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Owncloud 7: Das bietet die neue Version

01.05.2015 | 09:45 Uhr |

Version 7 der Owncloud bringt viele Neuerungen. Vor allem bei der grafischen Oberfläche hat sich viel getan. Weiterhin können Sie andere Owncloud-Instanzen sehr einfach einbinden. Damit verhält sich die Owncloud wie eine Public Cloud.

Owncloud ist eine private Cloud-Software unter einer Open-Source-Lizenz. Mit der Owncloud holen Sie sich die Kontrolle über Ihre Daten zurück und bestimmen, wer darauf Zugriff hat. Sie können dort Daten hinterlegen, auf Wunsch auch verschlüsselt. Ferner stehen Kalender und Adressbücher zur Verfügung, die Sie entweder mit dem Browser oder mit Caldav- und Carddav-kompatibler Software nutzen. KDEs Kontact kann damit umgehen und auch Thunderbird mit den Erweiterungen Lightning und dem Inverse Sogo Connector.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 6/2014

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Die wesentlichsten Installationsschritte

Wollen Sie die Owncloud installieren, brauchen Sie einen Webserver mit aktiviertem PHP-Modul. In Bezug auf Linux nennt man das meist Lamp-Stack. Es gibt unter anderem für Debian, Open Suse, Fedora, Cent-OS und Ubuntu fertige Pakete. Sie finden diese und entsprechende Installationsanweisungen auf dieser Webseite . Der Vorteil dieser Methode ist, dass Sie immer die aktuelle Version bekommen und dass entsprechende Abhängigkeiten gleich mitinstalliert werden. Unter Ubuntu 14.04 und Abkömmlingen läuft die Installationsprozedur so ab:

sudo sh -c "echo 'deb http://download.opensuse.org/repositories/isv:/ownCloud:/community/xUbuntu_14.04/ /' >> /etc/apt/sources.list.d/owncloud.list" wget http://download.opensuse.org/repositories/isv:ownCloud: community/xUbuntu_14.04/Release.key sudo apt-key add - < Release.key sudo apt-get update sudo apt-get install owncloud

Eine Datenbank wie My SQL oder Maria DB benötigen Sie nicht unbedingt, ist allerdings empfohlen, da die Owncloud mit Sqlite eher zäh läuft. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn sich gewöhnlich mehrere Anwender auf der Owncloud-Instanz tummeln. Wollen Sie die Owncloud nur für sich selbst einsetzen, reicht dafür wahrscheinlich auch ein Raspberry Pi aus. Das dafür entwickelte Betriebssystem Raspbian basiert auf Debian GNU/Linux; Sie finden alle passenden Installationspakete in den Repositories.

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Die Neuerungen in Owncloud 7

Bedeutendste Neuerung ist das Serverzu-Server-Sharing. Damit können Sie Ordner der Owncloud mit anderen Owncloud-Instanzen verbinden. Der Nutzer der anderen Owncloud-Instanz benötigt dabei kein Konto auf Ihrer Owncloud. Im Endeffekt wird die Open-Source-Cloud-Software damit so flexibel wie eine Public Cloud. Dabei behalten Sie aber die Kontrolle, wer auf die Daten zugreifen darf. Sie können den entsprechenden Ordner mit Lese- oder Schreibzugriff freigeben. Weiterhin haben Sie die Möglichkeit eines Passwortschutzes.

Server-zu-Server-Sharing: Sie klicken auf das Symbol für das Teilen eines Ordners und schicken den Link an den anderen Nutzer. Dieser kann den Ordner in seine eigene Owncloud-Instanz einbinden.
Vergrößern Server-zu-Server-Sharing: Sie klicken auf das Symbol für das Teilen eines Ordners und schicken den Link an den anderen Nutzer. Dieser kann den Ordner in seine eigene Owncloud-Instanz einbinden.

Um die Sharing-Funktion zu nutzen, klicken Sie auf das dafür zuständige Symbol rechts neben dem gewünschten Ordner. Danach klicken Sie auf „Link Teilen“ und schicken den entsprechenden Link an den anderen Benutzer. Öffnet dieser den Link, kann er den Ordner in seine eigene Owncloud-Instanz einbinden. Sie finden unter dieser Adresse eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie das Server-zu-Server-Sharing im Detail funktioniert.

