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Ohne Tastatur und Maus – Windows 8 auf dem Desktop-PC

23.12.2013 | 10:22 Uhr |

Microsofts aktuelles Betriebssystem und ein Touch-Monitor bilden nicht immer das perfekte Duo, wie es Microsoft gerne verspricht. PC-WELT erklärt, wie sich Windows 8 perfekt per Fingertipp bedienen lässt.

Seit Oktober nun gibt es das erste große Update für Windows 8 mit einigen neuen Funktionen . Fast revolutionär aber ist der Schritt zurück bei der Bedienung. Nicht so sehr der Start-Button, den Microsoft nun zurückholt, sondern die versteckte Funktion „Beim Anmelden anstelle der Startseite den Desktop anzeigen “. Denn die bedeutet nichts anderes, als dass man von der für Windows 8-typischen App-Startoberfläche gar nichts mehr mitbekommt.

Windows 8.1: Touch-Bedienung schon vor dem Aus?

Heißt das nun, dass die erst vor einem Jahr eingeführte und für den klassischen PC reichlich ungewohnte Fingerbedienung schon wieder verschwindet? Nein, ganz und gar nicht. Microsoft hat einfach Einsicht gezeigt angesichts all der berechtigten Kritik, dass die überwältigende Mehrheit der Anwender eben keinen Touch-Monitor besitzt. Bisher musste man bei Windows 8 jedes Mal nach dem PC-Start entweder mit der Maus den klassischen Desktop aufrufen oder ein Tool wie Suite Skip Metro Suite oder NoTilesPlease installieren, welches dies automatisch erledigt.

Diese absurde Situation ist nun vorbei, doch die Frage nach der optimalen Bedienung von Windows 8 ist damit keineswegs beantwortet. Haben Wischgesten und das Tippen mit dem Finger nicht vielleicht doch Vorteile gegenüber Tastatur und Maus? Schließlich ist diese Art von Bedienung und Steuerung ja vom Smartphone bestens eingeübt und gilt allgemein als natürlich und einfach.

Rund 1.800 Euro kostet der All-in-One-PC Ideacentre HORIZON 27. Das Lenovo-Gerät mit riesigem 27-Zoll-Bildschirm lässt sich stufenlos schwenken und flach auf den Tisch legen.
Vergrößern Rund 1.800 Euro kostet der All-in-One-PC Ideacentre HORIZON 27. Das Lenovo-Gerät mit riesigem 27-Zoll-Bildschirm lässt sich stufenlos schwenken und flach auf den Tisch legen.
© Lenovo

So können Sie auf Tastatur und Maus verzichten

Deutliche Unterschiede zwischen Programmen und Apps

Die meisten klassischen Desktop-Programme sind nach wie vor voll auf die Bedienung mit Tastatur und Maus ausgelegt – unabhängig davon, ob die Programmoberfläche über eine Menüleiste mit Pulldown-Menüs strukturiert ist oder mit interaktiven Menübändern wie bei Office 2010 und 2013. Die Zahl der gleichzeitig sichtbaren Funktionen ist groß, die Größe der Schaltflächen entsprechend klein, so dass sie sich kaum für die Bedienung mit den Fingern eignen. Eine Ausnahme bilden Tools zur Organisation und Präsentation von Bildern: Hier kann man wie auf dem Smartphone und Tablet mit der Hand zum nächsten Foto wischen oder mit gespreizten Fingern zoomen.

Anders sieht es bei Apps für Windows 8 aus, also den Applikationen, die nicht im Desktop-Modus laufen: Sie sind ja schließlich für die Touch-Bedienung konzipiert. Prädestiniert hierfür sind Apps, bei denen Interaktivität oder Konsum im Vordergrund stehen, weniger dagegen die Produktivität. Dazu zählen die meisten Spiele, aber auch Medien-Apps zum Lesen von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften wie beispielsweise die neue Kiosk-App von PC-WELT . Hier ist es einfach bequem, durch die Seiten zu blättern, und entspricht gleichzeitig der Bewegung bei den gedruckten Ausgaben. Dazu kommen interaktive Möglichkeiten wie das Aufrufen von Videos und vieles mehr.

Grenzfälle stellen die vielen Video-Apps dar: Ob man nun YouTube oder eine Fernseh-Mediathek per Touch und Bildschirmtastatur bedient oder mit Tastatur und Maus steuert, ist eher Gewohnheit und Geschmackssache. Eindeutig schneller oder besser ist weder das eine oder andere.

Spätestens beim Neukauf eines Monitors oder Rechners sollte man überlegen, ob es nicht doch ein touch-fähiger Bildschirm oder gleich ein All-in-One-PC (AiO) sein soll. Also ein Rechner, bei dem sämtliche Hardware-Komponenten platzsparend hinter dem Bildschirm verbaut sind und der sich dank berührungsempfindlichem Bildschirm auch die Fingerbedienung der Windows-Apps eignet.

