Vista führt eine für Windows-Systeme neue Art von Verknüpfungen ein. Zu den normalen Links (LNK-Dateien), den Hardlinks und den Junctions kommen nun auch noch die Symlinks oder symbolischen Links. Wir erklären, welche Sorte von Verknüpfung für welche Aufgaben geeignet ist.
Die normalen Verknüpfungen, also die altbekannten LNK-Dateien, verlieren ihre Berechtigung durch so viel Konkurrenz keineswegs: Sie verweisen auf jedes beliebige Datei-, Ordner- und Systemobjekt, verkürzen die Navigation und erlauben jede Menge Zusatzinfos in Form von Startordnern, Hotkeys oder Parametern – etwa die folgenden für das Einwählen auf einem FTP-Server:
explorer.exe /n,ftp://ha:passwort@gold.mine.de
Anderseits bleibt eine normale Verknüpfung eben eine LNK-Datei mit 1 oder 2 KB und repräsentiert nicht die Attribute ihres Zielobjekts. Ein Link auf einen Ordner sortiert sich daher nicht unter die Ordner. Und wenn Sie versuchen, mit einem Kopier-Kommando Dateien in einen Ordner-Link zu kopieren (in der Annahme, Sie kopieren damit in das Link-Ziel), geht nur der Link kaputt.
Hardlinks sind das ideale Hilfsmittel, Dateien an anderer Stelle zu klonen: Sie repräsentieren alle Eigenschaften (Größe, Typ, Icon) des originalen Dateiobjekts unterschiedslos. Wirklich sinnvoll sind sie aber nur bei mehreren Installationen der gleichen Software, wenn man etwa nur eine Konfigurationsdatei pflegen will. Und auch dabei stößt man schnell an Grenzen: Hardlinks funktionieren nur für Dateien (keine Ordner) und nur, wenn Original und Hardlink auf dem gleichen NTFS-Datenträger liegen. Der Befehl unter Cmd.EXE zum Erstellen eines Hardlinks lautet:
mklink /h <linkname><zieldatei>
Junctions erweitern das, was unter der Datenträgerverwaltung oder mit Mountvol für ganze Laufwerke schon seit Windows 2000 möglich war: Sie repräsentieren einen Ordner an anderer Stelle. Der Originalordner kann auf der gleichen Partition oder auf jeder anderen lokalen Partition liegen, aber beide, Original und Junction, müssen sich auf NTFS-formatierten Datenträgern befinden. Junctions sind im Explorer durch einen Verknüpfungspfeil erkennbar, unter CMD.EXE deutlicher durch den Hinweis "<Verbindung>". Bei Kopierbefehlen auf die Junction landen die Daten automatisch im eigentlichen Zielordner. Der Befehl unter Cmd.EXE zum Erstellen einer Junction lautet:
mklink /j <linkname><zielordner>
Die Symlinks vereinigen einige Vorteile der Junctions (für Ordner) und Hardlinks (für Dateien), ohne deren Beschränkungen. Einzige Voraussetzung ist, dass der symbolische Link auf einem NTFS-Datenträger liegt, das Original kann sich auf NTFS, FAT(32) oder im Netzwerk befinden. Symlinks repräsentieren sowohl Dateien als auch Ordner, zeigen Dateityp und Icon wie das Original, erhalten aber einen Verknüpfungspfeil und als Größenanzeige „0 KB". Die Cmd.EXE markiert sie als „<Symlink>" (Dateien) oder „<Symlinkd>" (Ordner). Bei Kopierbefehlen auf Ordner-Symlinks landen die Daten automatisch im eigentlichen Zielordner. Die Befehle unter Cmd.EXE zum Erstellen von Symlinks lauten:
mklink <linkname><zieldatei>
mklink /d <linkname><zielordner>
Ein neu installiertes Vista enthält eine Reihe von Junctions und Symlinks, die größtenteils den Zugriff verweigern. Sie dienen nur dazu, Schreibaktionen älterer Anwendungen in die Ordnerstruktur des neuen Systems umzulenken. Verwirrend wird es, wenn der Explorer den Ordner „Programme" und einen Link „Programme" auf gleicher Ebene anzeigt. Ein „dir /a" auf der Kommandozeile löst das Rätsel: Der „Programme"-Ordner heißt eigentlich „Program Files" und wurde nur durch das MUI-Paket im Explorer automatisch eingedeutscht. Ältere Programme brauchen also tatsächlich eine Umleitung über die Junction „Programme" nach „Program Files". Logisch, oder?
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