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Für jeden Zweck das optimale Foto

29.10.2015 | 11:00 Uhr |

Bild ist nicht gleich Bild: Je nachdem, ob eine Aufnahme für Ebay, ein soziales Netzwerk, ein Poster oder als Beweismittel gedacht ist, sollten Sie bestimmte Dinge beachten. Wir sagen Ihnen, wie Sie immer zum optimalen Bild kommen.

Seit Kameras digital arbeiten und damit Filme und teure Abzüge überflüssig sind, werden Fotos gemacht, was das Zeug hält. Auch die immer besser arbeitenden Smartphone-Kameras tragen dazu bei, dass heutzutage jeder bei jeder Gelegenheit fotografieren kann. Doch egal, wie praktisch und unkompliziert Fotografie geworden ist, in manchen Situationen reicht es nicht, einfach den Auslöser zu drücken. Wir haben uns mit einigen typischen Fotoszenarien beschäftigt und sagen Ihnen, was dabei zu beachten ist.

Facebook & Co.: Sich selbst präsentieren

Wer auf Facebook , Instagram & Co Fotos veröffentlicht, möchte vor allem eines: dass die Bilder von möglichst vielen Menschen gesehen und bewundert werden. Dabei ist es egal, ob auf den Fotos das aktuelle Urlaubsziel, der Familienkater oder einfach nur der sonntägliche Schweinebraten zu sehen ist. Wichtig ist hier, mit dem Bild eine Aussage zu vermitteln, die etwas über Sie verrät. Also beispielsweise „Kuckt mal, dieses Jahr hab ich’s nach Australien geschafft“ oder „Ist das nicht der schönste Kater der Welt?“ oder natürlich „Ich kann richtig gut kochen“ beziehungsweise „Mal sehen, wie viele Knödel ich dieses Mal schaffe“.

Haben Sie sich für eine Aussage entschieden, stehen die nächsten Fragen an: Welche Emotionen möchten Sie in den Menschen hervorrufen, die sich Ihr Bild ansehen? Und wie kann sich Ihr Bild von anderen Bildern mit einem ähnlichen Motiv abheben? Das Stichwort lautet „Persönlichkeit“. Sie weckt Emotionen und macht Ihre Bilder einzigartig.

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Tipps zur Inszenierung: Für den persönlichen Touch sollten Sie sich selbst ins Bild bringen. Der einfachste Weg, das zu bewerkstelligen, ist ein Selfie. Doch sollten Sie dieses Stilmittel nicht überstrapazieren. Denn einerseits haben Selfies in den seltensten Fällen mehr bildgestalterischen Inhalt als „Ich und meine beste Freundin haben ja so viel Spaß“. Andererseits sollten Sie sich fragen, ob Sie es in 15 Jahren noch gut finden werden, Ihr Gesicht quer über das Internet verbreitet zu haben.

Darüber hinaus lässt sich Ihre persönliche Note auch anders einbringen. Ein Sonnenuntergang am Strand wird beispielsweise wesentlich intimer, wenn Sie die untergehende Sonne auf dem Foto mit Ihren Füßen einrahmen – am besten im Schatten. Und zeigen Sie mit einer Fingergeste im Foto, was Sie vom dritten Knödel zum Schweinebraten halten.

Wer es etwas dezenter mag, der kann seinen persönlichen Touch auch mittels eines Gegenstandes einbringen. Eine Glücksmurmel unauffällig im Bild platziert, fällt nicht negativ auf, weist jedoch deutlich auf Sie als Urheber hin. Falls Sie mit dem Smartphone fotografieren, können Sie sich auch mit einem netten Stempel oder einem Rahmen behelfen, den Sie nachträglich per App ins Bild einfügen.

Versuchen Sie bei Facebook Ihre persönliche Note einzubringen, um sich von der Masse abzuheben. Das kann mehr oder weniger subtil geschehen.
Vergrößern Versuchen Sie bei Facebook Ihre persönliche Note einzubringen, um sich von der Masse abzuheben. Das kann mehr oder weniger subtil geschehen.

