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Test: Omnirom - sehr stabiles Custom-ROM für Ihr Android

07.10.2015 | 09:05 Uhr |

Omnirom wurde vor zwei Jahren von bekannten Entwicklern aus der Taufe gehoben und will Cyanogenmod den Rang ablaufen. Wir haben das System für Sie getestet.

Die Köpfe hinter diesem Custom-ROM sind keine Geringeren als die bekannten Android-Programmierer Chainfire, Xplodwild und Dees_ Troy. Sie zeichnen unter anderem verantwortlich für verschiedene Root-Programme, die Kamera-App „ Focal “ sowie die Recovery-Umgebung „TWRP“. Das zentrale Ziel der Entwickler war die Schaffung eines ernst zu nehmenden Gegenpols zu Cyanogenmod : Die Entwickler sahen mit Bedauern die Kommerzialisierung der Mutter aller Custom-ROMs. Mittlerweile gibt es so viele Custom ROMs, dass sich die Frage stellt: Was eignet sich für wen? Was speziell für Omnirom spricht, erfahren Sie im folgenden Text.

Welche Geräte werden unterstützt?

Mit dem Android Open Source Projekt (AOSP) im Rücken ist es den Entwicklern inzwischen gelungen, für mehr als 80 Geräte ein funktionierendes Custom-ROM anzubieten. Die meisten davon werden auch mit regelmäßig erscheinenden Nightlys versorgt. Aktuell sind bereits rund ein Dutzend Geräte auf die neue Android-Version 5 „Lollipop“ umgesetzt, weitere stehen kurz vor der Fertigstellung. In der offiziellen Übersicht innerhalb des Omnirom-Wikis sind bereits weitere Geräte für die nächste Stufe der Umsetzung benannt.

Installation von Omnirom und der erste Start

Die Installation des Custom-ROMs ließ sich über TWRP problemlos realisieren. Falls Sie trotz allem Probleme bekommen sollten, lohnt ein Blick in das Omnirom-Wiki . Nach dem ersten Start erscheint eine Oberfläche, die an das klassische Android 5 erinnert. Allerdings macht ein Blick unter die Haube schnell die wesentlichen Unterschiede deutlich.

Für die Darstellung der Oberfläche kommt mit Launcher3 ein eigenes Programm zum Einsatz. Dieses bietet vor allem Freiheiten in der Gestaltung der Oberfläche. Sie können über die Einstellung die Anzahl der Apps je Zeile und Spalte festlegen. Darüber hinaus sind Sie nicht mehr dazu gezwungen, den ersten Bildschirm als Startpunkt zu wählen. Der Launcher erlaubt eine individuelle Auswahl aus einem der zehn zur Verfügung stehenden Bildschirme. Neben der Anordnung der Symbole können Sie auch festlegen, ob die Suchleiste in den einzelnen Fenstern angezeigt oder ausgeblendet werden soll.

Launcher 3 steuert die Oberfläche von Omnirom. // Es gibt zahlreiche Auswertungen zum Leistungszustand Ihres Endgeräts.
Vergrößern Launcher 3 steuert die Oberfläche von Omnirom. // Es gibt zahlreiche Auswertungen zum Leistungszustand Ihres Endgeräts.

Benutzeroberfläche von Omnirom anpassen

Natürlich bietet Ihnen das Custom-ROM auch eine Reihe von Funktionen zur Anpassung von Anzeigen und Oberflächen. Innerhalb der Statusleiste ist das Batteriesymbol immer wieder ein beliebtes Objekt der Anpassungen. Bei Omnirom finden Sie die entsprechenden Optionen innerhalb der Einstellungen unter „Leisten“.

Zusätzlich dazu können Sie über den Menüpunkt „Schaltflächen“ weitere Optionen setzen. In der aktuellen Version betreffen diese lediglich die Lautstärke-Taste. Sie können sie innerhalb des Custom-ROMs mit einer zusätzlichen Funktion zum Aufwecken des Geräts belegen.

Ein weiteres Hardware-Element, welches Omnirom mit in die eigene Konfiguration übernimmt, ist die Status-LED. Sie können diese innerhalb des Menüpunkts „Benachrichtigung“ verwalten und beispielsweise bei einer eingehenden Whatsapp-Nachricht blinken lassen.

