Deutsche Telekom
Neue Strategie „Konzentrieren und gezielt wachsen“
René Obermann ersetzt am 13. November 2006 den aus Altersgründen ausgeschiedenen Ricke. Der neue Chef bringt die Strategie „Konzentrieren und gezielt wachsen“ mit. Und Ende des Jahres, am 5. Dezember, wird die Führungsriege neu gestaltet. Die Direktion erhält neue Mitglieder in Form von Timotheus Höttges (T-Com und Sales & Service Deutschland) und Hamid Akhavan (T-Mobile und Produktentwicklung und Produktinnovation). Bereits Ende Mai gibt es einen Wechsel an der Führungsspitze. Pauly muss seinen Hut nehmen, weil er mutmaßlich in die Siemens-Korruptionsaffäre involviert ist. Karl-Gerhard Eick, Finanzvorstand, springt als Übergangslösung bis zum 1. Dezember ein. Anschließend tritt Reinhard Clemens den Posten an.
2007 droht erneut Ärger mit der Gewerkschaft ver.di. 50.000 Deutsche-Telekom-Mitarbeiter sollen ab 1. Juli neue Aufgaben in den drei Servicegesellschaften „DT Kundenservice GmbH“, „DT Netzproduktion“ und „DT Technischer Service GmbH“ erhalten. Grund: Die Gesellschaften sind tariflich schlechter gestellt als der Mutterkonzern. Ende Juni einigen sich die Telekom und ver.di.
Obermann realisiert Strategie
Neben der Führungsetage krempelt Obermann die Marken um. Damit Kunden sich leichter an den Brands orientieren können, wird der Markenauftritt verständlicher. So beinhaltet T-Home fortan alle Produkte für zu Hause und T-Mobile repräsentiert alle Angebote für Unterwegs. T-Online wird in T-Com integriert. Der Name T-Online bezeichnet künftig nur noch das Online-Portal. Hinzukommt, dass der Konzernchef sich von den Tochtergesellschaften „T-Online France“ und „France Télécom España S.A.“ trennt.In Deutschland hat die Zweitmarke Congstar günstige Mobilfunkleistungen im Angebot und etwa 800 T-Punkt-Shops werden in Telekom Shops umbenannt.
Obermann setzt seine Strategie „gezielt wachsen“ um, indem er Ende September für etwa 1,3 Milliarden Euro den Provider Orange Netherlands mit 4,8 Millionen Kunden kauft. In den USA erwirbt er den Mobilfunkanbieter SunCom Wireless für 1,6 Milliarden US-Dollar (1,15 Milliarden Euro) einschließlich der Schulden in Höhe von 800 Millionen US-Dollar.
2008: Das schwarze Jahr
In 2008 leidet das Image der Deutschen Telekom stark. Es ist ein schwarzes Jahr für das Telekommunikationsunternehmen. Am Valentinstag, 14. Februar, durchsucht die Bochumer Staatsanwaltschaft das Haus von Klaus Zumwinkel, der unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom und Chef der Deutschen Post ist. Gleichzeitig sehen sich im Büro von Zumwinkel weitere Beamte um. Verdacht: Steuerhinterziehung in Millionenhöhe und die Anweisung Telefondaten auszuspähen. Als Konsequenz legt Zumwinkel seine Ämter nieder.
Der Prozess zieht sich hin. Neben Zumwinkel werden Ricke und Klaus Trzeschan, Abteilungsleiter der Ermittlungseinheit der Konzernsicherheit, angeklagt. Erst im November 2010 fällt ein Gericht das Urteil und Trzeschan wird als einziger verurteilt. Obermann gründet als Konsequenz daraus das Ressort „Datenschutz, Recht und Compliance“. Die Leitung übernimmt am 22. Oktober 2009 Manfred Balz.
Auf der Hauptversammlung gibt es eine gute Nachricht für Aktienbesitzer. Ihr Gewinnanteil beträgt 0,78 Euro. Daneben teilt der Unternehmenschef mit, dass die Deutsche Telekom beabsichtige einer der Marktführer für Produkte um „das vernetzte Leben und Arbeiten weltweit“ zu werden. Das Tochterunternehmen DeTeImmobilien passt nicht in das Konzept und wird deshalb an den österreichischen Baukonzern Strabag verkauft.
Durch den endgültigen Wegfall der "letzten Meile" nimmt der Konkurrenz-Druck beim DSL-Geschäft zu. Endkunden benötigen neben dem DSL-Anschluss keinen Telefonanschluss mehr. In den Städten fängt das Zeitalter von VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) an. Im Gegensatz hierzu können Bewohner auf dem Land nur mit ISDN auf das Internet zugreifen.
Neues von T-Mobile
Positives gibt es von T-Mobile zu berichten. Das Unternehmen bietet das iPhone von Apple exklusiv in Deutschland an und stellt das erste Smartphone mit Googles-OS Android das T-Mobile G1 vor. Bis Oktober verkauft der Konzern bereits 1,5 Millionen Handys. Im gleichen Monat präsentiert T-Mobile übrigens den UMTS-Nachfolger LTE (Long Term Evolution). Des Weiteren erzielt der Konzern im Geschäftsjahr 2008 einen bereinigten Überschuss von 3,4 Milliarden Euro.
