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P2P-Tauschbörsen bringen Provider in die Bredouille

22.07.2003 | 09:44 Uhr |

Der durch P2P-basierende (Peer to Peer) Online-Tauschbörsen verursachte Netzverkehr stellt eins der größten Probleme für Online-Provider dar. So genanntes P2P-Caching, das Zwischenspeichern der von Tauschwilligen abgerufenen Daten, könnte die Leitungen erheblich entlasten und die Netzperformance steigern.

Der durch P2P-basierende (Peer to Peer) Online-Tauschbörsen verursachte Netzverkehr stellt eins der größten Probleme für Online-Provider dar. So genanntes P2P-Caching, das Zwischenspeichern der von Tauschwilligen abgerufenen Daten, könnte die Leitungen erheblich entlasten und die Netzperformance steigern, berichtet unsere Schwesterpublikation Computerwoche .

Ein entsprechendes Produkt bietet zum Beispiel Joltid an. Nach Angaben des schwedischen Herstellers haben bereits drei große europäische Provider "PeerCache" im Einsatz. PeerCache unterstützt das von Fasttrack verwendete P2P-Protokoll, das unter anderem die Tauschbörsen Kazaa und iM esh nutzen.

Mit dem Einsatz von PeerCache begeben sich die Provider aber in eine rechtliche Grauzone, warnen Experten. Zwar können sie nach US-Copyright-Gesetzen nicht dafür haftbar gemacht werden, dass ihre Kunden urheberrechtlich geschützte Inhalte tauschen. Anders verhalte es sich jedoch, wenn diese Inhalte auf eigenen Servern gespeichert werden, wie es beim Caching der Fall sei. Nach Ansicht der Experten seien sich die Nutzer des Systems der Problematik bewusst, da niemand öffentlich angekündigt habe, die Technik zu verwenden.

Man könne nicht automatisch von strafbaren Handlungen seitens der Provider ausgehen, wiegelten dagegen Vertreter des weltweiten Verbands der Musikindustrie IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) ab. Sie bestätigten aber, dass Rechtsunsicherheit bestehe. Die Organisation werde prüfen, auf welche Weise die Daten zwischengespeichert werden und danach entscheiden, ob juristische Schritte eingeleitet werden, berichten US-Medien.

Provider, die PeerCache einsetzen, nähmen in keinster Weise Einfluss auf das Verhalten ihrer Kunden, betonte Joltid-Gründer Niklas Zennstrom, der auch an der Gründung der Tauschbörse Kazaa beteiligt war. Das Produkt diene lediglich zur Organisation des Netzes. Eine Alternative sei, anstatt Software mehr teure Router anzuschaffen oder die Leitungsbreite zu erhöhen.

Zu viel P2P: Wird der Datentransfer künftig limitiert? (PC-WELT Online, 27.05.2003)

Ratgeber-Special: Privacy

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