Tipps zur Kamera: Fotos, die Sie auf Facebook veröffentlichen, entstehen meistens spontan. Zwar sollten Sie dabei schon ein, zwei Minuten auf die Bildgestaltung verwenden. Das Motiv an sich taucht aber relativ plötzlich auf. Fotografieren Sie mit dem Smartphone, können Sie das Bild unmittelbar online stellen. Eine Digitalkamera benötigt dazu eine integrierte SIM-Karte, wie es bei den Galaxy-Modellen von Samsung möglich ist, oder Sie müssen sie über WLAN in ein bestehendes Netz einbinden.

Was die Kameraeinstellungen angeht, so hängen diese vom Motiv ab. In der Regel vertragen Landschaften eine höhere Farbsättigung und Food-Fotos einen stärkeren Kontrast. Vermeiden Sie auch hier möglichst den Blitz, vor allem, wenn Sie das Smartphone benutzen – er überstrahlt das Motiv in den meisten Fällen.

Twitter: Kuriositäten und lustige Situationen zeigen

Im Gegensatz zu Facebook, wo die Qualität der veröffentlichten Fotos eine große Rolle spielt, geht es bei Twitter mehr um deren Inhalt, also um das, was auf den Bildern zu sehen ist. Hier tummeln sich Promi-Selfies neben Abbildungen von kuriosen Situationen, lustigen Schildern und denkwürdigen Schlagzeilen. Große Fotokunst ist auf Twitter eher selten zu finden. Stattdessen wird man mit Schnappschüssen und Momentaufnahmen konfrontiert.

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Tipps zur Inszenierung: Groß inszenieren können Sie hier nur wenig – wenn sich die Situation ergibt, dann halten Sie mit der Kamera drauf, sonst ist der Moment vorbei. Einzig die Schärfe sollte stimmen, darum kümmert sich der Autofokus. Alles andere überlassen Sie am besten der Kameraautomatik.

Bei aller Begeisterung für lustige Situationen sollten Sie eines berücksichtigen: Veröffentlichen Sie keine Bilder von Personen in kompromittierenden, peinlichen oder anderen Situationen, die die Persönlichkeitsrechte und vor allem die Gefühle der dargestellten Menschen verletzen könnten. Genau genommen müssen Sie Privatpersonen sogar um ihre Einwilligung bitten, wenn Sie Bilder von ihnen machen wollen (Stichwort „Recht am eigenen Bild“).

Möchte man eine kuriose Situation auf Twitter posten, hat man meist keine Zeit für Kameraeinstellungen. Dann heißt es „Draufhalten“, sonst ist das Motiv weg. Einzig die Schärfe sollte stimmen.
Vergrößern Möchte man eine kuriose Situation auf Twitter posten, hat man meist keine Zeit für Kameraeinstellungen. Dann heißt es „Draufhalten“, sonst ist das Motiv weg. Einzig die Schärfe sollte stimmen.

Tipps zur Kamera: Da die Aufnahme hier möglichst schnell zustandekommen muss, sollten Sie sich vorher gut mit Ihrer Kamera – egal, ob Smartphone oder Digicam – beschäftigen und deren Grenzen austesten: Arbeitet der automatische Weißabgleich verlässlich? Ab welcher Lichtempfindlichkeit wird das Rauschen zu stark? Hat die Kamera Motivprogramme, die Sie einsetzen können? Ziel ist es dabei, universelle Einstellungen zu finden, um möglichst viele Motive und Fotosituationen damit abdecken zu können.

Fotobuch: Schöne Erinnerungen für die Ewigkeit einfangen

Ein Fotobuch soll die Erinnerung an ein spezielles Ereignis oder an eine Person bewahren. Beliebte Anlässe sind beispielsweise Hochzeiten oder Reisen, und auch die Geburt eines Kindes sowie dessen erste Lebensjahre werden häufig in einem Fotobuch festgehalten. Es gilt also auch hier: je besser die Qualität der Bilder, desto besser.

