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Ortsbestimmung für Ihre Bilder

23.10.2013 | 11:33 Uhr |

Mittels Geotagging können Sie und Ihre Freunde nachsehen, an welchen Punkten der Erde Fotos entstanden sind. Dazu betten Sie die Koordinaten des Aufnahmeorts in die Bilddateien ein.

Wenn Ihre Bilder über Geodaten verfügen, können Sie sich die Aufnahmeorte in Google Maps anzeigen lassen, an denen Sie die Fotos geschossen haben. Zudem gibt es im Netz Portale, die eine Karte mit den Bildern, etwa eines Urlaubs, zeigen. Die Ortsangaben können Sie am Rechner auch in Fotoprogrammen wie Picasa oder Photoshop Lightroom verwenden, um Bilder nach deren Entstehungsort zu ordnen, zu sichten und auszuwerten.

Koordinaten aufzeichnen

Beim Geotaggen versehen Sie die Bilder mit geografischen Koordinaten. Dabei weisen Sie einem Foto einen Längen- und Breitengrad sowie optional eine Höhe über Normalnull und die Blickrichtung zu. Gespeichert werden die Angaben in den EXIF-Meta-Tags. Kameras mit einem eingebauten GPS-Modul speichern die Aufnahmekoordinaten beim Fotografieren automatisch, wenn Sie die GPS-Funktion im Menü der Kamera aktiviert haben. Auch Aufnahmen, die Sie mit einem Smartphone mit GPS-Ausstattung schießen, werden automatisch mit den Positionsdaten des jeweiligen Aufnahmeorts versehen. Für Kameras ohne GPS gibt es externe Datenlogger. So ein kleines Zusatzgerät ab 50 Euro sammelt unterwegs GPS-Daten, die Sie später am PC mit den Fotos verknüpfen können. Allerdings müssen Sie den Datenlogger ständig mit sich herumtragen. Einfacher ist es, sein Smartphone als GPS-Logger einzusetzen, schließlich hat man es unterwegs meist ohnehin dabei. Dazu benötigen Sie ein Smartphone mit GPS und eine Tracker-App. Damit lassen sich unterwegs GPS-Daten aufzeichnen, zu Hause auf den Rechner übertragen und dann mit den zugehörigen Fotos verknüpfen.

Fotos unterwegs mit Photoshop Touch aufpolieren

Ultra GPS Logger: Die Android-App zeichnet Ihre Touren auf und exportiert die Daten zur weiteren Nutzung am PC.
Vergrößern Ultra GPS Logger: Die Android-App zeichnet Ihre Touren auf und exportiert die Daten zur weiteren Nutzung am PC.

Mit dem Smartphone taggen

Vor einer Tour starten Sie die GPS-Tracker- App. Danach protokolliert das Smartphone, welchen Weg Sie einschlagen. Parallel dazu fotografieren Sie wie gewohnt mit Ihrer Kamera. Am Ziel angekommen, beenden Sie die GPS-Aufzeichnung. Die App hat in der Zwischenzeit Hunderte von Einzelkoordinaten mit Datum und genauer Uhrzeit protokolliert. Anhand des Datums- und des Uhrzeitstempels in den EXIF-Daten der Kamerabilder ist es möglich, jedem Bild die jeweilige Position exakt zuzuordnen.

Die richtige App: Für Android und iOS gibt es eine große Auswahl an Geotracking- Apps, viele davon sind für Outdoor-Sportler oder zur Dokumentation von Trekking-Touren konzipiert. Die meisten unterstützen den Export ins standardisierte GPX- oder KMLFormat und das Versenden per Mail, sodass man die Daten am Rechner nachträglich mit Fotos verbinden kann.

Android: Ultra GPS Logger (3,79 Euro) spricht Benutzer an, die auf einen Blick alle wichtigen Funktionen kontrollieren wollen. Die App unterstützt den Export von GPS-Protokollen in den beiden wichtigsten Formaten KML und GPX. Abgelegt werden die Daten wahlweise auf der SD-Speicherkarte oder im internen Handyspeicher. Optisch ein Stück weit ansprechender ist die Gratis-App GPS Logger for Android .

iOS: Umfangreiche GPS-Funktionen bietet Trails GPS Logbuch (3,59 Euro). Damit lassen sich Strecken aufzeichnen, die Sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto zurücklegen. Schlichter präsentiert sich Geotagr (4,49 Euro). Die Gps4cam Pro (3,59 Euro), von der auch eine günstigere Standardversion existiert (2,69 Euro), wird von einem Gratis-Utility für Windows unterstützt, das Fotos am PC automatisch taggt.

