eine finale Summe.

Die Website PC-Kombo bietet Ihnen nach Eingabe eines Euro-Betrags interessante Kombinationen aus CPU, Grafikkarte und Mainboard zum Upgrade Ihres PCs an.
Vergrößern Die Website PC-Kombo bietet Ihnen nach Eingabe eines Euro-Betrags interessante Kombinationen aus CPU, Grafikkarte und Mainboard zum Upgrade Ihres PCs an.

Auf diese Weise erhalten Sie schließlich einen direkten Vergleich über die anfallenden Kosten. Lediglich beim Leistungsindex Ihres aufgerüsteten Computers müssten Sie Annahmen treffen, weil es keine Simulation für mögliche neue Hardware gibt.

Fazit

Das Tunen eines PCs lohnt sich immer, da es sich in der Regel nur um einen zeitlichen Aufwand handelt. Abhängig davon, wie sich die Leistungsfähigkeit Ihres Rechners entwickeln soll, ist ein mehr oder weniger großer Austausch von Komponenten notwendig. Behalten Sie in einem solchen Fall immer die bestehenden Abhängigkeiten und den finanziellen Gesamtaufwand im Vergleich zu einer Neuanschaffung im Auge.

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