Das häufig gehörte Argument fehlender Linux-Anwendungsprogramme trifft für die meisten Unternehmen ins Leere. Zwar gibt es in vielen Bereichen nicht die Software-Vielfalt der Microsoft-Welt. Doch die Basisausstattung ist für 90 Prozent aller Arbeiten am Linux-Desktop gegeben. Die meisten Open-Source-Anwendungen decken die Standardanforderungen des Büroalltags ab. Dazu zählen Office-Anwendungen, Browser, Mail-Systeme und Groupware-Clients. Für viele dieser Bereiche stehen mehrere unterschiedliche Anwendungen bereit, auch wenn sich oft ein oder zwei klare Favoriten herauskristallisiert haben.
KOffice etwa ist interessant für Unternehmen, die eine schlanke, leicht handhabbare Büro-Software-Sammlung suchen. Sie bietet sich aufgrund der guten Integration in KDE besonders für den KDE-Desktop an. In keiner anderen Büro-Suite greifen die Komponenten so nahtlos ineinander.
Vom Funktionsumfang her kann KOffice mit dem Boliden OpenOffice allerdings nicht mithalten. Wenn Sie Wert auf einen möglichst unproblematischen Datenaustausch mit der Windows-Welt legen, eine enge GUI-Anlehnung an MS-Office oder die VBA-ähnliche Makrosprache benötigen, dann kommen Sie derzeit an OpenOffice nicht vorbei. Die Komplettlösung lässt vom Funktionsumfang kaum etwas offen und hat unter Linux einen ähnlichen Stellenwert wie Microsoft-Office bei Windows.
OpenOffice und StarOffice
Mit dem aktuellen Release steht OpenOffice auf einer Stufe mit MS-Office, erklärt Thomas Warnecke, IT-Leiter beim mittelständischen Kunststoffhänder q-tec. Dort verrichten etwa 30 Desktop-PCs ihre Arbeit unter Suse Linux und OpenOffice. "Hier und da gibt es noch einige Schwachstellen, die man aber erst bei der täglichen Arbeit mitbekommt." Im Großen und Ganzen aber ist Warnecke mit dem kostenlosen Büroprogramm zufrieden.
Als positiv empfindet Warnecke besonders die gute Angleichung an Microsoft Office. "Man merkt bei der neuen Version, dass sich die OpenOffice-Entwickler sehr stark an Microsoft-Office 2000 orientiert haben. Das finde ich einerseits schade, aber für den einzelnen User ist es besser. Viele haben zu Hause Windows und Microsoft Office im Einsatz, da fällt die Umstellung dann nicht so schwer."
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