GPS Logger for Android: Die App nimmt GPS-Daten auf, die sich in Windows mit Fotos verknüpfen lassen.
Vergrößern GPS Logger for Android: Die App nimmt GPS-Daten auf, die sich in Windows mit Fotos verknüpfen lassen.

Geotags in Fotos einbinden

Sollen die GPS-Daten in einem Rutsch mit den Fotos verknüpft werden, bedarf es eines Tools. Besonders einfach geht das mit dem kostenlosen Programm Geosetter . Es erlaubt darüber hinaus das Bearbeiten einmal gespeicherter Koordinaten und das manuelle Zuweisen von Geotags.

Fotos zum Taggen laden

Laden und installieren Sie als Erstes das Gratis-Tool Geosetter. Bestätigen Sie danach den Begrüßungsdialog. Nun sehen Sie das Hauptfenster der Software. Links oben direkt unter der Menüleiste legen Sie den Ordner fest, der Ihre Bilder zur Ortsbestimmung enthält. Darunter sehen Sie eine Vorschau der Fotos inklusive (eventuell noch leerer) Koordinateninformationen sowie ganz unten eine Voransicht des markierten Fotos. Rechts erscheint eine Kartendarstellung samt Navigationselementen aus Google Earth.

GPS-Tracks einbinden

Geosetter kann die von einem GPS-Tracker oder einer Tracker-App für das Handy protokollierten Koordinaten in einem Rutsch in den Header von Bilddateien einfügen. Gehen Sie auf „Bilder, Synchronisierung mit Datendatei“. Stellen Sie sicher, dass „Mit GPS-Datendatei synchronisieren“ aktiv ist, klicken Sie dahinter auf den Button „...“ und wählen Sie die Protokolldatei mit den Koordinaten aus. Bei „Zuweisung gefundener Positionen“ muss „Interpolation[...]“ aktiv sein. Bestätigen Sie die Datenübernahme mit „OK“.

Kostenlose Foto-Tools für Profis

Koordinaten manuell setzen

Beim Exportieren der Streckenprotokolle in dieser iOS-App wählen Sie als Dateiformat entweder KML oder GPX aus.
Vergrößern Beim Exportieren der Streckenprotokolle in dieser iOS-App wählen Sie als Dateiformat entweder KML oder GPX aus.

Auch ohne GPS-Aufzeichnung klappt das Taggen, indem Sie die Koordinaten manuell setzen. Markieren Sie dazu das erste Bild. Verwenden Sie dann den Kartenausschnitt rechts im Fenster zur Eingabe der Ortsangabe. Die eingeblendete Karte verschieben Sie zunächst so, dass der Ort, an dem das Foto aufgenommen wurde, etwa in der Mitte liegt. Mit dem Schieberegler wählen Sie dann per Zoom (+) einen immer feineren Kartenausschnitt. Klicken Sie an der richtigen Position mit der Maus an die Stelle in der Karte. Um diese Geodaten dauerhaft zu sichern, klicken Sie auf das Speichern-Symbol.

Mehrere Fotos taggen

Sicher haben Sie an einem Ort mehrere Fotos aufgenommen. Mehrere Fotos versehen Sie mit einer gemeinsamen Ortsangabe, indem Sie links im Fenster alle zusammengehörigen Bilder markieren und ihnen dann rechts einen gemeinsamen Ortsmarker zuweisen. Klicken Sie anschließend auf das Icon „Kartenmarkierung zu allen ausgewählten Bildern zuweisen“. Schließen Sie mit „Speichern“ ab.

Eigene Weltkarte erstellen

Der Google-Dienst Panoramio erlaubt es, Bilder samt Geodaten online zu stellen und eine persönliche Weltkarte anzulegen, auf der die Fotos an den Stellen platziert sind, an denen sie aufgenommen wurden. So können Sie etwa von einer Reise eine bebilderte Route anzeigen und Freunde an Erlebnissen teilhaben lassen.

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