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Foto-Camcorder im Anmarsch

19.09.2008 | 15:31 Uhr |

Wer mit einem digitalen Camcorder auch Fotos schießen will, musste bisher Abstriche bei der Bildqualität in Kauf nehmen. Doch inzwischen kommen Geräte auf den Markt, die in dieser Disziplin an „hauptberufliche“ Kameras heranreichen. PC-WELT informiert über die neue Camcorder-Generation.

Dass Camcorder auch Standbilder speichern, ist ein alter Hut. Anders die Geräte, die im Vergleich mit Digitalkameras eine gleichwertige Bildqualität liefern. Wichtigster Bestandteil eines digitalen Camcorders ist der CCD-Chip (Charge Coupled Device). Er wird bisweilen auch als Bildwandler bezeichnet, da der Sensor das durchs Objektiv einfallende Licht in elektrische Signale umwandelt und so das Bild erzeugt. Die Chips haben i.d.R. einen Durchmesser von 1/3 bis 1/4 Zoll und sind mit mehreren tausend lichtempfindlichen Zellen besetzt. Die Faustregel besagt, dass die Lichtempfindlichkeit mit der Größe der Sensorfläche und der Anzahl der lichtempfindlichen Zellen zunimmt. Daraus resultiert ein geringeres Bildrauschen. Außerdem ist der CCD-Chip für die Farbtiefe, Farbwiedergabe sowie Schärfe und Detailgenauigkeit verantwortlich. Deshalb gelingen mit Camcordern, die für die Grundfarben Rot, Grün und Blau (RGB) separate Sensoren verwenden, bessere Bilder als mit Single-Chip-Modellen. Dafür kosten 3-Chip-Camcorder mehr als Geräte mit einem einzigen Bildsensor. Doch die Investition ist im Hinblick auf die Bildqualität praktisch Pflicht, wenn der Camcorder auch als Digitalkamera herhalten soll.

Auf die Pixel kommt es an
Aktuell haben die Chips 800.000 Bildpunkte, bei den 3-Chip-Modellen schwankt die Pixelmenge zwischen 570.000 und 1.070.000 pro Sensor. Vorsicht ist jedoch bei Geräten mit digitalem Bildstabilisator geboten. Denn hier werden die Randbereiche der Sensoren als „Verschiebefläche“ genutzt, um Verwackler auszugleichen. Deshalb stehen die Pixel für das eigentliche Bild nicht zur Verfügung und müssen demnach von der Gesamtauflösung abgezogen werden. Herstellerangaben schweigen sich hierzu meist aus. Fest steht, dass durch die geringere Pixelmenge die Bildqualität leidet. Insbesondere Aufnahmen in schwierigen Lichtsituationen haben dann mit verstärktem Bildrauschen zu kämpfen.

Licht und Objektive
Außer dem CCD-Chip zählt das Objektiv zu den wichtigsten und zugleich teuersten Bestandteilen eines digitalen Camcorders. Die Optik beeinflusst maßgeblich die Farbtiefe und die Auflösung feinster Details. Top-Modelle nutzen häufig Markenobjektive von Carl Zeiss oder Leica. Das allein garantiert aber noch keine guten Aufnahmen. Entscheidend sind vor allem die Lichtstärken. Grundsätzlich steigt die Bildqualität, je mehr Licht ein Linsensystem zum Sensor bzw. zu den Sensoren durchlässt. Analog zu Digicams erzielt beispielsweise ein Objektiv mit einer Lichtstärke von 1:2,0 ein qualitativ besseres Foto als ein Pendant mit einem Wert von 1:2,8. Anders als bei vollwertigen Kameras verzichten die Hersteller meist darauf, einen Blitz einzubauen. Zu den Ausnahmen zählt z.B. der Canon DC21. In jedem Fall sollten Sie darauf achten, dass in der Ausstattung ein Zubehörschuh enthalten ist. Ansonsten müssen sie aufs Blitzlicht komplett verzichten.

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