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Neun Grundlagen-Tipps für Hobby-Fotografen

21.07.2014 | 14:12 Uhr |

Ausgetüftelte Funktionen in den Kameras erleichtern heutzutage das Fotografieren. Und wenn die Automatik mal danebenliegt, verhelfen einige Handgriffe zu optimalen Fotos.

Egal wie gut die Kamera letztendlich ist: Wer gute Fotos schießen will, benötigt das nötige Know How. Gerade bei schwierigen Motiven ist dafür nach wie vor ein klein wenig Basiswissen und Erfahrung seitens des Fotografen gefragt. Wir geben Ihnen einfache Tipps, wie sich sich diese schnell aneignen.

1. Bildausschnitt festlegen
Ein wichtiger Aspekt für gelungene Fotos ist der richtige Bildaufbau. Wenn möglich, platzieren Sie das Kernthema Ihres Motivs nicht einfach und immer gleichbleibend in der Bildmitte, sondern ganz bewusst im oberen, unteren rechten oder linken Drittel. Dabei hilft das Gitterraster der Kamera. Diese Aufteilung wird von den meisten Betrachtern als recht ausgewogen und harmonisch empfunden. Einer der Gründe dafür liegt darin, dass auch die Natur häufig dieser Aufteilung folgt. Außerdem ist diese Anordnung für das Auge angenehmer. Gut zu wissen: Handelt es sich bei Ihrem Motiv um Menschen oder Tiere im Profil, sollten Sie diese in das Bild hinein- und nicht hinaussehen lassen.

2. Querformat ist Standard
Die optimale Ausrichtung hilft, einen aussagekräftigen Bildausschnitt zu finden. In den allermeisten Fällen ist das Querformat ideal. Es entspricht der gewohnten menschlichen Betrachtungsweise. Bäume, hohe Gebäude oder ein Wasserfall sind Aufnahmeobjekte, für die sich das Hochformat anbietet. Entscheiden Sie, was für das Foto wichtig ist und bleiben Sie beim Format flexibel.

3. Motiv anschneiden
Die Bildsprache hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Wurde früher alles Mögliche hauptsächlich im Vollformat abgebildet, geht der Trend mittlerweile zur Annäherung an das Motiv. Dabei wird bewusst in Kauf genommen, dass das Objekt nicht mehr in seiner Gesamtheit, sondern nur als Ausschnitt zu sehen ist. Die Ausschnitte sind in vollem Detailreichtum zu sehen – es sei denn, der Fotograf fügt absichtlich Unschärfe oder ein Verwischen hinzu. Gute Beispiele für den Trend zum gezielten Anschneiden von Motiven gibt es insbesondere bei Porträts: Abgebildet wird nicht mehr das ganze Gesicht, sondern lediglich ein Teil des Kopfes. Je mehr abgeschnitten wird, desto dynamischer wirken die Fotos. Wenn Sie das Anschneiden von Motiven selbst ausprobieren möchten, ist es ratsam, zusätzlich zu den Anschnitten noch ein paar konventionelle Vollbilder des Motivs für alle Fälle anzufertigen.

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4. Richtig fokussieren
Wenn Sie den Auslöser zur Hälfte herunterdrücken, fokussiert die Kamera und stellt das Motiv scharf. Normalerweise wird dabei auf die Bildmitte fokussiert. Befindet sich das Hauptmotiv nicht im Zentrum, zum Beispiel bei einer Szene mit zwei Personen, sollten Sie vorab scharfstellen. Dazu peilen Sie zunächst eine der beiden Personen an, drücken den Auslöser halb durch, schwenken dann bei gedrückt gehaltenem Auslöseknopf zum gewünschten Bildausschnitt und drücken den Auslöser erst danach ganz durch. Falls das Scharfstellen nach mehreren Versuchen nicht funktioniert oder die Kamera einen Warnhinweis für Unschärfe anzeigt, sind die Kontrast- oder Lichtverhältnisse im Fokusbereich möglicherweise unzureichend.

5. Histogramm verwenden
Das Histogramm in der Kamera gibt Hinweise auf eine korrekte oder falsche Belichtung von Bildern. Gute Kameras zeigen die Histogrammgrafik beim oder nach dem Auslösen an. Sie müssen nur wissen, wie Sie die Grafik interpretieren. Die X-Achse (waagerecht von links nach rechts) zeigt die Helligkeitsstufen von ganz dunkel (links) bis ganz hell (rechts) im Bild an. Die Y-Achse gibt die Menge entsprechender Pixel in der Aufnahme wieder. Wie das Histogramm genau aussieht, ist motivabhängig. In der Regel sollten Sie so belichten, dass die Ausschläge im Histogramm möglichst weit nach rechts und links verteilt sind, ohne in den jeweiligen Extrembereich zu kommen.