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11.12.11
Ein ehemaliger Staatsbetrieb (und der Staat ist das Volk), dessen Infrastruktur der Steuerzahler schon einmal bezahlt hat, macht heute bei Investitionsanforderungen in Deutschland um das Netz schnell weiter auszubauen, Gemeinden und Städten das Leben schwer und setzt lieber Milliarden Euro in anderen Ländern (z.B. USA) in den Sand um irgendwelche maroden Mobilfunk-Unternehmen aufzukaufen.
Ich frage mich schon, warum sich Städte und Gemeinden da so schwer tun müssen, um endlich eine vernünftige Anbindung ans schnelle Netz zu bekommen. Da wird von der Telekom jeder Euro gegengerechnet und wie lange es dauert, bis die Kosten wieder eingespielt sind, während woanders Milliarden verpulvert werden. Des weiteren muß ich mich fragen, warum es die Telekom nicht schafft, kostengünstige Internetzugänge für Privatpersonen anzubieten, obwohl ihnen das Netz und die dazugehörige Struktur schon gehört, währenddessen alle anderen Provider an die Telekom für die letzte Meile zahlen müssen?!
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11.12.11
Nur mal so
>währenddessen alle anderen Provider an die Telekom für die letzte Meile zahlen müssen
Wenn Dir die "letzte Meile" gehören würde , und du auch für deren Instandhaltung aufkommen mußt , würdest Du sie doch auch nicht "verschenken " oder ?
Und zu den Netzen , die unsere Vorfahren mit ihren Steuergeldern bezahlt haben . Davon ist bis auf die "letzte Meile" nicht mehr sehr viel übrig.
Sonst würdest Du heute noch mit max. ISDN Geschwindigkeit surfen, oder nen BTX Anschluß haben.
MfG T-Liner
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11.12.11
Das kam mir auch als erstes in den Sinn. ;)
Wäre eigentlich die gerechte Strafe für alle, die diese alte Leier immer wieder ausgraben.
Ich hatte in den 90ern mal die Möglichkeit, die Hauptvermittlungsstelle der Telekom in Dresden zu besichtigen.
Dort war man gerade dabei, jeweils ein ganzes Stockwerk an rasselnden Vermittlungskisten aus alter Zeit in einen einzigen Schaltschrank zu legen. Und ich wette, das passierte damals überall. Die vorhandene Infrastruktur hat einen Haufen Betriebskosten verschlungen.
Was bissel blöd gelaufen ist, sind die Glasfaserleitungen. Aber deren Leidtragende verwandeln sich gerade in freudige Benutzer von GBit-Internet-Anschlüssen. Es kann also nur besser werden.
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12.12.11
Und wenn Du bedenkst , das es bei den Kabelfernsehnnetzbetreibern größten Teils auch so ist (das sie die "letzte Meile" geerbt haben) .
Und Kabeldeutschland und Kabel BW , usw.. behalten dabei noch das Monopol . Die müssen noch nicht mal nen anderen Telefon/Internet Provider in "Ihr" Netz lassen. Und die "letzte Meile" stammt ja meißt auch noch aus Bundespost Zeiten (zumindest in den "alten Bundesländern" ).
Man sollte mal ne Liste machen , welche Anbieter überhaupt ein Netz (bis zum Kunden) in die Erde schmeißen (ausbauen) , und nicht nur für nen Appel und nen Ei mieten.
Auf der einen Seite wird sich beschwert , wenn sich Gemeinden , an den Kosten beteiligen sollen (da wird dann wieder an die Bundes Post gedacht) , aber wenn's dann Nachher vermietet wird , kann's nicht billig genug sein , ist ja dann Privatwirtschaft.
Die Privatisierung hat eh nur was mit den Aktien zu tun gehabt .
Wenn man bedenkt , wie die am Anfang abgingen , war doch überall Goldgräberstimmung.:D
Heute wär der Staat bestimmt froher über eine feste Geldeinnahme eines staatlichen Monopolbetriebes , der auch früher schon Gewinne abwarf.
MfG T-Liner
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12.12.11
Nö, der riesige Beamtenwasserkopf und die damit verbundenen Pensionsansprüche mussten auch irgendwie unters Volk (aka "Steuerzahler") gebracht werden, um überhaupt ein einigermaßen konkurrenzfähiges Unternehmen an den Start zu bringen - da haben wir uns so nebenbei eine echte "Goldene Generation" an "Vorruheständlern" ans Bein geschraubt ...
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12.12.11
Zitat: Scasi
Da kannste mal sehen, das es dem Staat (Telekombeamte sind Bundesbeamte) auch lieber ist (genau wie der Telekom), billiges ,nicht wirklich qualifiziertes,Tarifpersonal (das merkt der Kunde an Hotlines (auch von Kommunen , Ländern , Städten) zu beschäftigen . Statt ihre Beamten (die den Status oft nicht freiwillig bekommen haben) weiter zu beschäftigen.
Das siehste daran , das manche ihren Beamten wieder abgegeben haben , um richtig Kohle zuverdienen.
Nicht in den falschen Hals kriegen !!
Gönne Jedem einen festen Job von dem er auch leben kann.
Komischer Weise gröllen solche Unternehmen (auch die Bahn z.B.) wenn mal gestreikt wird , nach ihren Beamten. :D
MfG T-Liner
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