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PC topfit für die Zukunft

02.04.2008 | 10:00 Uhr |

Gezielt aufrüsten statt neuer Rechner! Mit frischen Komponenten machen Sie Ihren PC fit für aktuelle und künftige Leistungsfresser. Wir zeigen, wo Sie ansetzen müssen, damit auch Ihr bisheriger Rechner HD-Videos und DirectX-10-Spiele bewältigt.

3D-Kracher wie Crysis flüssig spielen, HD-Videos abspielen, aufnehmen und bearbeiten, 64-Bit-Betriebssysteme und virtualisierte Hardware nutzen - diese Anwendungen sind die Messlatte für aktuelle und künftige PCs. In unserem Ratgeber zeigen wir, wie Sie mit einem gezielten Austausch von Hardware-Komponenten selbst ältere PCs fit für diese Aufgaben machen.

Detailliert erfahren Sie hier, welche Komponenten für welchen Einsatzzweck sinnvoll sind, was das Aufrüsten kostet und was Sie beim Einbau beachten müssen. Im ersten Teil dieses Ratgebers zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Rechner fit für aktuelle 3D-Spiele machen - DirectX-10-Unterstützung inklusive.

Ausgangslage analysieren: Um repräsentative Szenarien für die Aufrüstungs-Möglichkeiten Ihres PCs darzustellen, beschreiben wir anhand eines drei Jahre alten PC von der Stange sowie eines 1,5 Jahre alten Selbstbaurechner, wie Sie ihre individuelle Ausgangslage am besten analysieren. So finden Sie Schritt für Schritt heraus, welche Komponenten Sie nachrüsten können, und ob sich der finanzielle Aufwand am Ende tatsächlich noch rechnet.

3 Jahre alten PC aufrüsten: Beispiel HP Pavilion w5080.de

Stellvertretend für Komplett-PCs steht der HP Pavilion w5080.de. Die Achillesferse eines Komplettrechners ist meist die speziell für den PC-Hersteller angefertigte Hauptplatine, weil sie nur ein abgespecktes Bios besitzt. Solche Rechner lassen sich später schlecht aufrüsten, da die Bios-Updates der Hauptplatinen-Hersteller für diese Sonderanfertigungen in der Regel nicht gemacht sind.

Unser Beispiel-PC von der Stange ist wie folgt ausgestattet: MSI-Hauptplatine MS-7093 OEM, Sockel-939-CPU AMD-Athlon 3500+, MSI-Grafikkarte NX6600-VTD256 PCI-Express, 1 x 512 MB DDR-SDRAM sowie 200-GB-SATA-Festplatte.

Prozessor: Auf der HP-Website spüren wir für die MS-7093 OEM das Bios-Update 3.47 vom März 2006 auf. Leider verrät HP nicht, ob das Update die CPU-Unterstützung erweitert. Ein Quercheck auf der MSI-Website ergibt, dass für die baugleiche Platine MS-7093 erst die Bios-Version 3.8 die Unterstützung für AMDs Doppelkerner mitbringt. Damit bleibt als maximale Aufrüstoption für den Pavillion-PC der Athlon 64 3800+. Mehr CPU-Leistung würden wir nur durch den Austausch der Hauptplatine bekommen.

Grafikkarte: Dank PCI-Express-Steckplatz können wir die Grafikkarte problemlos gegen ein aktuelles Modell ersetzen. Solange es sich dabei um Karten ohne eigenen Stromanschluss handelt, sollte das 300-Watt-Netzteil mitspielen. Ist hingegen eine zusätzliche Stromversorgung der Grafikkarte nötig, reichen die 19 Ampere auf der 12-Volt-Schiene für schnelle Karten á la Geforce 8800 GT nicht mehr aus – und damit ist ein stärkeres Netzteil fällig.

Speicher: Laut Datenblatt unterstützt der HP-PC maximal 4 GB RAM. Da noch drei Steckplätze frei sind, lässt sich der Speicher problemlos aufrüsten.

Festplatte: An Schnittstellen mangelt es nicht im Pavilion w5080.de: Noch sind drei SATA-Buchsen und ein Parallel-Port für zwei Laufwerke frei. Allerdings herrscht in dem Midi-Tower Platzmangel, lediglich eine 3-5-Zoll-Festplatte lässt sich noch einbauen.

1,5 Jahre alten PC aufrüsten: Beispiel PC-Eigenbau

Unser Eigenbau setzt auf eine sehr gut ausgestattete Marken-Hauptplatine, die Vorzeichen für variable Aufrüstmöglichkeiten stehen also gut. Der im Juli 2006 im Hardware-Ressort zusammengeschraubte Testrechner besitzt folgende Komponenten: Asus-Hauptplatine P5B Deluxe, Sockel-775-CPU Pentium D 920, Gigabyte-Grafikkarte Radeon X1600 XT PCI-Express, 2 x 512 MB DDR2-SDRAM sowie 160-GB-SATA-Festplatte.

Prozessor: Auf der Asus-Website erfahren wir, dass die P5B Deluxe mit dem aktuellen Bios-Update 1226 vom November 2007 sogar die aktuellen Quad-Core-CPUs von Intel bis hinauf zum Core 2 Extreme QX9650 unterstützt.

Grafikkarte: Die freie Auswahl für sämtliche Einsatzgebiete ermöglichen die beiden 16x-PCI-Express-Steckplätze. Ein Grafikkartendoppel via Nvidias SLI- oder ATIs Crossfire-Technik ist allerdings nicht möglich oder sinnvoll, da der Intel-Chipsatz P965 kein SLI unterstützt beziehungsweise den zweiten 16x-Steckplatz nur mit vier PCI-Express-Leitungen ansteuert.

Das Nachrüsten einer einzelnen Hochleistungskarte geht jedoch problemlos, da das Netzteil Enermax Liberty ELT500AWT auf den beiden 12-Volt-Schienen kombiniert 44 Ampere liefert. Damit könnte das 500-Watt-Modell zur Not auch noch eine Geforce-9800-GX2-Grafikkarte stabil mit Strom versorgen.

Speicher: Zwei der vier Speicher-Steckplätze sind bereits belegt. In diesem Fall gehen wir potenziellem Ärger mit inkompatiblen Speichermodulen aus dem Weg: Wir mustern die beiden 512-MB-Module aus und rüsten – je nach Einsatzzweck – mit 2 x 1 GB beziehungsweise 2 x 2 GB auf.

Festplatte: Fünf freie SATA-Buchsen und vier freie 3,5-Zoll-Laufwerksschächte in dem Big-Tower-Gehäuse lassen auch beim Festplatten-Upgrade alle Möglichkeiten offen – selbst einen Raid-10-Verbund mit vier Laufwerken könnten wir hier realisieren.

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