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Mängelreport: Das fehlt noch in Windows 8

31.10.2012 | 13:09 Uhr |

Windows 8 erhält nicht nur neue Funktionen, sondern streicht auch einige alte Klassiker. Wir zeigen Ihnen, was in Windows 8 definitiv noch fehlt und nachgerüstet werden sollte.

Microsoft wirft Bewährtes selten über Bord. Aber Windows 8 bedeutet doch einen Schnitt, dem einige Komponenten mehr zum Opfer fielen als bei früheren Neuerscheinungen. Wir fassen in Kurzform und in gefühlter Relevanz absteigend von „wichtig“ bis „marginal“ die auffälligsten Streichungen und Mängel zusammen.

DVDs und Blu-ray-Filme spielt der Windows Media Player standardmäßig nicht mehr. Microsoft spart sich bei Windows 8 einen DVD-Decoder und damit Lizenzgebühren. Wer unter Windows 8 DVD-Filme abspielen will, muss je nach Version das Windows Media Center oder das Media Center Pack zusätzlich erwerben (über den Systemsteuerungspunkt „Features zu Windows 8 hinzufügen“). Der Preis liegt bei knapp 10 Euro. Tipp: Der VLC Player tut’s auch und ist kostenlos.

Der Bruch zwischen Desktop und Modern UI ist offensichtlich und macht die Zusammenarbeit zwischen Desktop-Programmen und Modern Apps umständlich. Eine Vollbild-App wie etwa der Windows (PDF-) Reader erfordert ständiges Hin- und Herschalten zwischen Modern UI und Desktop, wenn aus dem Explorer mehrere Dokumente geöffnet werden sollen. Typische Apps unterstützen kein Drag  & Drop (auch dann nicht, wenn mehrere Monitore genutzt werden) und keine Eingabe von Verzeichnispfaden oder Dateinamen. Dies erhöht den Klickaufwand für die Durchsicht vieler Dateien erheblich. Es empfiehlt sich am PC, monolithische Programme wie Spiele, Kalender, Wetter in der App-Variante zu verwenden, ansonsten auf bewährte Desktop-Alternativen zurückzugreifen.

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Das bisherige Startmenü wird konsequent durch den Startbildschirm mit Modern-UI-Kacheln ersetzt. Das erfordert am PC-Desktop ständig das Umschalten mit der Windows-Taste. Zudem ist der neue Startbildschirm funktional dem klassischen Startmenü unterlegen. Das ist definitiv ein Manko.

Dezenter Aero-Glaseffekt: Die Abbildung zeigt weiterhin vorhandenes Aero. Die Effekte sind aber auf ein kaum noch wahrnehmbares Maß reduziert.
Vergrößern Dezenter Aero-Glaseffekt: Die Abbildung zeigt weiterhin vorhandenes Aero. Die Effekte sind aber auf ein kaum noch wahrnehmbares Maß reduziert.

Auf die Aero-Glas-Effekte seiner beiden Vorgänger verzichtet Windows 8 bewusst fast vollständig. Hinter der Taskleiste schimmern dorthin geschobene Fenster immer noch durch, Aero Peek und Snap funktionieren im Prinzip weiter – das zeigt, dass es sich immer noch um Aero-Design handelt. Aber das war’s dann auch schon. Der restliche Schick der transparenten Rahmen wurde der Anpassung an die 2D-Optik der Modern UI geopfert.

Dual- und Multi-Boot  mit Windows 7 und anderen Systemen wird umständlicher: Der Windows-8-Bootmanager startet ein anderes Betriebssystem nicht mehr direkt. Nach der Auswahl des anderen Systems fordert Windows 8 noch einmal einen kompletten PC-Neustart. Ursache ist die hybride Boot-Technik: Die beschleunigt zwar das Booten von Windows 8 signifikant, ist aber eine ärgerliche Bremse in einer Multiboot-Umgebung.

Alle Details zu den neuen Windows-8-Versionen

Die „Vorherigen Versionen“ (Schattenkopien) wurden entfernt: Die Funktion, Benutzerdateien in Wiederherstellungspunkte zu sichern, ist aus der grafischen Oberfläche verschwunden, die API bleibt weiter bestehen. Laut Microsoft sei das Feature kaum genutzt worden und hätte viel Leistung gefordert. Diese Maßnahme ist ein Verlust, den die „File History“ nicht vollständig kompensiert.

„Sichern und Wiederherstellen“ findet sich zwar nicht mehr als eigenständiger Punkt in der Systemsteuerung, bleibt aber in vollem Umfang als unscheinbarer Link im „Dateiversionsverlauf“ erhalten.

Windows-Spiele-Klassiker wie Minesweeper, Solitaire, Freecell oder Chess hat Microsoft erst mal unter allen Windows-8-Versionen komplett aussortiert. Möglicherweise wird die eine oder andere OEM-Version etwas mitliefern. Über den Windows- Store sind die Spiele im Modern-UI-Stil aber bislang jederzeit kostenlos zu beziehen.

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Was ist Windows 8?

Das neue Microsoft-Betriebssystem ist der Nachfolger von Windows 7 und erschien am 26. Oktober 2012. Windows 8 baut auf seinen sehr erfolgreichen Vorgänger auf und enthält den neuen Kachel-Startbildschirm, der sich an der Oberfläche mit rechteckigen Kästen orientiert, die Microsoft mit Windows Phone 7 eingeführt und später auch bei der Xbox 360 integriert hat. Der zunächst eingeführte Begriff der "Metro-Oberfläche" wurde kurz vor dem Start aus rechtlichen Gründen zurückgezogen. Inzwischen spricht Microsoft von "Windows-Live-Tiles".

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