Deutlich überarbeitetes Web-Interface

Die für den Anwender sichtbarste Neuerung ist das neue Web-Interface, das nicht zuletzt im Hinblick auf mobile Geräte optimiert wurde. Die Navigation ist von der Seite in ein Drop-down-Menü links oben gewandert. Sie erkennen das am Aufmacherbild dieses Beitrags. Damit wird mehr Platz auf der linken Seite frei. Beim Kalender ist nun zum Beispiel der Caldav-Link einfacher auffindbar.

Die Browser-basierte Oberfläche ist reaktionsfreudiger als bei den Vorgängerversionen. Die Entwickler haben eine „Lazy Loading“-Funktion implementiert, welche Daten erst dann lädt, wenn der Benutzer an die entsprechende Stelle blättert. Weiterhin gibt es neue statische CSS- und Javascript-Dateien, was die Geschwindigkeit ebenfalls positiv beeinflusst. Uploads und Downloads führt die Software nun parallel durch, und die Zugriffe auf die Datenbank wurden optimiert. Ebenso lassen sich die Dateien ab sofort sortieren – als Kriterien sind Name, Größe und „Zuletzt modifiziert“ vorgesehen. Für geteilte Ordner und externe Speicher bietet die Dateiansicht schnellen Zugriff über die linke Navigationsseite. Dort erscheinen die Optionen „Geteilt über einen Link“ und „Externer Speicher“, sofern der Administrator die jeweiligen Apps aktiviert hat. Die „Aktivitäten“ wurden ebenfalls überarbeitet: Die Owncloud kann Sie nun per E-Mail benachrichtigen, wenn jemand eine Datei oder einen Ordner mit Ihnen teilt. Das gilt auch, wenn eine Datei oder ein Ordner in einem geteilten Ordner modifiziert oder erstellt wird. Sie können die Software so konfigurieren, dass Sie täglich, wöchentlich oder monatlich eine Mail schickt.

Externer Speicher: Der Administrator entscheidet, welche Arten an externen Speichern die Nutzern einbinden dürfen. Unter anderem sind auch Dropbox und Google Drive möglich.
Vergrößern Externer Speicher: Der Administrator entscheidet, welche Arten an externen Speichern die Nutzern einbinden dürfen. Unter anderem sind auch Dropbox und Google Drive möglich.

Dokumente und die Owncloud

Die Owncloud unterstützt ab sofort auch die Microsoft-Formate DOC und DOCX im internen Dokumenteneditor. Öffnen Sie eine solche, wandelt die Owncloud die Datei entsprechend für den Editor um. Speichern und schließen Sie die Datei, wird das Dokument ins originale Format zurückkonvertiert. Voraussetzung ist allerdings, dass Libre Office oder Open Office auf dem Rechner installiert ist.

Alternativ können Sie konfigurieren, dass sich Libre/Open Office auf einem externen Server befindet und dort als Formatfilter-Server läuft.

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Neuerungen für Administratoren

Die Systemverwalter haben nun bei diversen Apps die Möglichkeit, diese nur bestimmten Gruppen zur Verfügung zu stellen. Das ist angenehm, wenn Sie eine neue App einführen möchten, diese allerdings zunächst testen wollen. Somit können Sie eine Testgruppe erstellen und diese die App vor der allgemeinen Einführung ausprobieren lassen. Weiterhin können Administratoren bestimmen, welchen externen Speicher Anwender einbinden dürfen. Bisher war nur alles oder nichts möglich. Nun kann der Admin unter den Optionen CIFS/Samba, FTP, Dropbox, Amazon S3 (und kompatible), Openstack, Google Drive, Owncloud, SFTP und Webdav je einzeln auswählen, was der Nutzer einbinden darf.

Wollen Sie CIFS- oder Samba-Freigaben einbinden, brauchen Sie die das Paket „smbclient“, das sich in den Repositories der meisten Linux-Distributionen befindet.

Administratoren können sich alle Owncloud-Anwender in einem einzigen Fenster anzeigen lassen. Weiterhin ist es möglich, Nutzer mit Hilfe des neuen Textfilters zu finden und nach Gruppen zu filtern. Ebenso sehen Admins die Zeit der letzten Anmeldung und den Speicherort des jeweiligen Nutzers.

Owncloud: http://owncloud.org/
Sogo Connector für Thunderbird: www.sogo.nu/downloads/frontends.html

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