70430

Drei CRM-Lösungen für Mittelständler im Vergleich

27.01.2009 | 10:01 Uhr |

An Anwendungen für das Kundenmanagement auf Open-Source-Basis herrscht wahrlich kein Mangel. Welche Systeme für den geschäftskritischen Einsatz taugen und wo ihre Stärken liegen, hat visual4 getestet. Die Computerwoche stellt das Ergebnis vor.

Um das geeignete CRM-System zu finden, müssen Entscheider zunächst die eigenen Geschäftsprozesse verstehen und auch die vorhandenen Systeme und geplanten Einsatzgebiete für das Kundenmanagement berücksichtigen. visual4 stellt drei Open-Source-CRM-Systeme gegenüber: XRMS, vTiger und SugarCRM. Jede diese Lösungen hat ihre Vorzüge, die sie auf einem speziellen Gebiet ausspielen kann. Ein reiner Feature-Vergleich reicht deshalb nicht aus, um die passende Anwendung zu finden. Weit wichtiger ist, wie gut sich die jeweilige Software in die eigenen Systeme einfügt, wie detailliert sie die Unternehmensprozesse abbildet und in wie weit vorhandene Daten integriert werden können.

Aller drei hier betrachteten CRM-Anwendungen setzen auf eine webbasierende Bedienung im Browser, so dass die Anwender flexibel überall auf die Daten und Werkzeuge des Kundenmanagements zugreifen können. Als Installationsvoraussetzung benötigen sie einen Linux-Server mit Apache-Webserver, die Programmiersprache PHP und eine MySQL-Datenbank - also ebenfalls alles Open-Source-Komponenten. Damit haben die drei Probanden Systemvoraussetzungen, die jedes Unternehmen und jeder Hosting-Anbieter leicht erfüllen kann.

Vor der Einführung eines Open-Source-Kundenmanagements sollten sich IT-Verantwortliche eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens allerdings darüber im Klaren sein, dass es beim Einsatz von Open-Source -Lösungen neben vielen Vorteilen auch Nachteile gibt. Die Plus- und Minuspunkte lassen sich so zusammenfassen:

Vorteile von Open-Source-Lösungen

  • Wirtschaftlichkeit: Eine Lizenzgebühr für den Kauf der Software fällt nicht an. Obendrein erhalten Unternehmen den Quellcode, sie bekommen also das zugrunde liegende Know-how frei Haus.

  • Anpassung: Da der Quellcode frei verfügbar ist, sind eigene Anpassungen und Erweiterungen ohne Lizenzbeschränkung nach den individuellen Vorstellungen des Unternehmens kein Problem. Die Software kann außerdem mit anderen Anwendungen integriert und optisch an die Unternehmens-CI angeglichen werden.

  • Eigenverwertung: Wenn es die Open-Source-Lizenz zulässt, kann ein Unternehmen eine angepasste und weiterentwickelte Fassung der Software auch selbst vermarkten.

  • Unabhängigkeit: Mit einer Open-Source-Lösung sind Unternehmen an keinen Hersteller oder Dienstleister gebunden und stecken nicht in verpflichtenden Update- und Wartungsverträgen fest. Erfüllt die Software die Erwartungen nicht, ist jederzeit ein Wechsel möglich.

  • Offene Entwicklung: Open-Source-Lösungen mit hoher Verbreitung werden normalerweise auch sehr aktiv weiterentwickelt. Aktualisierungen, Erweiterungen und neue Funktionen stellt die Community dann deutlich schneller bereit, als das bei Closed Source-Software der Fall ist.

  • Sicherheit: Sicherheitslücken und Probleme werden durch den frei zugänglichen Quellcode schneller entdeckt und Patches im Nu bereitgestellt.

0 Kommentare zu diesem Artikel
70430