PC-Überwachung: der Spion an meinem Schreibtisch

13.04.2011 | 10:36 Uhr | Robert Strohmeyer

In der Sprache der Unternehmenssicherheit wird eine Software, die alle Aktivitäten eines PCs überwacht, als Endpunkt-Sicherheit bezeichnet. Der Name bezieht sich dabei auf alles, was zwischen Ihnen und dem PC selbst von statten geht; beginnend, wie Sie Ihren Rechner überhaupt benutzen, über die Software, die darauf läuft bis hin zum konkreten Standort des PCs. Die IT-Abteilung muss wissen, was mit Ihrem PC (und Ihnen) los ist, um sicherzustellen, dass der Rechner nicht Malware zum Opfer fällt und damit sensible Firmendaten gefährdet.

Jede Firma mit einem halbwegs vernünftigen IT-Budget wird also auf den firmeneigenen Rechnern ein Sicherheits-Software-Paket installiert haben, zum Beispiel von McAfee, Symantec oder Trend Micro. Diese Komplettpakete bieten alles von Viren-Schutz, über System-Updates hin zur Durchsetzung der Firmenrichtlinien. Und dieser letzte Punkt beinhaltet für gewöhnlich auch das Anlegen einer Aufzeichnung darüber, welche Anwendungen Sie starten, welche Webseiten Sie besuchen und so weiter. Aber es kommt noch schlimmer für den Angestellten mit Privatsphäre-Bedürfnissen: eine typische Endpunkt-Sicherheitssoftware ist nicht nur fest im Betriebssystem des PCs verankert, sondern auch im Datencenter, wo ein Server (oder auch ein Remote Host) den PC in regelmäßigen Abständen überprüft. Zudem verfügen die meisten Angestellten nicht über die entsprechenden PC-Rechte, um Veränderungen an der Software vorzunehmen, etwa die Überwachungsfunktion abzuschalten.

Die beste Möglichkeit, eine regelmäßige Überwachung zu umgehen, ist daher die Nutzung eines eigenen PCs. Anders gesagt: benutzen Sie Ihren eigenen Laptop. Wenn Ihr Chef dann fragt, warum Sie nicht den firmeneigenen Rechner benutzen, suchen Sie nach einer Ausrede. Etwa: "von der Tastatur bekomme ich Krämpfe in den Handgelenken." Wenn es Ihnen zu umständlich ist, einen Laptop oder gar einen kompletten PC mit in die Arbeit zu nehmen, wählen Sie den bequemeren Weg: Ein Tablet mit Internetanbindung, wie das iPad. Die sind ideal zum (anonymen) Surfen und stoßen Ihrem Chef sicherlich nicht sauer auf. Im Gegenteil: Sie könnten damit sogar den Eindruck erwecken, ultraproduktiv zu sein. Sie nehmen Ihren Job so ernst, dass Sie zur Leistungssteigerung sogar eigene Hardware mit ins Büro bringen.

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