Solche Bildschirmrechner in der beliebten Größe mit 23 oder 24 Zoll Bildschirmdiagonale gibt es ab rund 600 Euro aufwärts , eines der günstigsten Geräte ist das Modell Aspire ZS600 von Acer. Wichtig beim Kauf eines All-in-One-PCs ist, sich vor dem Kauf genau über die Anforderungen im Klaren zu sein. Denn anders als sonst kann man hier wegen der speziellen Bauform nicht einfach ein optisches Laufwerk nachrüsten oder die Grafikeinheit austauschen.

Multitouch-fähiger Bildschirm: Mit rund 600 Euro zählt der Acer Aspire ZS600 zu den günstigsten All-in-One-PC mit 23 bzw. 24 Zoll Bildschirmdiagonale.
Vergrößern Multitouch-fähiger Bildschirm: Mit rund 600 Euro zählt der Acer Aspire ZS600 zu den günstigsten All-in-One-PC mit 23 bzw. 24 Zoll Bildschirmdiagonale.
© Acer

Vorsicht beim Monitorrahmen: eingeschränkte Bedienmöglichkeiten

Besitzt ein solcher All-in-One-Rechner einen Touch-Bildschirm, ist er in aller Regel auch multitouch-fähig: Man kann den Rechner also wie bei Smartphone und Tablet mit zwei oder mehr Fingern gleichzeitig bedienen, beispielsweise um Bilder zu vergrößern oder zu drehen. Standard ist hier ferner eine flache, durchgehende Bildschirmfläche ohne vorstehenden Rand.

Dieser Punkt, dass also der Rahmen nicht wie beim klassischen LCD-Monitor über das eigentliche Anzeige-Panel nach vorn hervorragt, ist für die Touch-Bedienung überaus wichtig. Sonst lässt sich nicht vom Rand einfach ins Bild hineinwischen, wie es die Bedienung vieler Apps und bestimmte Aktionen voraussetzen. Deshalb gilt es, bei den reinen Touch-Bildschirmen sehr genau aufpassen: Auf den ersten Blick kosten solche Displays nur rund 100 Euro Aufpreis, doch die meisten Monitore besitzen den unpraktischen Rahmen.

Wichtig: Ein vorstehender Rahmen um den Monitor erschwert die Touch-Bedienung unter Windows 8 enorm, weil man dann nicht mit dem Finger hineinwischen kann.
Vergrößern Wichtig: Ein vorstehender Rahmen um den Monitor erschwert die Touch-Bedienung unter Windows 8 enorm, weil man dann nicht mit dem Finger hineinwischen kann.
© Iiyama

Wichtig für ergonomisches Arbeiten ist schließlich, dass sich der Monitor bzw. All-in-One-PC möglichst flach neigen oder sogar hinlegen lässt. Ist das nicht möglich und muss man ständig vor sich auf den Touch-Bildschirm greifen, ermüden die gestreckten Arme ganz schnell. schnell. Ein minimaler Anstellwinkel von 45 Grad gegenüber der Tischplatte ist Pflicht, optimal ist ein einstellbarer Monitor, der sich möglichst flach neigen lässt.

Rund 1.800 Euro kostet der neue All-in-One-PC Ideacentre HORIZON 27. Das Lenovo-Gerät mit großem 27-Zoll-Bildschirm lässt sich stufenlos schwenken und flach hinlegen.
Vergrößern Rund 1.800 Euro kostet der neue All-in-One-PC Ideacentre HORIZON 27. Das Lenovo-Gerät mit großem 27-Zoll-Bildschirm lässt sich stufenlos schwenken und flach hinlegen.
© Lenovo

Fazit: Der Einsatzzweck ist entscheidend

Am Desktop-PC ist die Touch-Bedienung grundsätzlich zu hinterfragen, denn das Umgreifen von der Tastatur zum Bildschirm ist langsam und wenig ergonomisch. Wenn überhaupt, macht die Fingersteuerung nur mit einem rahmenlosen Monitor oder All-in-One-PC Sinn, der sich möglichst flach neigen lässt. Schließlich sind die Desktop-Programme mit ihren kleinteiligen Menüs für die Verwendung von Maus und Tastatur konzipiert.

Geeigneter sind da schon Touch-Notebooks, weil hier die Ergonomie günstiger und das Wechseln zwischen Tastatur- und Bildschirmbedienung einfacher ist. In unserem Ratgeber zur Touch-Bedienung von Windows 8 auf mobilen Geräten lesen Sie, dass die Steuerung per Fingertipp auf Notebooks- und Tablet-PCs besser von der Hand geht als am Desktop-Monitor. Ferner erfahren Sie darin, welche Geräteklasse – Touch-Notebook, Hybrid-Rechner oder Detachable-Tablet – sich für welchen Zweck am besten eignet.

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