Tipps zur Inszenierung: Da ein Fotobuch zumeist in ähnlicher Form wie ein Bildband aufgebaut ist, sollten Sie die Wahl Ihrer Motive auch entsprechend treffen. Bei einer Reise bietet es sich zum Beispiel an, jede Doppelseite mit einem Thema zu füllen, etwa einem Ausflugsziel oder einer Stadt, falls Sie eine Rundreise planen. Oder Sie machen Ihr Urlaubsfotobuch zu einem Urlaubstagebuch mit einer Doppelseite pro Tag und starten zunächst mit Bildern vom Frühstück, als Nächstes folgen einige Schnappschüsse von Strand und Meer sowie vom Mittagsbüffet, bevor es abends in die Stadt und anschließend in die Strandbar für einen Absacker geht.

Aufnahmen für ein Fotobuch sollten qualitativ hochwertig sein, da sie meist mit schönen Erinnerungen an eine Reise, einen Event oder eine Person verknüpft sind.
Vergrößern Aufnahmen für ein Fotobuch sollten qualitativ hochwertig sein, da sie meist mit schönen Erinnerungen an eine Reise, einen Event oder eine Person verknüpft sind.

Tipps zur Kamera: Je nachdem, welche Motive Sie einfangen möchten, sollten Sie auch die Kamera entsprechend auswählen. Wenn Sie in erster Linie draußen fotografieren, können Sie zur Not einfach Ihr Smartphone nehmen. Vor allem Highend-Modelle produzieren bei Tageslicht ordentliche Ergebnisse. In schummrigen Tapas-Bars werden Sie damit allerdings nicht sehr weit kommen. Hier ist eine Digitalkamera mit einem lichtstarken Objektiv gefragt. Wählen Sie auf jeden Fall die höchste Auflösung. Auf diese Weise können Sie später auch Ausschnitte aus Bildern verwenden, ohne dass es Qualitätseinbußen gibt.

Digitale Fotoalben - Großer Vergleichstest

Blog: Den eigenen Lebensalltag der Welt preisgeben

Ein Blog ist die digitale Form eines Tagebuchs. Ob Sie dabei nun über ein bestimmtes Thema schreiben – Kochen, Literatur, Reisen et cetera –, oder einfach nur über das, was Sie täglich bewegt: Jeder Beitrag ist eine abgeschlossene Geschichte, in die der Autor seine Gedanken und sein Herz einfließen lässt. Die Fotos, die ein Blogger dazu postet, sollten daher besonders sorgfältig ausgewählt werden.

Tipps zur Inszenierung: Sie können einen Blogeintrag mit zwei Arten von Bildern ergänzen. Steht der Text im Vordergrund, dient ein Symbolfoto dazu, den Leser an das Thema heranzuführen und neugierig zu machen. Wählen Sie hier also ein möglichst einfaches Bild, das das Thema Ihres Beitrags wiederspiegelt.

Im Gegensatz dazu sollen Ihre Beitragsbilder das Geschriebene auflockern, die „Bleiwüste“ durchbrechen und das Lesevergnügen steigern. Sie ergänzen also das Symbolbild. Beschreiben Sie in Ihrem Blogpost ein Rezept, verwenden Sie dazu Fotos, die Sie während der Zubereitung aufgenommen haben, als Beitragsbilder. Als Symbolbild setzen Sie das fertige Gericht. Wenn der Beitrag von einer Reise handelt, platzieren Sie einzelne Aufnahmen als Beitragsbilder, ein wiedererkennbares Motiv als Symbolbild (etwa den Eiffelturm bei einer Paris-Reise). Eventuell kann auch eine Bildergalerie sehr ansprechend sein, falls Ihre Blog-Software diese Darstellungsart zulässt.

