25.05.2014, 09:51

Loyd Case

Ordnung im PC

Workshop - So verlegen Sie PC-Kabel richtig

PC-Kabel richtig verlegen ©iSockphoto.com/lisegagne

Sieht man in Ihrem PC vor lauter Kabel die Hardware nicht mehr? Dann wird es Zeit, dass Sie die Ordnung im Gehäuse wiederherstellen. Für bessere Kühlung, leichtere Aufrüstbarkeit und um Kurzschlüsse zu vermeiden.
Ordnung ist das halbe Leben, besagt eine alte Weisheit. In Sachen PC ist das aber fast schon die ganze Wahrheit. Denn es gibt viele gute Gründe dafür, im PC-Gehäuse nicht das Chaos regieren zu lassen. Wenn Sie einen neuen PC kaufen – insbesondere einen teuren Hochleistungs-PC, zum Beispiel für ressourcenintensive Videobearbeitung – werden Sie schnell feststellen, wie aufgeräumt er im Innern aussieht.
PC-Hersteller führen die Kabel oft in strammen Bündeln vorsichtig an der Hardware vorbei über die Ecken des Gehäuses – und machen sie somit beinahe unsichtbar. Wenn Sie an Ihrem PC herumschrauben, sollten Sie beim nächsten Mal also auch auf die Kabelführung achten – aus verschiedenen, praktischen Gründen: Beispielsweise stellen Sie damit sicher, dass lose Kabel oder Drähte sich nicht in den Lüftern verfangen, was nicht nur zu extremem Lärm führt, sondern auch zu gefährlicher Hitzeentwicklung bei empfindlichen Komponenten.
Luftzirkulation verbessern
Zudem können Sie durch ordentliche Kabelführung die Luftzirkulation im PC verbessern, die das komplette System kühl und stabil hält. Und zu guter Letzt finden Sie bei einer ordentlichen Kabelführung im Notfall bestimmte Kabel viel einfacher und müssen sie nicht erst umständlich aus einem Kabelknäuel lösen.
Im Folgenden zeigen wir Ihnen in anschaulichen Bildern, wie Sie dem Kabel-Chaos in Ihrem PC Herr werden. Als Schritt-für-Schritt-Anleitung mit einem Beispiel-PC. Zusätzlich geben wir Ihnen weitere Ideen und Vorschläge an die Hand.

Inventur der Komponenten

Für dieses Kabelführungs-Projekt entschieden wir uns für ein halbwegs modernes PC-Gehäuse: das Fractal Designs Define R3 – ein Midi-Tower, gemacht, um einen relativ leistungsstarken PC zu beherbergen.
Auch wenn dieses Gehäuse moderne Annehmlichkeiten wie eine Ausfräsung hinter dem Motherboard-CPU-Sockel bietet und somit den Ausbau "exotischer" Kühlsysteme vereinfacht, ist das Gehäuse weder sonderlich breit, noch sonderlich tief – Standard eben. Wir bauen im folgenden zwar eine moderne Grafikkarte ein, für die fast 30 Zentimeter langen Radeon HD 6990 Karten bietet das Gehäuse allerdings keinen Platz. Der Innenraum bietet nur unwesentlich mehr Platz als ein anderes, typisches Midi-Tower-Case. Schlecht für Grafik-Fetischisten, gut für unser Projekt, da wir Ihnen so besser zeigen können, wie Sie Ihre Kabel in einem durchschnittlichen Gehäuse verschwinden lassen.
Die meisten neueren Gehäuse, wie dieses, bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihre Kabel hinter dem Motherboard-Schacht hindurchzuführen. Eine solche Möglichkeit ist der Schlüssel zu einem ordentlichen PC-Innenleben. Andererseits verfügt der R3 nicht über eine Extraportion Breite, wie beispielsweise ein Coolermaster HAF 932 oder ein Corsair 600T. Dadurch können Sie nicht einfach jedes beliebige, noch so klobige Kabel hinter Ihrem Motherboard verstecken – Sie bekämen die seitliche Abdeckplatte nie wieder ans Gehäuse.
Natürlich gilt es, vor dem Zusammenbau Ihres PCs, einige Komponenten bereitzustellen. Wir verpflanzen ein existierendes System, basierend auf einem Intel DX58SO2-Motherboard und einem Core-i7-970-Prozessor. Damit niemand behaupten kann, wir würden schummeln, verzichten wir auf die Benutzung eines modularen Netzteils. Beim Corsair TX850W-Netzteil sind alle Kabel fest mit dem Netzteil verbunden – darunter zwei komplette Stränge mit SATA-Anschlüssen und vier PCI-Express-Kabel. Der CPU-Kühler ist ein Corsair H70 – ein versiegelter Flüssigkühler mit zwei 120mm-Ventilatoren. Während dieser Lüfter Schmutz und andere Partikel vom CPU-Sockel fernhält, schickt es eben diese direkt an die Gehäuse-Rückseite – eine Herausforderung für sich.
Bevor wir nun mit dem eigentlichen Projekt loslegen, noch ein paar grundsätzliche Regeln vorab.

