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Macbook Air im Detail

30.06.2008 | 09:30 Uhr |

Mit dem Macbook Air will Apple neue Standards bei Mobilcomputern setzen: Das neue Notebook ist nur knapp 2 cm dick und 1,36 kg leicht.

Die Hauptplatine ist nicht länger als ein Bleistift
Vergrößern Die Hauptplatine ist nicht länger als ein Bleistift
© 2014

von Christian Möller
Der gewaltige "Wunderdruck", der nach der letztjährigen Vorstellung des iPhone heuer auf Apple lastet, entlud sich auf der Macworld-Expo in einem neuen mobilen Mac. Das von Steve Jobs präsentierte Macbook Air soll das dünnste Notebook der Welt sein, doch ein weiteres technologisches Wunder - wie viele das iPhone bezeichnen - ist es sicher nicht. Zunächst zu den harten Fakten: Ausgerüstet ist das Macbook Air mit einem 13,3-Zoll-Hochglanz-Bildschirm, der mit einer LED-Hintergrundbeleuchtung arbeitet. Ein ähnliches Display kennt man schon vom 15-Zoll-Macbook-Pro her. Die Auflösung beträgt 1280 mal 800 Pixel, ist damit also identisch zu Apples preisgünstigstem mobilen Mac, dem Macbook. Im superdünnen Display ist eine vollwertige iSight-Videokamera integriert, so dass man wie gewohnt mit iChat Videokonferenzen abhalten kann. Auch das obligatorische Mikrofon befindet sich im Display am oberen Rand.

Technik aufgefrischt
Ausgerüstet ist das Macbook Air mit einem Intel Core 2 Duo Prozessor, der mit 1,6 Gigahertz getaktet ist und auf 4 MB Level-2-Cache zugreift. Optional gibt es einen 1,8-Gigahertz-Chip, der allerdings satte 270 Euro Aufpreis kostet. Was erstaunlich ist: Bei diesem Chip handelt es sich noch nicht um Intels neueste 45-Nanometer-Chipgeneraton mit dem Codenamen "Penryn". Der Prozessor basiert noch auf dem alten 65-Nanometer-Herstellungsverfahren. Intel hat den Prozessor für die Anforderungen Apples in ein um 60 Prozent kleineres Gehäuse gepackt. Auch der Chipsatz ist bekannt, es kommen Intels Santa-Rosa-Chips zum Einsatz, die Apple bereits seit Mai 2007 im Macbook Pro verarbeitet. Als Grafikchip dient der im Chipsatz integrierte GMA X3100. Er bietet ordentliche Leistung, taugt aber nicht für anspruchsvolle 3D-Anwendungen oder Spiele. Damit dürfte klar sein, dass das Macbook Air von der reinen Leistung her noch unterhalb des Macbook rangiert. Warum Apple nicht auf die Penryn-Chips gewartet hat, bleibt uns ein Rätsel, denn mit den neuen Chips kommt auch ein neuer Chipsatz (Montevina), der ebenfalls deutlich kleinere Halbleiterelemente bietet. Damit wäre das Macbook Air sicherlich noch etwas dünner ausgefallen, würde weniger Strom verbrauchen und mit geringerer Hitzeentwicklung kämpfen. Apples Entscheidung führt nun dazu, dass man mit dem Macbook Air eigentlich alte Technologie erwirbt, die in wenigen Wochen ersetzt wird. Eine Auffrischung des Macbook Air mit neuen Prozessoren und Chipsatz dürfte bald zu erwarten sein.

Flash-Festplatte
Als Massenspeicher nutzt das Macbook Air entweder eine 80 Gigabyte fassende Festplatte im 1,8-Zoll-Format oder eine 64 Gigabyte fassende Flash-Disk (SSD, Solid State Disk). Mit der SSD-Platte bringt Apple tatsächlich eine Neuerung, die es zumindest in Macs bislang nicht gab. Flash-Festplatten gelten als deutlich robuster im Vergleich zu magnetischen Massenspeichern. Sie benötigen keinerlei bewegliche Elemente und sind daher gegen mechanische Beanspruchung wie Stöße oder Vibrationen so gut wie unempfindlich. In Sachen Geschwindigkeit bieten sie ebenfalls Vorteile. Zumindest beim Lesen von Daten sollte die SSD-Festplatte dem magnetischen Modell spürbar überlegen sein. Den wahren Trumpf spielt sie jedoch bei den Zugriffszeiten aus. Liegen diese bei magnetischen Festplatten im Bereich zwischen 15 und 6 Millisekunden, erreichen SSD-Festplatten Werte von unter 0,3 Millisekunden - das sind Welten! Auch beim Stromverbrauch und bei der Wärmeentwicklung sollte die Flash-Disk Vorteile für sich verbuchen können. Geräusche verursachen SSD-Laufwerke schließlich gar nicht. Die Nachteile sind allerdings ebenso klar. Mit 64 Gigabyte bietet die SSD-Festplatte signifkant weniger Kapazität im Vergleich zu der 80-Gigabyte fassenden magnetischen Version. Dennoch kostet die SSD-Platte im Apple Store unglaubliche 900 Euro Aufpreis. Erst ein ausführlicher Test wird zeigen, ob sich diese Investition lohnt.

Zwei Gigabyte RAM
Der Arbeitsspeicher des Macbook Air liegt ab Werk bei zwei Gigabyte. Obwohl der Chipsatz bis zu vier Gigabyte erlaubt, hat Apple auf eine Erweiterungsmöglichkeit verzichtet. Man wird also mit den zwei Gigabyte leben müssen. Unsere Erfahrung zeigt, dass Mac-OS X 10.5 Leopard mit zwei Gigabyte ganz ordentlich läuft. Nutzt man jedoch viele umfangreiche Programme gleichzeitig, zum Beisiel Photoshop, Acrobat und Indesign, oder betreibt man eine Windows-Version in einer virtuellen Umgebung wie Parallels oder VM-Ware, sind zwei Gigabyte nicht mehr ausreichend. Das System wird dann durch die häufigen Festplattenzugriffe, die der virtuelle Speicher verursacht, ausgebremst.

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