Blogbeiträge stellen Momente aus Ihrem Leben dar. Lockern Sie das Geschriebene durch Bilder auf, bei Rezepten etwa durch Aufnahmen während des Kochens.
Vergrößern Blogbeiträge stellen Momente aus Ihrem Leben dar. Lockern Sie das Geschriebene durch Bilder auf, bei Rezepten etwa durch Aufnahmen während des Kochens.

Tipps zur Kamera: Noch stärker als bei Bildern für Facebook kommt es hier darauf an, qualitativ hochwertige Fotos zu veröffentlichen. Da die meisten Blogbeiträge am Rechner entstehen, können Sie sich vorher ausreichend viel Zeit für die Bilder nehmen und diese in Ruhe bearbeiten. Verwenden Sie also eine Digitalkamera statt eines Smartphones und passen Sie die Belichtungsparameter in aller Ruhe an die jeweiligen Fotomotive an. Nehmen Sie jedes Motiv mehrfach auf, fertigen Sie Belichtungsreihen von wichtigen Szenen an, um später sicher eine verwendbare Aufnahme zu haben.

Ebay: Wichtige Eigenschaften herausstellen

Bei der Auktionsplattform Ebay ist es das Ziel der Verkäufer, möglichst viel Geld für ein Angebot zu bekommen. Dabei hängt die Anzahl der Bieter davon ab, wie ansprechend das Produkt präsentiert wird: Eine Auktion ohne Foto wird weniger angeklickt als eine mit Bild.

Die Qualität des Fotos spielt aber ebenfalls eine Rolle beim Erfolg einer Auktion: Je schöner ein Produkt in Szene gesetzt ist, desto eher rufen potenzielle Bieter die Detailseite des Artikels auf. Und das ist die halbe Miete.

Tipps zur Inszenierung: Versuchen Sie, die Vorzüge des Artikels hervorzuheben, ohne dabei zu übertreiben. Achten Sie dabei auf den Kontext: Wollen Sie beispielsweise einen Ring verkaufen, lichten Sie diesen am besten am Finger ab – das sagt einerseits etwas über die Größe des Schmuckstücks aus und lässt ihn außerdem eleganter erscheinen. Soll ein Kleidungsstück an den Mann gebracht werden, legen Sie es zum Fotografieren nicht einfach aufs Bett, sondern bitten Sie jemanden aus Ihrem Freundeskreis, für Sie Model zu spielen. So können Sie die Besonderheiten des Kleidungsstücks betonen. Dagegen sollten Sie etwa Elektronikartikel, Bücher oder andere Gegenstände, bei denen es weniger ums Äußere geht, ohne viel Drumherum abbilden.

Tipps zur Kamera: Greifen Sie hier am besten zur „richtigen“ Digitalkamera statt zum Smartphone. Denn üblicherweise machen Sie Ebay-Fotos in Innenräumen bei Kunstlicht, und hier haben Smartphone-Kameras oft Probleme.

Wollen Sie ein Motiv möglichst bildfüllend ablichten, sollte Ihre Kamera über einen Makromodus verfügen. Dann können Sie bis auf wenige Zentimeter an den Artikel herangehen, und die Schärfe bleibt erhalten. Optimalerweise schrauben Sie die Kamera auf ein Stativ, so können Sie Motive auch direkt frontal von oben ablichten, etwa eine Blu-ray auf einem Tisch. Und eines ist ganz wichtig: Bitte nicht blitzen! Sonst haben Sie nur ungewollte Spiegelungen im Bild, und das Motiv sieht in den meisten Fällen unvorteilhaft aus. Wenn das Umgebungslicht für die Aufnahme nicht ausreichen sollte, stellen Sie lieber eine zusätzliche Lampe dazu und passen Sie den Weißabgleich daran an.

