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PC-Kur: Windows wieder auf Vordermann bringen

12.06.2014 | 15:15 Uhr |

Mit einer regelmäßigen Grundreinigung läuft das System wieder flott und stabil - sowohl am Desktop als auch auf Notebooks. So klappt die Kur in sieben Schritten.

Niemand ist perfekt – und Windows schon gar nicht. Vom Start weg läuft Windows stabil und schnell, die installierten Anwendungen machen auch zumeist, was sie sollen. Doch im Laufe der Zeit setzt sich Ballast fest, der das System verlangsamen kann und im schlimmsten Fall sogar für Systemabstürze sorgt. Machen Sie das Beste aus Ihrer Windows-Installation und gönnen Sie dem Betriebssystem in regelmäßigen Abständen den erforderlichen Service. Mit einer Fitness-Kur für Windows bringen Sie das Betriebssystem rasch auf Vordermann.

1. Programme rückstandsfrei entfernen

Installierte Software belegt Platz auf der Festplatte oder SSD. Sobald sie gestartet ist, kostet sie Ressourcen und erhöht die Angriffsfläche für Malware. Deshalb sollten Sie die installierten Anwendungen auf das notwendige Maß reduzieren. Der Revo Uninstaller hilft Ihnen dabei. Markieren Sie nach dem Start ein Programm, das Sie entfernen möchten, klicken Sie den Eintrag mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Uninstall“. Im folgenden Fenster klicken Sie auf „Ja“, um mit der De-Installation fortzufahren. Daraufhin erscheint ein Fenster, in dem Sie den „Uninstall-Modus“ auswählen können. Wenn Sie sich für die Option „Eingebaut“ entscheiden, wird nur das normale De-Installationsprogramm ausgeführt.

Programme mit dem Revo Uninstaller deinstallieren.
Vergrößern Programme mit dem Revo Uninstaller deinstallieren.

Besser ist es, Sie wählen „Moderat“. Nach dem Klick auf „Weiter“ wird ein Wiederherstellungspunkt angelegt und dann das normale De-Installationsprogramm gestartet. Nachdem Sie dem Assistenten bis zum Ende gefolgt sind und wieder auf „Weiter“ geklickt haben, sucht Revo Uninstaller nach eventuellen Programmrückständen, die das De-Installationsprogramm vergessen hat. Klicken Sie nach der Analyse erneut auf „Weiter“. Nun forscht das Tool nach verbliebenen Rückständen in der Windows-Registrierungsdatenbank. Sehen Sie sich diese Suchergebnisse genau an. Nur wenn nichts auf ein anderes Programm oder Windows selbst hinweist, sollten Sie auf „Markiere alle“ und „Löschen“ klicken. Andernfalls treffen Sie die Auswahl der zu löschenden Einträge per Hand und klicken dann auf „Löschen“. Zuletzt werden eventuell übrig gebliebene Dateien aufgelistet. Klicken Sie auch hier auf „Markiere alle“ oder treffen Sie manuell eine Auswahl. Abschließend klicken Sie auf „Löschen“ und „Ende“.

2. Großer Laufwerksputz

Der CCleaner im Einsatz.
Vergrößern Der CCleaner im Einsatz.

Festplatten und SSDs sollten regelmäßig von Ballast befreit werden, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat, etwa nicht gelöschte temporäre Dateien. Dazu starten Sie Ccleaner und klicken auf „Cleaner“. Auf der Registerkarte „Windows“ können Sie die vorgewählten Einstellungen in der Regel beibehalten. Allerdings sollten Sie in der Rubrik „Internet Explorer“ auch dann alle Haken setzen, wenn Sie diesen Browser nicht benutzen. Öffnen Sie daraufhin die Registerkarte „Anwendungen“ und setzen Sie dort Haken vor allen Programmen, deren Rückstände Sie entsorgen möchten. Klicken Sie anschließend auf „Analysieren“ und warten Sie ab, bis die Untersuchung des Rechners abgeschlossen ist. Prüfen Sie nun die Ergebnisliste genau, um sicherzugehen, dass nicht zu viel gelöscht wird. Wenn Sie per Doppelklick auf einzelne Einträge gehen, sehen Sie die zum Löschen eingeplanten Dateien. Falls Sie eine einzelne Datei finden, die nicht gelöscht werden soll, klicken Sie diese mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Füge zur Ausnahme-Liste hinzu“. Um einen ganzen Bereich auszuklammern, entfernen Sie den Haken vor dessen Eintrag. Nach dieser Kontrolle klicken Sie auf „Starte CCleaner“, um die Entrümpelung durchzuführen.

