Der einfachste Weg, die IP-Adresse zu verschleiern, sind öffentliche Proxy-Dienste, idealerweise im Ausland. Proxy-Server sind Netzwerkcomputer, die Benutzeranfragen annehmen, abarbeiten und das Ergebnis darstellen oder an den Benutzer weiterleiten. Alle Seitenaufrufe und der gesamte Datenstrom werden dann über einen fremden Server im Internet umgeleitet. Die Betreiber der Internetseiten, die Sie aufrufen, sehen dann nicht mehr die Ihrem PC vom Internetanbieter zugewiesene IP-Adresse, sondern nur die des Proxy-Servers.
Für diese Art von virtueller Tarnkappe müssen Sie an Ihrem PC nichts umstellen. Sie gehen einfach auf die Internetseite des Proxy-Dienstes und tippen dort die Adresse der gewünschten Seite ein. Adressen von öffentlichen Proxy-Servern finden Sie auf zahlreichen Internetseiten. Besonders umfangreich sind die Listen bei proxyliste, publicproxyservers und proxy4free. Sie enthalten oft auch Hinweise auf Reaktionszeiten und Geschwindigkeit.
Proxy-Internetdienste bieten in einigen Fällen auch weiter reichende Verschleierungsmöglichkeiten. Über den englischsprachigen Dienst proxify etwa lassen sich Scripts und Cookies unterdrücken, die ansonsten dazu dienen könnten, den PC-Nutzer im Hintergrund auch ohne den Abgleich der IP-Adresse zu erkennen.
V-Tunnel ist ebenfalls englischsprachig. Die Seite überzeugt durch einen vergleichsweise flüssigen Datentransfer und reicht zum reinen Surfen aus. Der Nutzer sieht lediglich eine kleine zusätzliche Werbeeinblendung und links daneben das Feld für die Adresse der Internetseite, die aufgerufen werden soll. Auch hier lassen sich Scripts, Cookies und Referrer unterdrücken.
Das größte Risiko beim Einsatz öffentlicher Proxy-Dienste ist die Integrität und Diskretion der jeweiligen Betreiber. Das sind Privatleute ebenso wie Organisationen und Unternehmen. Da man oft nicht viel über die meist im Ausland sitzenden Anbieter erfährt, sollten Sie hier misstrauisch sein, insbesondere wenn Sie private Daten eingeben. Schlimmstenfalls tappen Sie nämlich gerade in die Falle, die Sie umgehen wollten: Sie fallen Datensammlern in die Hände oder Kriminellen, die Ihren Computer kapern wollen. Deshalb rät PC WELT: Seien Sie grundsätzlich vorsichtig, und nutzen Sie nicht nur einen, sondern immer wieder verschiedene Proxy-Dienste.
In der Praxis ist das nicht immer problemlos möglich, denn öffentliche Proxy-Server kommen und gehen. Die Listen auf den Verzeichnisseiten sind nicht sehr zuverlässig und schnell veraltet. Gerade die dort aufgeführten Server mit den besten Reaktionszeiten erfüllen die Erwartungen oft nicht, weil sie entweder durch den Ansturm der Nutzer überlastet oder nicht mehr verfügbar sind.
Neben nervigen Werbeeinblendungen, durch die sich die meisten öffentlichen Proxy-Server finanzieren, gibt es auch technische Nachteile. Dazu zählt vor allem das oft mangelhafte Tempo: Das Umleiten kostet Zeit. Wie schnell die Daten fließen, hängt oft von der (Tages-)Zeit ab und schwankt in vielen Fällen. Deshalb lohnt es sich, gegebenenfalls auf einen anderen Proxy auszuweichen.
Besonders störend ist die langsamere Geschwindigkeit beim Herunterladen von Dateien, falls es überhaupt möglich ist. Auch die Anzeige von Internetseiten ist oft beschränkt: Navigationsleisten oder -rahmen fehlen, Videos oder Ton werden nicht abgespielt, Bilder unterdrückt.
Unterm Strich sind öffentliche Proxy-Server eine Notlösung. Für die dauerhafte Anonymisierung haben sie zu viele Nachteile.
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13.01.11
Der Link auf Seite 8 führt nicht zu einer Webseite, wo man seine Flash-Cookies loswerden kann, sondern zu einer Seite, die einen jungsteinzeitlichen CD-Brenner von HP beschreibt.
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