Anschlüsse überprüfen

Bevor Sie Ihre Komponenten installieren, nehmen Sie sich die Zeit für eine Inventur der Anschlüsse. Auf diese Weise bekommen Sie einen besseren Überblick darüber, wie viele Kabel Sie benötigen und somit ordnen müssen. Unser spezielles Testsystem verfügt über die folgenden Anschlüsse:
  • Ein non-modulares Stromkabel (mit mehreren, überschüssigen Netzanschlüssen)
  • Eine High-End-Grafikkarte, die zwei PCI-Express-Netzanschlüsse benötigt
  • Drei Festplatten, die insgesamt drei SATA-Netzanschlüsse und drei SATA-Datenkabel benötigen
  • Das Motherboard mit dazugehörigen Strom-, Reset-, Power-LED-, Audio-, eSATA- und USB-Anschlüssen; zudem wird für das Mainboard ein Haupt-Netzanschluss vom Netzteil und eine Zusatz-Stromversorgung durch einen 8-Pin ATX12V-Anschluss benötigt
  • Ein optisches Laufwerk mit SATA-Datenkabel und Netzanschluss
  • Die Flüssigkühlung, die zwei Lüfter-Anschlüsse auf dem Motherboard benötigt
Ein Front-Gehäuse-Lüfter, der ebenfalls einen Lüfter-Anschluss auf dem Mainboard belegt

Reihenfolge des Einbaus

Jetzt sollten Sie sich Gedanken darüber machen, welche Komponenten Sie zuerst einbauen müssen. Am besten kümmern Sie sich zunächst um den Einbau des Netzteils, dann der Festplatten und des Mainboards. Danach sollten Sie erst einmal pausieren und die bereits vorhandenen Komponentenkabel mit dem Mainboard verbinden. Das gilt insbesondere für den 8-Pin ATX12V-Anschluss, den wir verwenden. Wenn Sie den Fehler machen, CPU und Flüssigkühlung zuerst einzubauen, haben Sie keine Chance mehr, den 8-Pin noch anzuschließen.
Jetzt, da Sie wissen, welche Kabel am Ende geordnet werden müssen, sollten Sie einige Kabel miteinander verzurren. Dazu stehen Ihnen viele Hilfsmittel zur Verfügung, wie Gummibänder, Bindedraht, Velcro Straps und Nylon-Schnallen.
Was Sie hingegen niemals benutzen sollten, sind Kabelbinder. Mit denen ist es am Ende nahezu unmöglich, einzelne Kabel in zusammengeführten Kabelverbunden auszumachen. Bei jedem System, in dem Sie auch nur ab und zu einige Komponenten austauschen wollen, sollten Sie niemals zu so etwas permanentem wie Kabelbindern greifen, die Sie lediglich durch Aufschneiden wieder entfernen können. Und beim Schneiden werden nicht selten auch die Kabel selbst in Mitleidenschaft gezogen.
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