Sperrige System-Dateien löschen - so geht's

3. Shell-Erweiterungen aussieben

Mit ShellExView sortieren Sie unnötige Kontextmenü-Einträge aus.
Vergrößern Mit ShellExView sortieren Sie unnötige Kontextmenü-Einträge aus.

Eine weitere Gattung von Programmcode, der potenziell das Betriebssystem zumüllt, sind Shell-Erweiterungen für Windows. Zusätzliche Kontextmenü-Einträge und Symbolleisten sind prinzipiell nützlich, allzu viele beeinträchtigen jedoch die Übersicht im Kontextmenü des Explorers. Mussten zusätzliche DLLs im System registriert werden, besteht theoretisch sogar ein Sicherheitsrisiko. Die Freeware Shellexview listet alle Shell-Erweiterungen auf.

Entpacken Sie das Programmarchiv und kopieren Sie danach für eine deutschsprachige Bedienerführung die INI-Datei aus dem Shellexview- Sprachpaket in den Tool-Ordner. Dann starten Sie das Programm, markieren alle überflüssigen Erweiterungen und drücken die F7-Taste, um sie zu deaktivieren. Um eine Erweiterung komplett zu entfernen, müssen Sie zusätzlich die in der Liste angegebene Datei löschen beziehungsweise die zugehörige Anwendung de-installieren.

4. Autostart-Einträge ausmisten

Programme aus dem Autostart filtern.
Vergrößern Programme aus dem Autostart filtern.

Viele Programme starten automatisch mit Windows. Das ist aber nicht immer sinnvoll, da Sie die Programme unter Umständen gar nicht brauchen, diese aber wertvolle Ressourcen belegen. Mit dem Autostart-Manager von Ccleaner verwalten Sie alle Autostart-Einträge, also auch solche, die an der Autostart-Gruppe vorbei über die Registry bei jedem Windows-Start automatisch ausgeführt werden. Starten Sie Ccleaner und klicken Sie auf „Extras > Autostart“. Nun erscheint eine Liste der Einträge, die in den gängigsten Autostart-Bereichen von Windows gefunden wurden.

Suchen Sie in der Spalte „Programm“ nach den aussortierten Prozessen und allen weiteren Programmen, auf die Sie verzichten können. Markieren Sie die entsprechenden Einträge und klicken Sie auf „Eintrag löschen“. Um ein Autostart-Programm nur zeitweise abzuschalten, klicken Sie stattdessen auf „Deaktivieren“. Dann können Sie es jederzeit über einen Klick auf „Aktivieren“ wieder einschalten.

5. Dateitypen wieder zuordnen

Standardprogramm zum Öffnen eines Dateityps festlegen.
Vergrößern Standardprogramm zum Öffnen eines Dateityps festlegen.

Bei der Installation von Anwendungen und Tools wird neuer Software vom Installationsassistenten oft ein bestimmter Dateityp zugeordnet. So übernimmt zum Beispiel ein Multimedia-Player automatisch auch die Wiedergabe von MP3-Dateien oder AVI-Videos, obwohl Sie dafür ein anderes Programm verwenden. Die ohne Ihre Zustimmung vorgenommene Dateitypzuordnung lässt sich aber nachträglich wieder ändern. Klicken Sie im Windows-Explorer mit der rechten Maustaste auf eine Datei des Typs, den Sie neu verknüpfen möchten, und wählen Sie anschließend aus dem Kontextmenü den Eintrag „Eigenschaften“. Hier sehen Sie neben „Dateityp“, um welche Art von Datei es sich handelt, und bei „Öffnen mit“, welches auf dem PC installierte Programm der Datei derzeit zugeteilt ist.

Ein Klick auf „Ändern“ bringt Sie zum Fenster „Öffnen mit“, das Ihnen einerseits bestimmte Programme empfiehlt und andererseits die Auswahl aus allen Programmen zulässt. Klicken Sie auf ein Programm in der Liste oder drücken Sie den Button „Durchsuchen“ für die Auswahl einer anderen Software. Bestätigen Sie per Klick auf „OK“.

Die Putzkolonne: 10 Tools für die PC-Wartung

6. Registrierungsdatenbank auf Fehler prüfen

Der CCleaner räumt auch die Registry auf.
Vergrößern Der CCleaner räumt auch die Registry auf.

Im nächsten Schritt suchen und entfernen Sie falsche oder verwaiste Einträge in der Registrierungsdatenbank von Windows. Zwar verbessert dies die PC-Leistung kaum, aber Windows kann die Registrierungsdatenbank nach der Optimierung schneller lesen und dadurch etwas flotter starten. Darüber hinaus können fehlerhafte Einträge dazu führen, dass Windows nicht mehr optimal läuft.

