10.11.2008, 10:01

Manfred Bremmer

Office unterwegs

Smartphone als vollwertiger Notebook-Ersatz

Wer viel reist und seine Daten und wichtige Anwendungen immer dabei haben will, denkt vielleicht zuerst an das Notebook als ständigen Begleiter. Mit einem Smartphone oder PDA müssen Sie jedoch keine Abstriche machen.
Wer auf einer Dienstreise ohne Notebook auskommen muss, der muss nicht Däumchen drehen. Mit dem Smartphone, Pocket-PC oder PDA sind heute wichtige Daten und Kontakte aus dem Unternehmensnetzwerk und aus dem Internet jederzeit abrufbar. Wireless LAN und UMTS/HSDPA machen es möglich. Auch die Rechenleistung der kompakten Geräte kann sich sehen lassen. Die mobilen Prozessoren werden immer besser und sollen bald an Laptop-CPUs heranreichen. Funktionen, die die Smartphones und PDAs ab Werk noch nicht beherrschen, können leicht mit den richtigen Tools nachgerüstet werden. Mit einem Endgerät für die Hosentasche können Geschäftsreisende heute also durchaus einige Tage zurechtkommen, ohne ihren PC zu vermissen.
Welche Geräte eignen sich als Notebook-Ersatz?
Die Auswahl auf dem Markt der kompakten Multifunktions-Geräte für Kommunikation und Datenverwaltung ist erfreulich groß, und Hersteller wie Research in Motion (RIM), Nokia, HTC oder Samsung haben Geräte für jeden Anwendertyp parat. Für Office-Nomaden eignen sich zur Zeit Smartphones mit den Betriebssystemen Windows Mobile, Blackberry OS und Symbian S60 am besten. Auch das iPhone könnte in Zukunft eine wichtige Rolle für mobile Offices spielen. Die Hardware ist auf dem neuesten Stand der Technik und mit Firmware-Updates wird das Gerät gewartet. Noch wichtiger ist aber die Möglichkeit für Drittanbieter, über ein SDK eigene Applikationen für das Apple-Gerät zu entwickeln. Bleibt noch abzuwarten, wie sich Googles Android-Plattform für Geschäftskunden eignen wird. Ein SDK für externe Programmierer hat Google schon in Arbeit. Zu guter Letzt sei noch Palm OS erwähnt, obwohl der Hersteller in jüngster Zeit selbst eher auf Windows Mobile als Betriebssystem für seine PDAs setzt.
Die Wahl des passenden Endgeräts hängt vor allem von der bevorzugten Plattform ab. Und die bestimmt, wofür sich ein Smartphone am besten eignet. Doch wer glaubt, die Anwender suchen ihr Gerät strikt nach technischen Details aus, irrt. Emotionen und Gewohnheiten sind genauso im Spiel. So nehmen Mac-Fans alle Gadgets aus dem Hause Apple glücklich an, Nokia-User schwören auf die durchdachte Benutzerführung der Smartphones, Blackberry-Besitzer wollen die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Geräts nicht missen und Windows-Mobile-Kunden freuen sich über die Windows-nahe Oberfläche ihrer Geräte. Sollen im Unternehmen Smartphones, PDAs oder Pocket-PCs angeschafft werden, dann wird auch die IT-Abteilung eigene Ansprüche an die Geräte haben. Der Administrator legt Wert auf die Möglichkeit zur Remote-Wartung und muss die IT-Policy des Unternehmens auch auf den mobilen Kommunikationsgeräten durchsetzen können.
Egal, welchem Lager sie sich anschließen und welche Plattform sie aussuchen: Ein mobiler Office-Ersatz braucht genügend Speicherplatz und ausreichende Rechenleistung, um alle Informationen flott bereitzustellen. Damit das Gerät nicht unterwegs schlapp macht, ist die Akkulaufzeit ein weiterer Punkt, auf den man achten muss. Kommunikationsschnittstellen der Wahl für virtuelle Datennomaden sind Bluetooth, UMTS/HSDPA und WLAN. Wer viele E-Mails oder Texte tippt, freut sich über eine richtige QWERTZ-Tastatur. Auch das Display muss groß genug sein, um Webseiten und Dokumente vernünftig darzustellen. Ein Touchscreen bringt zusätzlichen Komfort bei der Handhabung. Wer sich übrigens für einen Windows-Mobile-Zwerg mit Touchscreen entscheidet, der bekommt automatisch die Professional-Variante von Windows Mobile installiert. Und für diese Version gibt es wiederum die meisten Tools von Drittanbietern, wie Andreas Bargel vom Mobility-Systemhaus Handit weiß. Weitere Features, die je nach Einsatzzweck den Ausschlag geben können, sind GPS-Unterstützung, ein Fingerabdruckscanner oder ein Videoausgang, die nicht alle Geräte besitzen. Ein Vergleich der Zusatzausstattung lohnt sich also.
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