Notebook schnell und leise machen

SSD einbauen - so geht's beim Notebook

Montag, 05.12.2011 | 08:30 von Thomas Hümmler, Daniel Behrens
Mit einer SSD machen Sie Ihr Notebook viel schneller. Hier lesen Sie, wie Sie eine SSD einbauen.
Vergrößern Mit einer SSD machen Sie Ihr Notebook viel schneller. Hier lesen Sie, wie Sie eine SSD einbauen.
Ein SSD-Laufwerk (Solid State Drive) ist im Vergleich zu einer klassischen Festplatte mit motorgetriebenen Magnetscheiben und beweglichen Schreib-/Leseköpfen schneller und erzeugt keinerlei Geräusche. Außerdem sind SSDs unempfindlich gegen Stöße und eignen sich daher hervorragend für den rauen Notebook-Einsatz. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten, wie Sie eine SSD einbauen (in Ihr Notebook) und wie Sie die Daten umziehen.
Festplattenpreise haben sich als Folge der Überschwemmung in Thailand innerhalb weniger Wochen nahezu vervierfacht. Die Kosten für SSD-Laufwerke, die aus Flash-Speicher bestehen, sind hingegen stabil geblieben beziehungsweise gehen tendenziell sogar nach unten . Der Preisabstand zwischen SSD und klassischer Festplatte hat sich also verringert - Sie zahlen für eine SSD gleicher Speicherkapazität aktuell „nur“ noch rund das Doppelte als für eine Festplatte. Wer momentan vor der Kaufentscheidung steht, tut sich dadurch leichter, gleich aufs richtige Pferd zu setzen und wird sicherlich eine SSD einbauen. Denn mittelfristig wird die SSD-Technik die herkömmliche Festplattentechnologie ablösen.

Die Vorteile von Solid State Drives liegen auf der Hand: Sie sind robust, quasi lautlos, stromsparend und pfeilschnell. Aktuelle SSDs verwenden als Datenbus SATA III (auch SATA 6G und SATA 600 genannt). Damit erreichen die SSD-Laufwerke an einem SATA-III-Controller Datenraten von über 500 MB pro Sekunde beim Lesen und bis zu 400 MB pro Sekunde beim Schreiben. Das ist gegenüber herkömmlichen Festplatten drei- bis dreieinhalbmal so schnell.

SSD in Desktop oder Notebook einbauen: Vorüberlegungen

Windows 7 unterstützt die TRIM-Funktion von SSDs
Vergrößern Windows 7 unterstützt die TRIM-Funktion von SSDs

Wenn Sie in Ihren Computer eine SSD einbauen möchten, sollten Sie idealerweise Windows 7 besitzen. Denn erst ab dieser Version wird die TRIM-Funktion unterstützt. Diese reduziert die Anzahl der Schreibzugriffe und reorganisiert die Daten auf den Flashspeichern intelligent. Gerade die Schreibvorgänge sind in älteren Windows-Versionen sehr zeitaufwändig, da der Flashspeicher nur in größeren Blöcken umgeschichtet wird. Aus dem Grund sollten Sie für SSDs auch die automatische Defragmentierung abschalten. Wer SSDs unter Linux nutzen will, findet in diesem Artikel nützliche Tipps zum Einschalten und Testen der TRIM-Funktion.

Bei dem Festplattencontroller im Notebook muss es sich um ein SATA-Modell handeln. Bei Notebooks aus den letzten 3 Jahren ist das aber Standard. Wenn der Controller nur SATA I (150 GBit/s) oder SATA II (300 GBit/s) unterstützt, müssen Sie jedoch bei einer SATA-III-SSD (600 GBit/s) kleine bis mittlere Geschwindigkeitseinbußen hinnehmen.

Für den kleinen Geldbeutel: SSDs mit 64 GB
Vergrößern Für den kleinen Geldbeutel: SSDs mit 64 GB
© Kingston Technology

Um Geld zu sparen, können Sie zu einem SSD-Drive mit einer eher geringen Speicherplatz-Größe greifen, zum Beispiel mit 64 GB. Das reicht für das Betriebssystem und Ihre wichtigsten Daten aus und sorgt für einen ordentlichen Geschwindigkeitsschub. Daten, die Sie nicht täglich brauchen, lagern Sie auf ein externes Laufwerk aus. Dafür können Sie zum Beispiel Ihre bisherige Festplatte nutzen, indem Sie sie in ein externes USB-Gehäuse stecken. Möglicherweise ist in Ihrem Notebook ja auch ein zweiter, freier Festplatteneinschub vorhanden, in den Sie die SSD einbauen können. Das ist aber nur bei den wenigsten Mobilcomputern der Fall.

