Facebook hat seine Datenschutz-Einstellungen überarbeitet.
Einige neue Funktionen können den Nutzen von Facebook erhöhen – zugleich aber auch die Privatsphäre empfindlich stören. So setzen Sie die neuen Funktionen sinnvoll ein.
Vor kurzem hat Facebook wieder an seinen Funktionen geschraubt und dabei das Menü „Privatsphäre-Einstellungen“ verändert, das Sie rechts oben unter „Mein Konto“ finden. Wer sicherstellen will, dass seine Datenschutz-Einstellungen auf dem neuesten Stand sind, sollte daher unbedingt dort vorbeischauen und überprüfen, ob die dort vorgesehenen Einstellungen noch den eigenen Bedürfnissen und Wünschen entsprechen.
Neu und erweitert: Ortsangaben und Markierungen
Facebook hat Anfang September wohl auch unter dem Druck des Konkurrenten Google+ einige interessante Neuerungen eingeführt, die die gegenseitigen Markiermöglichkeiten und das Übermitteln von Ortsangaben betreffen. Gleichzeitig wolle man aber, so heißt es im offiziellen Facebook-Blog, die Privatsphäre der Nutzer bestmöglich schützen. Ungeschickt eingesetzt können die Funktionen nämlich zumindest den eigenen Facebook-Kontakten, im schlimmsten Fall auch anderen Nutzern, interessante Einblicke ins eigene Tun bei Facebook offenbaren.
Privatsphäre-Einstellungen öffnen
Nach wie vor finden Sie die Privatsphäre-Einstellungen im Untermenü von "Konto".
Privatsphäre-Einstellungen öffnen
Nach wie vor finden Sie die Privatsphäre-Einstellungen im Untermenü von "Konto".
Privatsphäre-Einstellungen
Wir emfpehlen Ihnen "Benutzerdefiniert" und dann jede der folgenden Einstellungen eigenständig zu bearbeiten.
Funktionsweise von Verbindungen
Sinnvoll ist vor allem die Beschränkung des untersten Eintrags auf "Benutzerdefiniert". Geben Sie einzelne Personen oder eine Liste wie "Gute Freunde" an. Peinliche Kommentare Dritter auf Ihrer Pinnwand sind dann nur für einen ausgewählten Kreis sichtbar.
Funktionsweise von Markierungen
Schalten Sie die ersten beiden Optionen an, um weitgehend die Kontrolle über die Verbreitung von Beiträgen zu behalten, in denen Sie markiert wurden. Schränken Sie außerdem die Profil-Sichtbarkeit der Markierungen nach Belieben ein - etwa "Benutzerdefiniert". Deaktivieren Sie "Markierungsvorschläge", damit Facebook nicht Bilder Dritter scannt und Ihren Namen nennt, wenn Facebook Sie auf einem Foto erkennt. Die letzte Option verhindert, dass Dritte per Markierung angeben können, wo Sie sich gerade befinden.
Andwendungen und Webseiten
Schränken Sie die Zahl der Anwendungen auf ein notwendiges Minimum ein, damit Ihre Daten so wenig wie möglich weitergegeben werden. Entfernen Sie darum auch alle Häkchen im zweiten Feld "Wie Nutzer deine Informationen…". Unter "Öffentliche Suche" entfernen Sie ebenfalls das Häkchen, damit Ihr Facebook-Profil nicht bei Google auftaucht. Einschränkung: Wer seinen Facebook-Account beruflich nutzt, möchte in der Regel gefunden werden und belässt das Häkchen.
Beschränke das Publikum für ältere Beiträge in deinem Profil
Mit dieser Option ändern Sie im Nachhinein die Sichtbarkeit älterer Beiträge.
Blockierlisten
Hier blockieren Sie wie gehabt Personen und Anwendungsanfragen.
