860071

Spezialfunktion macht PC-Reparaturen leichter

21.06.2011 | 11:08 Uhr |

Mithilfe der Windows-Remoteunterstützung können Experten PC-Probleme lösen, ohne dass ein Hausbesuch nötig wird. Wir zeigen, wie Sie die Funktion freischalten.

Ein Hilfesuchender kann mit der Windows-Remoteunterstützung eine Anfrage an einen PC-Experten richten und seine Windows-Oberfläche für die Fernbedienung freigeben. Damit das funktioniert, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Wenn möglich, sollten Sie als Experte die nötigen Einstellungen vor Ort beim Hilfesuchenden schon vorab durchführen. Sie können das aber auch vom Ratsuchenden mit Ihrer telefonischen Anleitung erledigen lassen.
Schritt 1: Für den Datenaustausch über das Internet muss in der Hard- oder Software-Firewall der Port 3398 freigegeben sein. Bei einer Fritzbox 3270 beispielsweise rufen Sie zur Portfreigabe im Internet-Browser über die Adresse http://fritz.box das Konfigurationsprogramm auf. In dem klicken Sie rechts oben auf „Inhalt“ und danach im Bereich „Internet“ auf „Freigaben“. Öffnen Sie dann die Registerkarte „Portfreigaben“. Nach einem Klick auf die Schaltfläche „Neue Portfreigabe“ wählen Sie hinter „Portfreigabe aktiv für“ den Eintrag „MS Remotedesktop“. Hinter „an Computer“ wählen Sie den PC aus, den Sie fernsteuern wollen. Bestätigen Sie das zum Abschluss mit „OK“.

Unnütze Windows-Funktionen finden & abschalten

Andere Router-Modelle lassen sich ähnlich konfigurieren. In der Bedienungsanleitung finden Sie die nötigen Optionen meist unter „Portweiterleitung“ oder „Port Forwarding“. Sollte es keine vordefinierte Einstellung für den Remotedesktop oder die Remoteunterstützung geben, tragen Sie als Protokoll „TCP“ und als Port „3398“ ein.

Remoteunterstützungs- einstellungen
Vergrößern Remoteunterstützungs- einstellungen

Wenn die Windows-Firewall aktiv ist, muss Port 3398 in ihr ebenfalls freigeschaltet sein. Standardmäßig übernimmt Windows die Konfiguration, wenn Sie die Remoteunter stützung aktivieren. Bei Verbindungsproblemen sollte Sie in der Firewall-Konfiguration prüfen, ob diesem Dienst der Zugriff tatsächlich gestattet ist.

Schritt 2: Damit sich der PC aus dem Internet direkt ansprechen lässt, müssen Sie die IP-Adresse des vorgeschalteten DSL-Router kennen. Diese ändert sich bei einem DSL-Anschluss jedoch bei jeder Einwahl oder bei einer Dauerverbindung täglich. Die aktuelle IP-Nummer können Sie über http://pcwelt-praxis.de/ip ermitteln.

Alternativ können Sie einen kostenlosen Dienst wie dyndns.org verwenden, der die wechselnde IP-Nummer mit einer festen Internetadresse verbindet, etwa „meinname.dyndns.org“. Nach der Anmeldung über www.pcwelt.de/59a müssen Sie den DSL-Router so konfigurieren, dass er die jeweilige IP-Adresse an dyndns.org überträgt. Im Handbuch des Routers finden Sie die entsprechende Anleitung meist unter dem Stichwort „dynamisches DNS“. Bei einer Fritzbox 3270 etwa klicken Sie im Konfigurationsprogramm auf „Inhalt“ und danach im Bereich „Internet“ auf „Freigaben“. Dann gehen Sie auf die Registerkarte „Dynamisches DNS“. Dort tragen Sie Ihre Dyndns.org-Daten ein.

