28.02.2009, 13:01

Margit Kuther

Monitortechnik

OLED - biegsam und leuchtstark

Die OLED-Technik funktioniert folgendermaßen: Auf eine transparente, biegsame Folie oder auf Glas wird ein transparenter Leiter (Elektrode) aufgebracht. Auf das Trägerelement aus Kunststoff oder Glas kommt dann eine hauchdünne Leuchtschicht, die aus halbleitenden organischen Materialien (Kunststoffen) besteht. Auf diese wird nun eine zweite Elektrode aufgebracht. Sobald Strom zwischen den beiden Elektroden fließt, leuchtet diese Schicht. Die Farbe des ausgesendeten Lichts hängt vom chemischen Aufbau der organischen Leuchtschicht ab. Mitte der 1980er Jahre gelang es Kodak, erstmals ein OLED (Organic Light Emitting Display) aus kleinen Molekülen herzustellen. Weitere Mitspieler sind unter anderem Canon, Epson und Philips.
Zwei Verfahren
Der OLED-Pionier Kodak hat die Small-Molecule-OLEDs (SM-OLEDs) entwickelt. Hierbei werden kleine Leuchtmoleküle im Vakuum auf den Träger aufgedampft. Die Herstellung in Vakuum-Kammern ist jedoch teuer und gerade bei großen Displays so aufwendig, dass sie sich hier noch nicht rechnet. Zudem werden bei der Verdampfung zahlreiche Moleküle zerstört.
Erfolgversprechender ist daher die P-OLED-Technik (Polymer), entwickelt vom Unternehmen Cambridge Display Technology. Dieses Verfahren basiert auf langkettigen Kunststoffmolekülen. Sie lassen sich in Flüssigkeit lösen und kostengünstig auf die Elektrode auftragen. Hierbei sind verschiedene Verfahren möglich: Beim Spin-Coating wird das Trägersubstrat in schnelle Drehung versetzt. Kommt die Lösung darauf, verteilt sie sich durch die Rotation gleichmäßig auf der Fläche. Ein anderes Verfahren ist der Tintenstrahldruck, bei dem die Polymere auf das Trägersubstrat aufgedruckt werden.
Vorteile: Flexibel und schnell
Die OLED-Technik bietet aufgrund der kurzen Schaltzeit von unter einer Millisekunde eine hervorragende Darstellung bewegter Bilder. Zudem erzielt sie einen hohen Kontrast und ermöglicht einen nahezu uneingeschränkten Ablesewinkel. Das Display eröffnet zukünftig zahlreiche neue Einsatzmöglichkeiten – es lässt sich zum Beispiel zusammenfalten und wie eine Zeitung verstauen.
OLEDs lassen sich auch auf transparenten Trägern einsetzen. Forschern der Technischen Universität Braunschweig ist es 2006 gelungen, auch die Ansteuerung transparent zu gestalten. So können beispielsweise farbige Navigationsanzeigen dem Autofahrer direkt auf die Windschutzscheibe projiziert werden.
Nachteil: Teure Produktion
Derzeit ist die OLED-Fertigung noch teuer. In kleinen Displays hat die Technik aber schon Einzug gehalten, etwa bei den MP3-Playern Creative Zen V.
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