Starten Sie erneut Ccleaner. Gehen Sie jetzt zu „Registry“ und klicken Sie auf den Button „Nach Fehlern suchen“. Wählen Sie „Fehler beheben“. Das Programm fragt Sie, ob Sie die Änderungen in der Registry sichern möchten. Klicken Sie auf jeden Fall auf „Ja“ und speichern Sie die Datei auf Ihrer Festplatte ab. So können Sie die Datenbank wiederherstellen, falls etwas schiefgeht. Jetzt schlägt Ihnen Ccleaner zu jedem Problem eine Lösung vor. Diese lautet in den meisten Fällen „Registrierungs-Wert löschen“. Um das zu tun, klicken Sie auf „Beheben“. Schneller geht’s, wenn Sie „Alle beheben“ wählen.

7. Automatische Sicherung einrichten

Mit Ocster Backup Freeware richten Sie sich zuverlässige Backups ein.
Vergrößern Mit Ocster Backup Freeware richten Sie sich zuverlässige Backups ein.

Am Ende der Windows-Optimierung empfiehlt es sich, eine regelmäßige Sicherung Ihrer Benutzerdokumente einzurichten, die dann regelmäßig automatisch durchgeführt wird. Falls Sie später ein Dokument versehentlich beschädigen oder löschen, kommen Sie über die Sicherung rasch wieder an die Datei heran. Mit der für Privatnutzer kostenlosen Version von Ocster Backup erstellen Sie recht einfach automatische Sicherungskopien Ihrer Dateien und Ordner und speichern sie entweder auf einer externen Festplatte oder auf der speziell abgesicherten Ocster Secure Storage. Sie wählen lediglich aus, was Sie sichern wollen und wann es gesichert werden soll. Dank AES-Verschlüsselung bleiben persönliche Daten privat.

Weitere nützliche Tuning-Tools:

Diese kostenlosen Optimierungsprogramme unterstützen Sie in weiteren Bereichen beim Tunen der Windows-Einstellungen und bei der Systempflege.

1. Advanced Systemcare Free : Mit der Toolbox beschleunigen, optimieren, säubern und reparieren Sie Windows. In der Summe sind über 15 Systemoptimierer über die Programmoberfläche zu erreichen. Wechseln Sie in die jeweilige Rubrik und starten Sie den Optimierungsvorgang. Damit Sie bei Problemen zu einem stabilen System zurückkehren können, legt das Programm eine Sicherung an.

2. Glary Utilities Free : Die Glary Utilities räumen Ihre Windows-Installation auf, finden doppelte Dateien und beseitigen überflüssige Daten. Ebenso können Sie mit dem Tool die Autostart-Einträge überprüfen und überflüssige Programme ausschließen – hier ist erfahrungsgemäß der größte Tempogewinn drin. Zudem bringt die Anwendung Schutzfunktionen mit: Sie kann Surfspuren von Firefox und vom Internet Explorer löschen und Dateien verschlüsseln oder durch Überschreiben sicher löschen.

3. Auslogics Registry Cleaner : Das Tool überprüft die Registry, die zentrale Datenbank des Windows-Rechners, auf Fehler und versucht, sie zu beseitigen. Dazu verwendet Registry Cleaner zwei Scan-Modi, die unter anderem verwaiste Dateierweiterungen sowie fehlerhafte Einträge im Software- Manager aufspüren. Eine Backup-Option sichert den Originalzustand und stellt ihn bei Bedarf wieder her.

4. Registry System Wizard : Das Programm ist für den privaten Gebrauch kos tenlos und unterstützt Sie bei Änderungen an der Registry. Sie können sich Registry- Schlüssel nicht nur anzeigen lassen, sondern sie auch mit Hilfestellung der Software bearbeiten. Registry System Wizard erstellt automatisch eine REG-Datei, die die aktuellsten Einstellungen enthält, außerdem erstellt das Programm eine Favoritenliste für häufig verwendete Tipps.

5. Autoruns : Das Tool von Microsoft liefert umfassende Infos zu allen Autostart-Pfaden in Windows und zeigt dem Benutzer an, welche Anwendungen beim Starten des Systems oder bei der Anmeldung geladen werden. Die kompakte Bedienerführung präsentiert insgesamt 16 Registerkarten für die einzelnen Bereiche wie etwa Windows-Dienste, Explorer- Shell-Erweiterungen, Symbolleisten, Browser- Hilfs objekte, Anmeldebenachrichtigungen, Autostart-Dienste und vieles mehr.

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