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Größere Software-Auswahl

22.04.2008 | 09:21 Uhr |

Den meisten Suse-Anwendern ist bekannt, daß jede neue Version von Open Suse unter anderem auch neue Tools für die Software-Verwaltung enthält. Aber wussten Sie, daß Sie mit der aktuellen Open-Suse-Version Zugriff auf beinahe 20.000 Software-Pakete erhalten? Lesen Sie hier, wie Sie diese Software auf Ihrem Rechner installieren und was neu ist an der Software-Installation in Open Suse 10.3.

Yast erleichtert das Aktivieren von Software-Depots
Vergrößern Yast erleichtert das Aktivieren von Software-Depots
© 2014

Unix-Cracks mögen die Nase rümpfen – aber die Verwaltung der installierten Software-Pakete ist mit Desktop-Tools und Maus zweifellos komfortabler als mit kryptischen Befehlen auf der Kommandozeile.

1. Software von DVD nachinstallieren

Nach wie vor ist Yast für die Software-Verwaltung der wichtigste Anlaufpunkt. Open Suses Kommandozentrale ist modular aufgebaut. Um Software, die auf der Installations-DVD vorliegt, zu installieren oder zu entfernen, starten Sie das Yast-Modul zur Software-Installation im Startmenü mit „Computer, Installieren von Software.“
Open Suse fragt Sie zuerst nach Ihrem root-Passwort (das gilt auch für alle weiteren Aufrufe von Yast). Danach lassen sich unter „Filter“ verschiedene Ansichten aktivieren. Mit „Suche“, der Standardansicht, können Sie den Namen (oder einen Namensbestandteil) eines Software-Pakets eintippen und die DVD danach durchforsten. Sehr praktisch ist die Ansicht „Schemata“, die die vorhandenen Software-Pakete in Gruppen unterteilt, die Sie im linken Fensterteil sehen. Rechts im Fenster zeigt Ihnen Yast die zur jeweiligen Auswahl gehörenden Pakete. Möchten Sie ein Paket installieren, setzen Sie per Mausklick ein Häkchen in das vorangestellte Kästchen. Möchten Sie es aktualisieren oder entfernen, klicken Sie mehrmals, bis das entsprechende Symbol im Kästchen erscheint.

Yast stellt dabei sicher, dass Sie nicht versehentlich ein Paket entfernen, das eine andere Software noch benötigt. Falls Sie versuchen, ein solches Paket zu entfernen, weist Yast Sie in einem Dialog darauf hin. Sie haben dann die Wahl, noch weitere Pakete zu entfernen oder Ihre Auswahl zurückzunehmen. Leider müssen Sie diesen Schritt für jedes einzelne betroffene Paket durchführen. Mit zypper auf der Kommandozeile geht das einfacher (siehe Punkt 7).

2. Community Repositories

Yast prüft, was das System noch benötigt
Vergrößern Yast prüft, was das System noch benötigt
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Zur Installation eines Software-Pakets benötigen Sie häufig weitere Komponenten, die in anderen Paketen verfügbar sind. Sie zu installieren ist am einfachsten, wenn der Paketmanager des Systems automatisch weiß, wo sie zu finden sind. Verfügen Sie über einen Breitband-Internet-Anschluss wie DSL, können Sie – wie bei anderen aktuellen Linux-Distributionen auch – Online-Software-Depots, die Repositories im Internet, nutzen. Open Suse geht hier noch einen Schritt weiter: Yast unterstützt nun auch die Installation von Software aus Community Repositories, die Software enthalten, die nicht vom Open-Suse-Projekt erstellt wird. Um zusätzliche Repositories zu aktivieren, starten Sie Yast über das Startmenü mit „Computer,Systemeinstellungen“ und wählen das Modul „Software, Community Repositories“.
Möchten Sie die proprietären 3D-Treiber für eine ATI- oder Nvidia-Grafikkarte installieren, aktivieren Sie das ATI-beziehungsweise das Nvidia-Repository. Wir empfehlen, auch die Repositories „Haupt-Repository (Opensource Software – OSS)“, „Haupt-Repository (Nicht-OSS)“, „VideoLan“ und „Packman“ zu aktivieren. Die letztgenannten enthalten Anwendungen, die aus lizenzrechtlichen oder Platzgründen nicht im Grundsystem enthalten sind. Mit „Beenden“ übernimmt Yast Ihre Einstellungen und lädt die Inhaltsverzeichnisse der neu aktivierten Repositories aus dem Internet. Bei dieser Gelegenheit sucht Yast auch gleich nach eventuell vorhandenen Patches für bereits installierte Software.
Beim Import des Packman- und des VideoLan-Repositories meldet Yast, dass einige Pakete mit einem „nicht verbürgten öffentlichen Schlüssel signiert“ sind. Das liegt daran, dass diese Software-Depots nicht offiziell von Open Suse unterhalten werden. Sie haben hier die Wahl, der Software dennoch zu vertrauen oder sie eben nicht zu installieren. Klappt das Hinzufügen eines Repositories einmal nicht auf Anhieb, handelt es sich vermutlich um einen kurzfristigen Server-Ausfall. Versuchen Sie es dann einfach später noch einmal.

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