Innerhalb des Omnirom-Wikis finden Sie eine ausführliche Anleitung zur Installation des Custom-ROMs.
Vergrößern Innerhalb des Omnirom-Wikis finden Sie eine ausführliche Anleitung zur Installation des Custom-ROMs.

Datenschutz ernst genommen

Auch innerhalb Omniroms ist es möglich, die App-Vorgänge auszuwerten. Für alle selbst installierten Apps sehen Sie zudem die genehmigten Berechtigungen sowie die letzte Verwendung. Am Ende können Sie die vorhandenen Berechtigungen anpassen und unterbinden. Neben den App-Vorgängen lassen sich auch die Benachrichtigungen der Apps individuell verwalten.

Optimiertes Update in Omnirom

Bereits in der vorherigen Version legten die Entwickler ein wesentliches Augenmerk auf einen vereinfachten Update-Prozess. Omnirom erlaubt es Ihnen, verfügbare Aktualisierungen automatisch herunterzuladen und zu installieren. Dabei können Sie über die „Scheduler Action“ den automatischen Download konfigurieren.

Eigene Apps mit im Lieferumfang

Neben dem erweiterten Funktionsumfang bietet Omnirom im Vergleich zum Standard-Android auch einige alternative Apps, die bei der Installation mit ausgeliefert werden. Der „Apollo Music Player“ und der „DSP Manager“ sind vor allem den Nutzern von Cyanogenmod gut bekannt.

Zusätzlich dazu finden Sie noch die Anwendung „Omniswitch“, eine Schnellstartleiste, über die Sie die zuletzt geöffneten Anwendungen sehen und einen direkten Zugriff beispielsweise auf die Systemeinstellungen oder die auf Ihrem Gerät installierten Apps haben.

Zentraler Zugriff dank „Omniswitch“. // Omnirom erlaubt Ihnen die Anpassung der Benachrichtigungen.
Vergrößern Zentraler Zugriff dank „Omniswitch“. // Omnirom erlaubt Ihnen die Anpassung der Benachrichtigungen.

Leistungsauswertung des Endgeräts in Omnirom

Vor allem für Technikbegeisterte ist auch die Leistung des Endgeräts interessant. Sie sehen unter „Eigenschaften –> Leistung“ eine Übersicht unter anderem zum Zustand Ihrer CPU und des Speichers Ihres Smartphones oder Tablets. Die meisten Ansichten dienen in diesem Menü der reinen Information. Lediglich der Leistungsbereich der Kerne kann über das Menü „CPU Einstellungen“ festgelegt werden.

Noch nicht in „Lollipop“ umgesetzt

Aktuell stehen den Entwicklern des Custom-ROMs noch einige Portierungsaufgaben bevor. Es gibt noch diverse wichtige Funktionen, die auf sich warten lassen. Dies sind vor allem die Konfiguration des Ein- und Aus-Schalter-Menüs, die Konfiguration der Schnellstart-Symbole, der Konfigurator für den Sperrbildschirm sowie das „Active Display“. Dahinter verbirgt sich eine Funktion, bei der Sie nicht mehr zwingend das Display berühren müssen. Nachdem Sie Ihr Smartphone aus der Hosentasche ziehen, wird der Bildschirm automatisch aktiviert, und Sie können Ihre Benachrichtigungen kontrollieren.

Das Custom-ROM bietet Ihnen einen ausgeklügelten Update-Mechanismus. Dieser erlaubt Ihnen sogar das automatisierte Herunterladen und die Installation von Nightlys.
Vergrößern Das Custom-ROM bietet Ihnen einen ausgeklügelten Update-Mechanismus. Dieser erlaubt Ihnen sogar das automatisierte Herunterladen und die Installation von Nightlys.

Fazit

Alles in allem bietet Omnirom ein sehr stabiles Custom-ROM, das vor allem in der Vorgängerversion unter Kitkat einen interessanten Funktionsumfang geboten hat. Noch ist dieser Status nicht wieder ganz erreicht. Wie an den Nightlys zu sehen ist, wird jedoch beständig an der Portierung gearbeitet.

Tipp: Wer nach weiteren Alternativen zu Cyanogenmod sucht, sollte sich beispielsweise Dirty Unicorns oder AICP ansehen. Auch schlankere, dafür aber weniger fordernde Systeme wie SlimROMs sind einen Blick wert.

Video: 10 Tricks zu Android 5.0 Lollipop
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