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Googles große Pläne im Mobilfunkmarkt

25.03.2008 | 10:00 Uhr |

Mit der Open Handset Alliance (OHA) und der Softwareplattform Android will Google auch die Handys dieser Welt erobern. Kann der Suchmaschinen-Gigant seine Macht auch aufs mobile Internet übertragen? Beobachter sind skeptisch.

Der ganz große Plan - für weniger ist Google nicht zu haben. Der Suchmaschinenbetreiber will mit Android eine einheitliche Plattform errichten, die von möglichst vielen Handy- und Softwareanbietern unterstützt wird. Sie soll aus Betriebssystem, Middleware, Benutzeroberfläche und Anwendungen bestehen. Google will es dabei Entwicklern so leicht wie möglich machen, Software zu schreiben, die auf jedem Handy läuft. Doch für den Suchmaschinen-Riesen ist der Mobilfunkmarkt Neuland. Dort sind die Strukturen gefestigt, die Claims abgesteckt. Das Interesse der Mobilfunker, ausgerechnet Google mit seinem erfolgreichen Internet-Werbemodell Zugang zu den eigenen Kunden zu gewähren, ist möglicherweise nicht so groß, wie Google-Boss Eric Schmidt und das Google-Management denken.

Hinzu kommt, dass unsicher ist, ob die OHA-Mitglieder überhaupt an einem Strang ziehen werden. In diesem Gremium sind Unter anderem Netzbetreiber wie T-Mobile, NTT DoCoMo, Sprint Nextel, Telecom Italia und China Mobile vertreten. Aber auch Handy-Hersteller wie Samsung Electronics, LG Electronics, Motorola und HTC. Hinzu kommen andere Schwergewichte im Markt, darunter Intel, Ebay, Nvidia, Qualcomm und Texas Instruments.

Prototyp eines Android-Handys von Texas Instruments
Vergrößern Prototyp eines Android-Handys von Texas Instruments
© 2014

Dass sich die Partner in der OHA denn auch eher vage zu den Zielen äußern, überrascht kaum. Motorola etwa, einer der wichtigsten Verfechter mobiler Linux-Systeme, will Android seiner bestehenden Palette an Handy-Plattformen hinzufügen. „Wir haben Abkommen mit Carriern und anderen Anbietern, die verschiedenste Produkte betreffen“, relativierte Ed Zander, Chairman und CEO von Motorola, den Schulterschluss mit Google und den OHA-Partnern. „Daran werden wir uns halten.“ Konzernsprecher Paul Alfieri bekräftigte: „Android ist nur eine der Waffen in unserem Arsenal.“ Derzeit nutzt Motorola auf seinen Handys ein Linux-System von Monta Vista.

Ähnlich unverbindlich klingen die Kommentare vom taiwanischen Handy-Hersteller HTC, der einer der wichtigsten Hardwareanbieter für die Windows-Mobile-Plattform von Microsoft ist. „An unserem Commitment zu anderen Betriebssystemen ändert sich gar nichts“, sagte Peter Chou, CEO des Handset-Lieferanten.

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