Wichtig: Informieren Sie sich darüber, welchen Formfaktor die bisherige Festplatte hat und suchen Sie sich eine SSD im gleichen Format aus. Gebräuchlich sind 2,5 Zoll und 1,8 Zoll. Werfen Sie dazu einen Blick in das Datenblatt Ihres Notebooks. Sollten Sie dieses nicht mehr besitzen, schauen Sie auf der Homepage des Herstellers nach.

Vorarbeiten: Betriebssystem und Daten übertragen

Windows auf die SSD umziehen mit Acronis True Image Home
oder anderen Image-Programmen
Vergrößern Windows auf die SSD umziehen mit Acronis True Image Home oder anderen Image-Programmen

Bevor Sie die Festplatte ausbauen und die SSD einbauen, müssen Sie Sie Betriebssystem und sonstige wichtige Daten auf die SSD umziehen. Das geht ohne Neuinstallation mit einem Image-Programm, das Festplatten-Partitionen 1:1 klonen kann.

Benutzerfreundlich, aber kostenpflichtig sind Acronis True Image Home und Paragon Backup & Recovery Home . Etwas weniger komfortabel, dafür aber kostenlos können Sie EaseUS Todo Backup Free nutzen. Wie das funktioniert, lesen Sie in unserem Beitrag „ Windows richtig umziehen “.

Externe 2,5-Zoll-Festplatten-Gehäuse (SATA) von
Sharkoon
Vergrößern Externe 2,5-Zoll-Festplatten-Gehäuse (SATA) von Sharkoon
© Sharkoon Technologies

Um die SSD an das Notebook anzuschließen, solange die alte Festplatte noch dort drin steckt, benutzen Sie ein externes USB-Festplattengehäuse, das Sie für wenige Euro im Fachhandel erhalten. Achten Sie auf die korrekte Größe, passend zur Platte (2,5 Zoll oder 1,8 Zoll).

Wenn die SSD weniger Platz bietet, als die Windows-Partition auf ihrer bisherigen Festplatte belegt, müssen Sie vor dem Umzug abspecken: Trennen Sie sich von altem Datenballast oder verschieben Sie möglichst viele Nutzdaten auf eine externe Festplatte. Wenn das nicht reicht, de-installieren Sie Programme, die besonders viel Speicherplatz beanspruchen, bis das Windows-Laufwerk mindestens 10 Prozent weniger GB belegt, als die SSD Platz bietet.

Sie können natürlich das SSD-Einbauen auch gleich als Gelegenheit nutzen, Windows frisch zu installieren. Dann stecken Sie nach dem Umbau einfach ihre bisherige Festplatte in ein externes USB-Gehäuse und kopieren von dort nach der Windows-Installation ihre wichtigsten Nutzdaten auf die SSD. Die jetzt zum USB-Laufwerk umgebaute alte Festplatte behalten Sie als Datenarchiv für besonders große und nicht täglich benötigte Daten.

SSD einbauen - jetzt geht’s los

Am einfachsten ist das SSD-Einbauen bei Notebooks, bei denen der Laufwerkskäfig einzeln zugänglich ist. Dann verbirgt sich die Festplatte unter einer Klappe am Boden des Geräts. Sie müssen also nur einige wenige Schrauben lösen - schon sehen Sie das gute Stück. Schwieriger ist es, wenn sich die Festplatte unter der Tastatur verbirgt. In dem Fall müssen Sie je nach Gerät die Tastatur-Schrauben auf der Rückseite des Notebooks lösen oder im schlimmsten Fall das ganze Gerät aufschrauben.

SSD-Festplatte nachrüsten - so geht's
SSD-Festplatte nachrüsten - so geht's

Wie Sie dabei vorgehen müssen, erfahren Sie leider nur in den seltensten Fällen direkt beim Hersteller. Glücklicherweise haben Hobby-Bastler zu vielen Modellen kurze Videoclips gedreht, in denen sie den SSD-Einbau vorführen. Diese Videos finden Sie zum Beispiel bei Youtube , wenn Sie in die Suchzeile den Namen ihres Notebooks gefolgt von „Harddisk“ oder „Festplatte“ eingeben.

Häufig ist die Festplatte an einem Rahmen befestigt. Dann müssen Sie dessen Schrauben lösen, bevor Sie die Festplatte entnehmen können. Seien Sie beim Abstecken der Verbindungs-Stecker sehr behutsam - sie sind mitunter sehr empfindlich.

Sollte das Notebook die SSD zwar korrekt erkennen, aber Windows nicht mehr starten, booten Sie von Ihrer Windows-DVD und führen Sie eine Reparatur des Bootsektors durch. Wie das bei Windows 7 geht, erfahren Sie im Beitrag „ Windows 7 reparieren mit Bordmitteln “.

Montag, 05.12.2011 | 08:30 von Thomas Hümmler, Daniel Behrens
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