22.07.2008, 09:56

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OLED-Displays

TV-Technologie der Zukunft

Seit Mitte der 1990er-Jahre gibt es Prognosen, dass Organische Leuchtdioden LCD und Plasma ablösen. Bei großen TVs gibt es allerdings immer noch nur Prototypen. 2010 soll sich das aber ändern.
von Klaus Hauptfleisch

Die dünnste Bauweise versprechen OLED-Displays (organische Leuchtdioden). Allerdings gibt es von TV-Riesen bisher nur Prototypen. Der von Sony Ende 2007 in Japan eingeführte erste marktfähige OLED-Fernseher "XEL-1" misst nur 11 Zoll und 3 Millimeter in der Tiefe, besticht aber mit einem Riesenkontrast von 1.000.000:1. Viele Hersteller, darunter Toshiba Matsushita Display Technology (TMD), Samsung SDI und Hitachi stehen aber schon in den Startlöchern, ab 2009 ähnlich dünne, größere OLED-Fernseher auf den Markt zu bringen. Samsungs Produktmanager Horst Strohbender zufolge soll es aber noch drei bis fünf Jahre dauern, um mit richtig großen OLED-TVs starten zu können.
Auf der CeBIT 2008 hatte der koreanische Hersteller einen 14- und einen 31-Zöller im Gepäck, die in Sachen Farbdarstellung echte Hingucker waren und die daneben stehenden neuen noblen TV-Riesen aus dem LCD- und Plasma-Lager blass aussehen ließen. Allerdings handelte es sich auch dabei wieder nur um Prototypen. Hitachis Thin-Display-Roadmap sieht für OLEDs Bautiefen von 3 Millimetern vor. Ein Vorteil von OLEDs ist der, dass sie flexibel sein können und sich somit auch in Kleidungsstücke einarbeiten lassen. Seiko Epson hat mit einem 40-Zoll-Prototypen schon 2004 demonstriert, dass es möglich ist, über einen leicht modifizierten Tintenstrahler organische Leuchtdioden auf eine flexible Folio aufzudrucken.
Was der Marktentwicklung bei größeren OLEDs bisher im Wege stand, war die Haltbarkeit der weißen und einiger farbigen Leuchtdioden, auch wenn die roten theoretisch bis zu 10 Millionen Stunden halten. Ein Problem ist auch der Helligkeitsverlust, weshalb Subdisplays für Klapp-Handys immer noch die wichtigste OLED-Anwendung sind. Ein anderer Grund dafür, dass die Technologie in großen Displays noch nicht Einzug gehalten hat, ist der, dass OLEDs bisher fast nur mit Passivmatrix-Ansteuerung der Pixel als Kreuzpunkte zwischen zwei Linien (Zeilen und Spalten) gefertigt wurden. Für große Displays ist dieses Verfahren aber nicht ausreichend.
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu großen OLED-TVs als Massenware war 2003 die erste erfolgreiche Demonstration eines solchen Displays mit einer Aktivmatrix von Dünnschichttransistoren, die wie bei modernen LCDs direkt auf das Glassubstrat aufgedampft werden und Pixel für Pixel einzeln ansteuern. Im großen Stil entwickelt und gefertigt werden solche neuartigen AMOLEDs jedoch unter anderem von Samsung SDI eigentlich erst seit Mitte 2007. Im Herbst 2007 hat Epson einen Durchbruch verkündet und versprochen, durch die Verbesserung des Leuchtstoffs und neue organische Strukturen die OLED-Lebensdauer auf 50.000 Stunden zu erhöhen. Zum Vergleich: Normale Glühbirnen halten in der Regel gerade mal 3.000 Stunden.
Der seit Mitte der 1990er-Jahre verheißenen Zukunft von OLED als überlegene Display-Technologie steht für manche Marktforscher und Hersteller nichts mehr im Weg. So gibt es bereits Prognosen, dass 2010 weltweit 3 Millionen OLED-Fernseher verkauft werden. Weltweit wurden 2007 rund 494 Millionen US-Dollar mit OLEDs umgesetzt, 9,7 Prozent davon mit AMOLEDs. Im ersten Quartal 2008 sollen AMOLEDs aber schon 55,6 Prozent der weltweiten OLED-Umsätze bestreiten, nachdem mit LG Display (ehemals LG Philips) und Chi Mei auch andere große Player in den Markt eingestiegen sind. Sony hat Ende 2007 mit seinem 11-Zoll-Gerät alle Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, aber der eigentliche Marktbeweger war mit 31,7 Prozent Stückanteil und 50 Prozent vom weltweiten Umsatz für OLEDs Samsung SDI. An zweiter Stelle folgte RiTdisplay mit 21,8 respektive 19,1 Prozent vom globalen OLED-Kuchen, auf Platz drei Pioneer (18,3/11 Prozent).
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