Sicherheitseinstellungen
Werfen Sie auch einen Blick in die "Kontoeinstellungen" und "Sicherheit". Aktivieren Sie "Sicheres Durchstöbern" und "Anmelde-Benachrichtigungen" zum Schutz vor Hackern. Misten Sie bei "Bekannte Geräte" aus und entfernen Sie alte Geräte, die Sie nicht mehr für Facebook nutzen. Beenden Sie alte "Aktive Sitzungen".
Status aktualisieren
Unter dem Status-Schreiben-Fenster finden Sie die Buttons "Person markieren" und "Aktueller Ort". Verwenden Sie beides sparsam und mit Bedacht, um nicht zu viele Daten preiszugeben. Links neben "Posten" dürfen Sie für jeden einzelnen Post die Sichtbarkeit bestimmen. Machen Sie davon rege Gebrauch!
Status anpassen
Sie können die Sichtbarkeit auch im Nachhinein anpassen.
So kann ein Nutzer jetzt beispielsweise beim Verfassen einer Pinnwandnachricht oder Statusmeldung angeben, wer ihn begleitet. Das klingt erst einmal nach einer bequemen Neuerung, kann aber auch für den Begleitenden nach hinten losgehen. Denn dieser möchte möglicherweise gar nicht mitgeteilt wissen, wo er sich gerade aufhält, beispielsweise wenn er sich gleichzeitig woanders hat entschuldigen lassen.
Neu ist auch die Möglichkeit, jeder Facebook-Statusmeldung automatisch den aktuellen Ort hinzuzufügen (an- und abschaltbar). Eine solche Funktion ist Datenschützern ein Dorn im Auge und war bislang nur auf Umwegen über bestimmte Apps verfügbar. Der Nutzer kann einen Aufenthaltsort definieren, etwa auch ein bestimmtes Restaurant oder ein Gebäude. Standardmäßig ist hier der in der Ortsangabe hinterlegte Ort eingetragen.
An Google+ angelehnt ist die nun erweiterte Datenschutz-Option, zu bestimmen, wer eine bestimmte Statusmeldung oder ein Foto, das man veröffentlicht, sehen kann. Das kann gleich bei Veröffentlichung geschehen und wird nun durch das Herunterklapp-Menü neben der „Posten“-Schaltfläche eingestellt.
Neue Facebook-Einstellungen zum Datenschutz: So lassen Sie sich nicht in die Karten schauen
Wahlweise lässt sich aber auch noch nachträglich für jede Statusmeldung der Empfängerkreis erweitern oder einschränken. Dazu melden Sie sich in Ihrem Facebook-Konto an und klicken Sie rechts oben auf „Konto -> Privatsphäre-Einstellungen“. Wählen Sie nun den Punkt „Beschränke das Publikum für ältere Beiträge“. Alle Beiträge, die Sie früher leichtfertigerweise mit anderen Personen als Ihren Facebook-Freunden geteilt haben, die also öffentlich zugänglich waren, werden nun pauschal auf die Einstellung „Nur Freunde“ zurückgesetzt. Einzige Ausnahme: Personen, die Sie in irgendeinem Zusammenhang auf einem Foto markiert oder in einem Beitrag genannt haben, sehen diesen Eintrag weiterhin – ebenso deren direkte Kontakte. Obwohl es in den meisten Fällen sinnvoll ist, solche älteren Beiträge auf Ihre Kontakte zu beschränken, sollten Sie dies mit Bedacht tun: Der Schritt kann nur rückgängig gemacht werden, indem Sie für jeden einzelnen Altbeitrag wieder neu definieren, wem er zugänglich gemacht werden soll.
An gleicher Stelle sollten Sie auch noch einige Datenschutz-Einstellungen bei „Funktionsweise von Markierungen“ vornehmen. Die „Profil-Überprüfung“ sollten Sie ebenso aktivieren wie „Markierungen überprüfen“. Bei „Markierungsvorschläge“ und „Freunde können angeben, wo Du Dich befindest“ ist dagegen der Wert „Aus“ zu empfehlen. Die „Profil-Sichtbarkeit“ ist dagegen mit „Freunde“ (oder in einigen Fällen „Benutzerdefiniert“) richtig eingestellt.