Cloud-Computing

Online-Backup-Dienste im Überblick

Freitag, 20.04.2012 | 10:30 von Alexander Roth
Wir stellen die besten Online-Backup-Dienste für Unternehmen vor.
Vergrößern Wir stellen die besten Online-Backup-Dienste für Unternehmen vor.
© istockphoto.com/Henrik5000
Datenspeicherung muss sein, ganz besonders für professionelle Anwender. PC-Welt hat die zehn besten Online-Backup-Dienste für kleine Unternehmen und Freiberufler zusammengestellt. Wir nennen Vorteile und Nachteile.
Wo sind meine Daten sicher? Diese Frage gewinnt für  Kleinunternehmer und Selbständige aller Berufe im gleichen Maße an Bedeutung, wie das Internet auch hier die Büros erobert. Angebote, Aufträge, Lieferscheine und Rechnungen – alle kaufmännischen Belege, die elektronisch erstellt wurden, müssen auch elektronisch vorgehalten werden, um sie bei Bedarf dem Fiskus präsentieren zu können. So wollen es die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) und die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS).

Hinzu kommt, dass immer mehr operative Daten in elektronischer Form anfallen – seien es E-Mails mit Änderungswünschen des Kunden, technische Zeichnungen, die am PC erstellt wurden, oder Messdaten unterschiedlichster Art. Der Verlust der Unternehmensdaten ist deshalb weit mehr als ein steuerrechtliches Problem. In vielen Firmen lässt sich der Betrieb ohne den jederzeitigen Zugriff auf digital gespeicherte Informationen gar nicht mehr aufrecht erhalten. Dass die Daten gesichert werden müssen, versteht sich daher von selbst. Doch wo sind die Daten wirklich sicher – und im Bedarfsfall schnell abrufbar? Neben CD, DVD und externen Festplattenlaufwerken etablieren sich zunehmend Online-Backup-Dienste, die sich in zwei Varianten unterscheiden lassen:

  1. Kostenlose Dienste, die zumeist einen begrenzten Speicherplatz und eingeschränkten Bedienkomfort bieten. Sie eignen sich vor allem zur Sicherung geringer Datenbestände, die sich nur selten ändern.
  2. Kostenpflichtige Dienste. Diese Angebote sind in der Regel entsprechend den Bedürfnissen des Benutzers konfigurierbar und sind am besten für die professionelle Sicherung von Daten geeignet. Allerdings  erfordern die Einstellmöglichkeiten hinsichtlich Art, Umfang und Häufigkeit des Backups unter Umständen einiges Know-how. Bei Unklarheiten sollte nicht an der Beratung – und damit an der falschen Stelle - gespart werden.

Online-Backup-Dienste lassen sich anpassen

Häufig stellen die Anbieter von Backup-Services mehrere der beschriebenen Varianten zur Wahl. In der Regel lässt sich die kostenlose Variante bei steigendem Bedarf einfach mit wenigen Mausklicks und Tastatureingaben erweitern. Dabei sollten Benutzer genau auf Details wie Vertragslaufzeit, Benutzeranzahl, Funktionalität und Zahlungsweise achten. Und natürlich auf klare Angaben zu sicherheits- und datenschutzrelevanten Themen wie Datenverschlüsselung, Serverstandort und  Sicherheitsbestimmungen. Leider sind viele dieser Angaben immer noch häufig in den AGB versteckt.

Sicherheit bei Online-Backup-Dienste

Grundsätzlich gilt beim Thema Datensicherung in der Cloud wie bei der Sicherheit in der Informationstechnologie allgemein: Das größte Risiko heißt „menschliches Versagen“ im Umgang mit der Technik. Übersichtlichkeit und Einfachheit der Benutzeroberfläche sind daher ein Muss. Und: Je höher der Automatisierungsgrad, desto sicherer die Lösung – wenn sie einmal läuft. Dennoch sollten Anwender unbedingt regelmäßig  die Qualität des Backups durch testweise Wiederherstellung überprüfen. Ansonsten kann es passieren, dass das Backup im Ernstfall defekt oder lückenhaft ist. Die Häufigkeit der Prüfungen richtet sich nachder  Bedeutung der Daten und der Häufigkeit von Änderungen. Beiwöchentlicher Sicherung von Geschäftsdaten empfehlen Experten, die Wiederherstellbarkeit einmal pro Monat zu überprüfen.

Pro und Contra Datensicherung in der Cloud/Online-Backup-Dienste:

Pro:

+ Einfache und schnelle Beschaffung von Speicherplatz

+ Gewährleistung von Sicherheit und Datenschutz durch den Cloud-Anbieter

+ Professionelle Sicherheitsstandards, in der Regel von unabhängigen Experten zertifiziert

+ Hoher Bedienkomfort

+ Globale Verfügbarkeit - überall, wo ein Internetanschluss besteht und weitgehend unabhängig vom Endgerät

+ Kosten als Betriebsausgaben absetzbar

+ Einfache Erweiterung der Kapazitäten bei wachsendem Bedarf

Contra:

- Häufig fehlende Transparenz bezüglich Speicherort

- Fehlen einheitlicher und für alle Anbieter verbindlicher  Sicherheitsstandards

- Verpflichtung zur Kontrolle des Dienstleisters

- Kein Offline-Zugriff auf gesicherte Daten

- Der Zeitaufwand für die Online-Sicherung ist – je nach Bandbreite und Nutzung der Internetverbindung – zum Teil beträchtlich.

Wichtiger Hinweis: Für Ärzte und Anwälte ist die Auslagerung ihrer Daten aus rechtlichen Gründen tabu.

Freitag, 20.04.2012 | 10:30 von Alexander Roth
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