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Notebook-Tuning total: Mehr Tempo, weniger Stromverbrauch

18.07.2015 | 09:33 Uhr |

Mehr Tempo, weniger Stromverbrauch: Mit den passenden Tools tunen Sie Ihr Notebook nach Belieben. Wir stellen ausgewählte Laptop-Tools vor.

Um das Notebook auf Höchstleistung zu trimmen, brauchen Sie Spezial-Tools. Natürlich dürfen auch auf dem Laptop Sicherheits-Software und Aufräum-Programme nicht fehlen. Doch das sind dieselben wie auf dem PC. Wollen Sie dagegen eine Notebook-CPU übertakten oder durch Undervolting Strom sparen, führt kein Weg an Tuning-Tools für den Laptop vorbei.

Der erste Schritt beim Tuning: Wissen, was im Notebook steckt. Das erfahren Sie durch das Tool HWInfo.
Vergrößern Der erste Schritt beim Tuning: Wissen, was im Notebook steckt. Das erfahren Sie durch das Tool HWInfo.

Vor dem Tunen immer updaten: Neue Treiber und aktuelles Bios

Der erste Schritt zum schnelleren Notebook sind aktuelle und passende Treiber sowie ein frisches Bios. Hier helfen Ihnen die vorinstallierten Treiber-Tools der Hersteller. Fast jeder Hersteller installiert ab Werk eine entsprechende Software: Die prüft mit einem Mausklick, ob aktuellere Treiber verfügbar sind oder führt Sie zur Webseite, wo Sie sie herunterladen können.

Finden Sie kein Update-Tool auf dem Notebook, müssen Sie sich die Treiber, die zum Notebook passen, auf der Support-Webseite des Herstellers selbst zusammensuchen. Oft sind diese Treiber aber nicht die neuesten: Aktuellere Treiber bekommen Sie meist direkt vom Hersteller des Chipsatz, der Grafikkarte oder des WLAN-Moduls im Notebook.

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Auch um noch mehr Leistung heraus zu kitzeln, sollten Sie genau wissen, welche Komponenten im Notebook stecken. Einen kompletten Überblick gewinnen Sie mit dem Tool HWinfo . Im System Summary, das sich gleich nach dem Start des Tools öffnet, finden Sie wichtige Infos zu Prozessor und Speicher. Neben CPU-Name und -Funktionen sehen Sie dort auch die minimale und maximale Taktrate inklusive Turbo-Boost-Takt. In einem kleinen Fenster erscheint die aktuelle Taktrate, die wie die CPU-Spannung von der aktuellen Auslastung des Systems abhängt.

Klicken Sie auf „Sensors“ gibt das Tool weitere interessante Infos zum System preis. So finden Sie Angaben zur maximalen, minimalen und durchschnittlichen CPU-Taktrate, zur Prozessortemperatur und zum Throttling. Beim maximalen Takt sollte die Turbo-Boost-Frequenz des eingebauten Prozessors stehen, Thermal Throttling sollte nicht vorkommen: Damit wissen Sie, dass das Kühlsystem des Notebooks ausreichend dimensioniert ist und die CPU ihre volle Leistung ausspielen kann.

Bios-Update: Mehr Funktionen, weniger Lärm

Um Ihr Notebook zu optimieren, sollten Sie vor allem das Bios aktualisieren. Ein Update kann dazu beitragen, dass der Laptop die Leistungs- und Sparfunktionen des Prozessors besser ausnutzt. Auch die Steuerung des Lüfters passen Hersteller über das Bios an – mit einem Update können Sie also beispielsweise einen häufigen drehenden Lüfter ruhig stellen. Das Bios-Update bekommen Sie auf der Support-Webseite des Notebook-Herstellers: Achten Sie dabei darauf, nur das passende Update für Ihr Modell einzuspielen. Infos zur Bios-Version, die derzeit auf dem Notebook läuft, liefert Ihnen Das Tool HWinfo im System Summary.

Bios-Update ohne Risiko

Über- oder Untertakten: Das Intel Xtreme Tuning Utility bietet viele Möglichkeiten fürs Notebook-Tuning
Vergrößern Über- oder Untertakten: Das Intel Xtreme Tuning Utility bietet viele Möglichkeiten fürs Notebook-Tuning

CPU-Tuning: Übertakten und Untervolten

Im Bios-Setup eines Notebooks finden Sie fast nie Einstellungen zum Übertakten. Meist gibt es diese Funktionen oder passende Windows-Tools nur bei speziellen Notebooks für Spieler, die nicht auf Mobil-, sondern auf übertaktungsfreudigere Desktop-CPUs setzen.

Fehlt ein Tuning-Tool auf Ihrem Laptop, probieren Sie das Intel Extreme Tuning Utility (XTU) aus. Ob Sie Taktrate und Versorgungsspannung mit dem Tool verändern können, hängt vom eingebauten Prozessor ab. Dafür gehen Sie ins Menü „Manual Tuning“ und bestätigen die Warnung.

Viel interessanter als das Übertakten ist es bei Notebook-Prozessoren aber, die Spannung zu verringern – „Undervolting“ genannt. Nutzt der Prozessor eine niedrigere Spannung, gibt er weniger Wärme ab: Dann läuft der Lüfter später oder überhaupt nicht an. Undervolting kann sich aber besonders bei sehr flachen Notebooks lohnen: Wenn der Prozessor unter Last läuft, muss er häufig seine Taktrate reduzieren, um das Kühlsystem im Laptop nicht zu überfordern (Throttling). Die reduzierte Spannung kann diesen Bremseffekt herauszögern beziehungsweise erlaubt der CPU länger im Turbo-Boost-Modus zu laufen.

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Um die Spannung zu reduzieren, setzen Sie im Menü „Manual Tuning“ bei den Punkten „Dynamic CPU Voltage Offset“, „Processor Cache Voltage Offset“ und „Processor Graphics Voltage Offset“ an. Setzen Sie die Spannung immer nur bei einem Punkt niedriger - und tun Sie es schrittweise, andernfalls stürzt Windows ab oder friert ein.

Wie weit Sie gehen können, hängt vom jeweiligen Prozessor und vom Kühlsystem ab: Um rund 50 mV niedriger sollten Sie aber beispielsweise bei „Dynamic CPU Voltage Offset“ gehen können. Testen Sie die Einstellungen über einen längeren Zeitraum unter Last, um zu sehen, ob das Notebook stabil läuft. Nach einem Absturz und Neustart stellt XTU die Standardwerte wieder her. Den Stress-Test können Sie sofort im Intel-Tool durchführen: Im entsprechenden Menü lassen sich die Komponenten CPU, Speicher oder Prozessor-Grafik unter Last setzen.

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