Servertechnologie

Neue Kühltechniken für Serverräume und Datencenter

Mittwoch, 29.06.2011 | 16:22 von Ariane Rüdiger
Bildergalerie öffnen Neue Kühltechniken für Serverräume und Datencenter (Bild: Polylooks)
© Polylooks
Das Data Center der Zukunft darf keine Energie mehr für Kühlung und Klimatisierung verschwenden. Unser Artikel stellt neue Kühltechniken für Server vor.
Rund die Hälfte ihrer Energie vergeuden viele Rechenzentren mit der Klimatisierung und Temperierung. Unternehmen brauchen dazu eine Armada von Geräten: Ventilatoren, Pumpen, Kühltürme, Wasserkreisläufe, Kompressoren und so weiter. Das alles kostet – nicht nur beim Aufbau, sondern während des ganzen, möglichst langen Lebens eines RZ.

Den Vergleichsmaßstab für den Umgang mit der immer teurer werdenden Energie liefert die sogenannte Power Usage Effectiveness (PUE). Der Parameter kann Werte zwischen 1,0 und unendlich annehmen. Er setzt die vom Data Center insgesamt verbrauchte Energie zu der tatsächlich nur für die IT genutzten ins Verhältnis. PUE-Werte von über 2 sind keine Seltenheit. Das bedeutet im Klartext: Mehr Energie als fürs Rechnen oder Speichern wird dafür verwendet, das Rechenzentrum vor Überhitzung und Schäden durch zu große Trockenheit oder Feuchte zu schützen. So manchem IT-Verantwortlichen war das in der Vergangenheit egal; in Zeiten sich verknappender Energieressourcen klettert das Thema aber auf der Agenda weit nach oben. Das Ziel ist jetzt immer öfter ein niedrigerer PUE-Wert, möglichst nahe an 1.

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Die zugelassenen IT-Betriebsbedingungen wurden von der
Technischen Arbeitsgruppe 9.9 der ASHRAE im Jahr 2008 erheblich
erweitert. So sind neue Kühltechnologien anwendbar
Vergrößern Die zugelassenen IT-Betriebsbedingungen wurden von der Technischen Arbeitsgruppe 9.9 der ASHRAE im Jahr 2008 erheblich erweitert. So sind neue Kühltechnologien anwendbar
© ASHRAE

Die gute Nachricht: Neue Rahmenbedingungen vereinfachen die Aufgabe. Die American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers (ASHRAE) gehört zu den Verbänden, die Maßstäbe und Standards für Gebäudetechnologie setzen. Die aktuellen Richtlinien des Verbandes für Rechenzentren aus dem Jahr 2008 haben die Spielregeln hier erheblich entschärft: Betriebsumgebungen dürfen nun wärmer, kälter, feuchter und trockener sein als zuvor, ohne dass die IT als gefährdet gilt. Das ermöglicht eine ganze Reihe neuer Technologien. Die Messlatte für ein renoviertes Datenzentrum ist heute ein PUE von 1,4, bei einem neuen RZ kann man Werte nur wenig über 1,0 erreichen. Aktuelle Neuigkeiten gab es diesbezüglich auf der „Datacenter 2011“ in Nizza, einer von der britischen BroadGroup veranstalteten Kongressmesse für die boomende Rechenzentrums-Branche.

Schon die Auswahl der geeigneten IT-Basistechnologien und die Auslastung bestimmen maßgeblich darüber mit, welche Kühlleistung erbracht werden muss. Wer beispielsweise seine Rechner schlecht auslastet oder längst nicht mehr benötigte Elemente einfach weiter laufen lässt, darf sich über hohen Kühlbedarf nicht wundern.

So funktioniert die Serverfernwartung

Vier- bis sechsmal so viel Rechenpower verspricht diese
auf 9500 ARM-Prozessoren beruhende Serverarchitektur von
Calxeda
Vergrößern Vier- bis sechsmal so viel Rechenpower verspricht diese auf 9500 ARM-Prozessoren beruhende Serverarchitektur von Calxeda
© Grove/Calxeda

Auch die Wahl der richtigen Prozessortechnologie ist vorentscheidend. „Unternehmen wie das Startup Calxeda kommen mit vollkommen neuen Architekturen, die vier- bis sechs Mal so viel pro Watt leisten“, berichtet Beraterin Deborah Grove von Grove-Associates LLC. Calxeda packt mehr als 9000 Multicore-ARM-Prozessoren in einen Server-Schrank. Auch der Ersatz konventioneller Generatoren durch Brennstoffzellen, falls der Strom ausfällt, wirke energetische Wunder, die sich sofort im PUE niederschlügen, so die Expertin. Diesen Weg geht beispielsweise das Online-Auktionshaus E-Bay.

Mittwoch, 29.06.2011 | 16:22 von Ariane Rüdiger
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