6. Fotos bei strahlender Sonne
Wenn Sie bei strahlendem Sonnenschein fotografieren, sind helle Bildteile häufig so überstrahlt, dass Motivdetails verloren gehen. Dem können Sie mit einer Belichtungskorrektur an der Kamera entgegenwirken, die per Menü, Schalter oder Drehrad eingestellt wird: Durch das Herabsetzen von ein bis zwei Stufen sind die Bilder dann etwas unterbelichtet. Dunkle Bildelemente der unterbelichteten Fotos können Sie allerdings am Rechner leicht wieder aufhellen.

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7. So klappen Action-Bilder
Sport- und Action-Fotos bekommen Sie ganz einfach in den Griff, wenn Sie an Ihrer Kamera das entsprechende Motivprogramm und, wenn möglich, den Serienbildmodus einstellen. Zielen Sie nun auf das sich bewegende Objekt und drücken Sie den Auslöser daraufhin halb durch. Im richtigen Augenblick drücken Sie ganz durch und halten den Auslöser gedrückt, damit die Kamera mehrere Aufnahmen hintereinander schießt. Beachten Sie, dass die Kamera sich bei Serienbildern zwischendurch nicht neu scharfstellt. Profis verwenden bei Sportfotos meist eine weit geöffnete Blende und Zeitautomatik.

8. Einfaches Aufhellen
Porträts und Aufnahmen von Gegenständen verlangen eine gleichmäßige Ausleuchtung. Das geht auch ohne Blitz oder Fotoleuchte: Stellen oder halten Sie dazu seitlich eine weiße Styroporplatte aus dem Baumarkt neben das Motiv. Eine solche hochgradig weiße Platte eignet sich prima als starker Lichtreflektor, mit dem Sie ein weiches, ausbalanciertes und weitgehend schattenfreies Licht auf das Motiv werfen.

Bei Porträts sorgt eine auf Schulterhöhe gehaltene Platte für die gleichmäßige Aufhellung von unten. Bei Produktfotos lassen sich gleich mehrere Platten seitlich und oberhalb des Objekts befestigen. Auf diese Weise ist es möglich, ein weiches Reflexlicht von mehreren Seiten zu erzielen.
9. Puder spart Zeit
Bei Porträts – gleich ob auf die Schnelle geschossen oder gründlich arrangiert – hilft ein wenig Puder, Hautunreinheiten, Flecken und insbesondere Glanzpunkte auf Nase, Wangen und Stirn abzudecken. So kann eine zeitraubende Nachbearbeitung am PC entfallen.

Bildrauschen umgehen

Der Bildsensor in der Kamera wandelt das eingefangene Licht in elektrische Impulse um. Er besteht aus Tausenden von lichtempfindlichen Fotozellen, die auf unterschiedliche Helligkeit reagieren – je heller das auftreffende Licht, desto größer ist die erzeugte Spannung. Der ISO-Wert betrifft die Lichtempfindlichkeit und regelt, wie sensibel der Sensor in der Kamera arbeitet. Als Faustregel verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit einer Kamera, wenn die ISO-Zahl auf das Dreifache erhöht wird.

Im Normalfall überlassen Sie der Kamera die Auswahl des ISO-Wertes („Auto-ISO“) abhängig vom vorhandenen Umgebungslicht. Allerdings konfigurieren insbesondere die Hersteller von Kompaktkameras ihre Geräte so, dass sie bei schlechtem Licht einen hohen ISO-Wert wählen, damit die Kamera wieder genügend Spielraum für eine optimale Blende bei kurzer Verschlusszeit hat, sodass keine Verwackler entstehen. Die gesteigerte Lichtempfindlichkeit wird jedoch durch einen Nachteil erkauft: Das Bildrauschen nimmt zu. Das heißt, das resultierende Bild ist mit einem Pixelraster unterlegt. Es kann durch die Kameraelektronik oder später mithilfe von Software am Rechner abgemildert werden, allerdings wirken stark entrauschte Bilder detailarm und glattgebügelt.

Das Rauschen ist umso stärker, je höher die eingestellte Empfindlichkeit der Kamera ist. Wir empfehlen Ihnen deshalb bei schlechtem Licht, wann immer möglich, die Kamera auf einem Stativ oder einer anderen Unterlage zu befestigen, mit einem niedrigen ISO-Wert zu arbeiten und nur bei Bedarf stufenweise nach oben zu schalten.

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