Die 10 besten Windows-Hilfsprogramme
Schritt 3: Aktivieren Sie die Remoteunterstützung auf dem PC, den Sie fernsteuern möchten. Bei Windows XP drücken Sie dazu die Windows- und zusätzlich die PauseTaste. Gehen Sie auf die Registerkarte „Remote“, und setzen Sie ein Häkchen vor „Ermöglicht das Senden von Remoteunterstützungsangeboten“. Dann klicken Sie auf „Erweitert“, setzen ein Häkchen vor „Remotesteuern dieses Computers zulassen“, und bestätigen das per Klick auf „OK“.

Bei Windows Vista oder 7 drücken Sie ebenfalls die Windows- und die Pause-Taste. Damit gelangen Sie schnell in die Systemsteuerung auf „System“. Klicken Sie dann auf „Erweiterte Systemeinstellungen“, und gehen Sie auf die Registerkarte „Remote“. Setzen Sie ein Häkchen vor „Remoteunterstützungsverbindungen mit diesem Computer zulassen“. Klicken Sie danach auf die Schaltfläche „Erweitert“, und setzen Sie ein Häkchen vor „Remotesteuern dieses Computers zulassen“, wenn es noch nicht vorhanden ist.

Die 22 häufigsten Fragen zu Windows 7

Schritt 4: Nach diesen Vorbereitungen ist alles für den Verbindungsaufbau bereit. Um die Unterstützung anzufordern, Klicken Sie bei Windows XP auf „Start, Alle Programme, Remoteunterstützung“ und dann auf „Jemanden einladen, Ihnen zu helfen“. Danach können Sie auswählen, wie die Einladung zugestellt werden soll. Am einfachsten ist es, hier „Einladung in Datei speichern“ anzuklicken und den weiteren Anweisungen auf dem Bildschirm zu folgen. Dabei kann man auch ein Kennwort festlegen, über das sich der Fernzugriff schützen lässt. Am Schluss liegt die Datei „RAInvitation.msrcincident“ auf der Festplatte. Diese müssen Sie dann per E-Mail zusammen mit dem Kennwort an den PC-Experten übermitteln.

Bei Windows Vista und 7 klicken Sie auf das Windows-Symbol, tippen Windows-Remoteunterstützung in das Suchfeld und starten das Programm per Mausklick. Die Einladungsdatei „RAInvitation.msrcincident“ lässt sich dann über einen Klick auf „Eine vertrauenswürdige Person zur Unterstützung einladen“ und „Einladung als Datei speichern“ erstellen. Windows-7-Nutzer müssen kein eigenes Kennwort vergeben, da das Programm ein Zufallskennwort anzeigt, nachdem die Datei gespeichert wurde.

Wikipedia herunterladen & offline nutzen

Verbindung herstellen: Wenn Sie die Datei „RAInvitation.msrcincident“ erhalten haben, ist noch eine kleiner Eingriff nötig. Öffnen Sie die Datei in einem Textprogramm, und suchen Sie nach „RCTICKET“. Als dritter Wert in der kommagetrennten Liste steht hier die IP-Nummer des PCs, auf dem die Datei erzeugt wurde. Diese beginnt meist mit „192.168“. Darüber ist der PC aber aus dem Internet nicht erreichbar. Ersetzen Sie diese IP-Nummer deshalb durch die IP-Nummer des Routers oder durch die Dyndns-Adresse (siehe Schritt 2).

Speichern Sie die Datei, und öffnen Sie sie anschließend per Doppelklick. Geben Sie dann das Kennwort ein, und klicken Sie auf „OK“. Der Hilfesuchende am anderen PC muss den Zugriff mit „Ja“ bestätigen. Sie können danach die Aktionen auf dessen Bildschirm beobachten. Um die Kontrolle zu übernehmen, klicken Sie auf „Steuerung anfordern“, was am anderen PC wieder mit „Ja“ bestätigt werden muss.

0 Kommentare zu diesem Artikel
860071