Postervergrößerung: Das Beste herausholen

Es ist der Traum jedes Hobbyfotografen: Gäste sind zu Besuch, bewundern die Wanddeko, und Sie können sagen „Ja, das Poster hab ich gemacht.“ Dabei ist es beileibe kein Hexenwerk, gelungene Fotos auf Postergröße aufziehen zu lassen. Mit ein paar Tricks gelingen Ihnen die schönsten Aufnahmen, die dann im Großformat nochmal so gut zur Geltung kommen.

Tipps zur Inszenierung: Das Motiv für eine Vergrößerung mag wohlüberlegt sein. Denn: Groß aufgezogen wird jedweder Makel im Bild deutlich sichtbar, da hilft auch die nachträgliche Bearbeitung oft nur bedingt. Eine erste Hilfe bei der Auswahl leisten persönliche Vorlieben: Jeder Fotograf hat seine Lieblingsmotive – wenn auch vielleicht unbewusst.

So fotografiert der eine gerne die Blüten in seinem Garten, der andere bevorzugt architektonische Details wie Balkone, Gassen und Torbögen. Wieder andere können im Urlaub an keinem Obst-und Gemüsemarkt vorbeigehen, ohne die Tomaten, Gurken und Orangen mit der Kamera einzufangen.

Lieblingsmotive lassen Fotografen unverkrampft an ein Bild herangehen. Aber: Bei aller Vorliebe sollten Sie ein Motiv wählen, das nicht zu viel Unruhe ausstrahlt – denn dies ist gerade bei Vergrößerungen störend.

Für eine Postervergrößerung sollte eine Aufnahme die optimale Bildqualität haben, also die höchste Auflösung und niedrigste Kompressionsstufe. Auch sollten Sie darauf achten, dass das Motiv nicht zu unruhig ist.
Vergrößern Für eine Postervergrößerung sollte eine Aufnahme die optimale Bildqualität haben, also die höchste Auflösung und niedrigste Kompressionsstufe. Auch sollten Sie darauf achten, dass das Motiv nicht zu unruhig ist.

Tipps zur Kamera: Vorlieben in der Motivwahl bedeuten gleichzeitig, dass Sie sich mit einem Motiv auseinandergesetzt haben, dass Sie etwa bei Blütenbildern den Makromodus einsetzen, bei Architektur auf stürzende Linien achten und bei Aufnahmen unter bunt überdachten Marktständen den Weißabgleich anpassen.

Andere Bildfehler werden erst durch die Vergrößerung sichtbar – etwa Bildrauschen. Neigt Ihre Kamera zu Bildrauschen bei hoher Lichtempfindlichkeit, sollten Sie diese möglichst niedrig wählen und – so weit vorhanden – die automatische ISO-Grenze herabsetzen.

Wählen Sie andererseits aber die beste Bildqualität, also die höchste Auflösung bei geringster Komprimierung. So können Sie auch einen Bildausschnitt groß aufziehen.

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Familienalbum: Menschen in Szene setzen

In einem Familienalbum sind zwei Arten von Fotos zu finden: Gruppenbilder und Porträts. Doch egal, ob Sie nur Oma Erna oder gleich die ganze Mischpoke ablichten – lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen und scheuen Sie sich nicht davor, Ihre Verwandten anzuleiten.

Tipps zur Inszenierung: Bekommen Sie nicht alle Anwesenden nebeneinander auf das Bild, arrangieren Sie die Gäste in mehreren Reihen nach Größe: Bitten Sie Kinder ganz nach vorne, sie können sich auf den Boden setzen. Achten Sie zudem darauf, dass niemand verdeckt ist. Das Stichwort lautet hier „auf Lücke stellen“, sodass zwischen den Köpfen zweier Gäste der Hintermann zu sehen ist. Außerdem sollten Sie nach Möglichkeit ein Stativ verwenden.

Bei Porträts stellen Sie sich so hin, dass die Person den Kopf etwas in Richtung Schulter zu Ihnen hindrehen muss. Dadurch wird der Hals gestreckt und kaschiert ein leichtes Doppelkinn. Und bitten Sie Oma Erna um ihr schönstes Lächeln! Lockern Sie die Atmosphäre auf, indem Sie in Erinnerungen schwelgen („Neulich ist mir wieder eingefallen, wie ich mal alle Deine Kekse aufgegessen habe!“).

