Wer Open Source als Selbstbedienungsladen ansieht, bei dem es Software umsonst gibt, irrt. Mit OSS lässt sich auch gut Geld verdienen. Verschiedene Geschäftsmodelle haben sich hier etabliert. Denn bevor Software im Unternehmen eingesetzt werden kann, muss sie angepasst, erweitert getestet und dokumentiert sein. Hier setzen die Geschäftsmodelle von Firmen an, deren Basis Open-Source-Software ist.
OSS-Distributoren stellen OSS zu handlichen Software-Paketen zusammen. Die entscheidende Leistung des Distributors ist das Schnüren eines leicht nutzbaren Komplettpaketes mit Installationsprogrammen und Administrationsroutinen. Gewinn ergibt sich aus Entwicklung, Vermarktung, Vertrieb und Support der Distribution. Red Hat und Suse/Novell sind die bekanntesten Vertreter dieses Geschäftsansatzes.
Software-Applikationsanbieter versuchen über verschiedene Lizenzmodelle die Software teilweise kommerziell zu vertreiben. Beispielsweise kann ein Anbieter seine Software unter einer OSS-Lizenz freigeben und eine andere - angereichert um Zusatzfeatures - unter einer kommerziellen Lizenz vertreiben. So geschehen bei Sun mit Openoffice.org (frei) und Staroffice (kommerziell). Eine andere Variante ist, dass der Anbieter seine Software nur auf bestimmten Plattformen als OSS lizensiert. So ist die Softwarebibliothek Qt kommerziell auf Windows-Systemen, aber für Unix- und Linux-Systeme kostenfrei erhältlich.
OSS-Dienstleister bieten Services für existierende OSS-Software an. Der Gewinn wird erzielt durch den Verkauf von Personensätzen. Man kann die OSS-Dienstleister in vier Kategorien unterteilen: Distributoren, welche als sekundäres Geschäftsmodell auch Support anbieten, große Hardwarehersteller, die Hardwaresysteme mit vorinstallierten OSS-Distributionen verkaufen, globale Systemintegratoren, die weltweit IT-Dienstleistungen im kommerziellen und OSS-Bereich anbieten und spezialisierte OSS-Dienstleister, die sich vollständig auf Dienstleistungen für OSS-Komponenten konzentrieren.
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