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Richtig reagieren bei Problemen mit Online-Shops

03.03.2015 | 11:09 Uhr |

Betrug beim Online-Shopping, Passwort geklaut, Handy verloren oder Festplatte defekt – was Sie bei solchen Katastrophen tun müssen, verraten hier die Experten für genau diese Notfälle.

Es hilft ungemein, wenn man im Unglücksfall die richtigen Tipps kennt und weiß, was als Erstes und was als Letztes zu tun ist. Darum haben wir die Experten gefragt, die jeden Tag mit Online-Diebstahl, Handy-Verlust und Festplatten-Crashs zu tun haben. Hier präsentieren wir Ihnen die Experten-Tipps für Probleme beim Online-Shopping.

Betrug beim Online-Shopping lässt sich oft nicht vorhersehen

Bei Fake-Shops handelt es sich um scheinbare Online-Shops. Sie bieten wie jeder andere Shop im Internet ihre Waren an, meist sogar sehr günstig. Doch wenn Sie bei einem Fake-Shop bestellen und die Ware bezahlen, erhalten Sie keine Lieferung. Es gibt allerdings auch betrügerische Shops, die eine Weile tatsächlich bestellte Ware versenden. So kommen dann auch durchaus echte Kundenbewertungen auf der Shop-Seite zustande. Erst ab einem gewissen Zeitpunkt sacken die Betreiber nur noch das Geld der Käufer ein, versenden aber nichts mehr. Wer auf Preisjagd ist, kann leicht auf solche betrügerischen Shops hereinfallen. Denn sie sind oft so günstig, dass man als Schnäppchenjäger zuschlagen muss. Doch wenn Sie die folgenden Punkte beachten, steigen die Chancen, dass Sie beim Internetkauf nicht darauf hereinfallen.

Diese vier Punkte sollten Sie beim Einkaufen im Internet beachten:

1.  Bestellen Sie nach Möglichkeit nicht auf Vorkasse per Überweisung.

2.  Wenn Sie Zweifel haben, ob es sich um einen zuverlässigen Shop handelt, dann suchen Sie bei Google nach dem Namen des Shops. Ergänzen Sie die Suche um Worte wie „Problem“ oder „Ware nicht erhalten“.

3.  Prüfen Sie, wie lange es die Website schon gibt. Kopieren Sie dafür den Namen der Site, etwa www.alles-billig-hier.de ,  in das Eingabefeld auf  www.network-tools.com . Nach einem Klick auf „Go“ sehen Sie das Registrierungsdatum der Seite hinter „Regdate“.

4.  Nutzen Sie die Browser-Erweiterung WOT . Sie warnt vor möglicherweise unseriösen Shops.

Expertenrat zu Problemen beim Online-Shopping

Tatjana Halm, Referatsleiterin Markt und Recht bei der Verbraucherzentrale Bayern e.V.
Vergrößern Tatjana Halm, Referatsleiterin Markt und Recht bei der Verbraucherzentrale Bayern e.V.

Tatjana Halm ist Referatsleiterin Markt und Recht bei der Verbraucherzentrale Bayern e.V. Frau Halm kennt sich mit Problemen bei Fake-Shops aus ( www.verbraucherzentrale.de ).

PC-WELT:   Ich habe bei einem Online-Shop Ware bestellt, bezahlt, aber noch nicht erhalten. Wie viele Tage Verzögerung sind verdächtig und weisen auf einen Fake-Shop hin?

Halm:  Bei einem seriösen Online-Shop bekommen Sie fast umgehend eine Auftragsbestätigung und meist wenig später oder am nächsten Werktag eine Bestellbestätigung. War der Artikel bei der Bestellung als „lieferbar“ gekennzeichnet, sollte auch schon bald darauf eine Versandbestätigung per Mail eintreffen. Das heißt also: Wenn also nicht nach wenigen Tagen eine solche Info oder die Ware selbst ankommt, sollten Sie misstrauisch werden und sich bei dem Händler melden und nachhaken.

PC-WELT:   Ich habe nachgehakt und dennoch nichts erhalten.

Halm:  Wenn die Ware noch nicht bezahlt ist, sollte man schriftlich zur Lieferung auffordern. Wenn man aber das Geld schon überwiesen hat und sich der Shop-Betreiber trotz Kontaktversuch nicht meldet, gehen Sie zu Polizei.

PC-WELT:   Kann ich statt zur Polizei auch zu einer Verbraucherzentrale gehen?

Halm:  Wenn Sie einen finanziellen Schaden erlitten haben, ist der Weg zur Polizei die erste Wahl.

PC-WELT:   Was kann die Verbraucherzentrale für mich tun?

Halm:  Die Verbraucherzentralen helfen, wenn es um die richtigen Formulierungen, etwa in Beschwerdebriefen, geht und wenn es um das Einhalten von Fristen geht. Die Berater unterstützen Sie also vor allem in den Fällen, in denen noch Aussicht auf eine Lieferung der Ware oder eine Rückerstattung des Geldes besteht.

PC-WELT:   Hier geht es also weniger um Fake-Shops, die niemals liefern wollten, als mehr um Streitigkeiten und Missverständnisse mit einem Shop-Betreiber?

Halm:  Genau. Manchmal liefern Shop-Betreiber nur verzögert, weil sie schlecht organisiert oder personell unterbesetzt sind. Das sind dann keine Fake-Shops. In solchen Fällen muss man auch nicht zur Polizei. In diesen Fällen helfen auch sogenannte Online-Schlichter fürs Online-Shopping, etwa unter  www.online-schlichter.de .

PC-WELT:   Gibt es Warnzeichen, an denen ich einen unzuverlässigen oder betrügerischen Online-Shop erkennen kann?

Halm:  Generell ist Vorsicht geboten, wenn Sie per Vorkasse zahlen sollen. Zwar fordern das auch manche kleinen, aber durchaus seriösen Händler, aber mit einer Zahlung auf Rechnung sind Sie deutlich besser abgesichert.

PC-WELT: Vielen Dank für Ihre Zeit.

Weitere Experten-Tipps zu den Themen Online-Banking, Festplatten-Crash, Passwortklau per Virus und Handy-Verlust finden Sie über diesen Beitrag.

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