Bei Porträts erzielen Sie über eine offene Blende einen unscharfen Hintergrund. Der Rest ist Psychologie: Bringen Sie die Person für Ihr Bild im Familienalbum zum Lachen!
Vergrößern Bei Porträts erzielen Sie über eine offene Blende einen unscharfen Hintergrund. Der Rest ist Psychologie: Bringen Sie die Person für Ihr Bild im Familienalbum zum Lachen!

Tipps zur Kamera: Damit für Gruppenfotos alle Anwesenden auf das Bild passen, empfiehlt sich eine Digitalkamera mit möglichst kurzer Brennweite. Denn je kürzer die Brennweite ist, desto weiter reicht der Bildausschnitt. Fotografieren Sie im Serienbildmodus. So haben Sie später genügend Aufnahmen der Gruppe – und wahrscheinlich sogar eine, auf der niemand mit geschlossenen Augen oder offenem Mund zu sehen ist. Übrigens: Auf Lächel-und Blinzelerkennung, wie sie manche Digitalkameramodelle bieten, sollten Sie sich nicht verlassen. Nutzen Sie lieber Ihre Bildbearbeitungskenntnisse, indem Sie zwei Serienbilder zusammenmontieren, um geschlossene Augen oder mürrische Gesichter auszutauschen.

Die meisten Digitalkameras bieten für Porträts einen speziellen Modus, der mit Gesichtserkennung arbeitet und Hauttöne hervorhebt. Wählen Sie eine offene Blende für einen unscharfen Hintergrund, vor dem die Person im Vordergrund gut zur Geltung kommt.

Beweisfotos: Schönheit ist Nebensache

Ein Verbandskasten ist Pflicht im Auto. Keine Pflicht, aber dennoch wichtig ist eine Digitalkamera im Auto. Dabei tut es auch eine billige Digiknipse mit 3-fach-Zoom – Hauptsache, Sie haben im Falle eines Unfalls die Möglichkeit, Beweisfotos anzufertigen. Theoretisch können Sie dafür auch Ihr Smartphone verwenden. Da diese aber meist nur ein Digitalzoom und Probleme mit der Schärfe im Nahbereich haben, raten wir Ihnen zu einer „richtigen“ Digitalkamera mit Zoomobjektiv und Makromodus.

Tipps zur Inszenierung: Bei Beweisfotos von „Inszenierung“ zu sprechen, ist sicher falsch. Denn hier geht es in erster Linie darum, den Sachverhalt akkurat abzubilden. Fotografieren Sie mögliche Schäden daher immer mehrfach aus unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen Brennweiten. Sorgen Sie auch für genügend Licht. Befindet sich der Schaden an einer schattigen Stelle, bitten Sie jeman-den, mit der Smartphone-LED darauf zu leuchten. Nutzen Sie auch den Blitz – hier kommt es ausschließlich auf den Inhalt des Bildes an, nicht auf künstlerische Schönheit.

Tipps zur Kamera: Überprüfen Sie vor dem Fotografieren, dass Bildveränderungen – also Filter, Effekte, Weichzeichner et cetera – deaktiviert sind. Da Sie die Bilder als Beweismaterial brauchen, sollten diese so „pur“ wie möglich sein. Das bedeutet auch, dass Sie die Fotos nicht nachträglich am PC bearbeiten dürfen!

Über die Kamera können Sie, falls möglich, die Belichtung über die Blende und/oder die Verschlusszeit anpassen. Das oberste Gebot bei Beweisfotos: Die Bilder müssen scharf sein, damit sie Schäden ausreichend dokumentieren. Im Zweifelsfall kosten Sie unscharfe oder wenig aussagekräftige Fotos bares Geld.

Video: Bildbereiche unscharf zeichnen
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