Powerline und Kabelnetzwerk
Netzwerkpraxis
Was tun, wenn die PCs einander nicht finden?
Problem: Sie haben ein Netzwerk eingerichtet. Aber in der „Netzwerkumgebung“ erscheint jeweils nur der eigene PC.
Lösung: Prüfen Sie die Netzwerkeinstellungen in Windows sowie den Namen der Arbeitsgruppe. Vergleichen Sie durch die Eingabe von „ipconfig“ in der Windows-Eingabeaufforderung die IP-Adressen der betroffenen PCs. Die müssen sich zwar zwingend unterscheiden, aber im selben Subnetz liegen. Das bedeutet, dass sich in der IP-Adresse nur die Zahl nach dem dritten Punkt unterscheiden darf. 192.168.1.20 und 192.168.1.21 ist kein Problem, aber 192.168.2.20 wäre eines – zumindest wenn kein Router die Verbindung organisiert.
Problem: Sie haben Internet via TV-Kabel oder DSL. Mehrere Rechner sind per Switch mit Ihrem Breitbandmodem verbunden, aber nur ein Computer kommt ins Internet.
Lösung: Vermutlich haben Sie keinen Router. Ihr Modem hat nur eine öffentliche IP-Adresse. Diese wird dem ersten Rechner zugeteilt, den Sie starten. Der zweite und jeder weitere Rechner gehen leer aus und kommen nicht ins Internet. Ein Router löst das Problem. Falls Sie bereits einen Router einsetzen, ist eventuell der Bridge-Modus aktiviert, der die Router-Funktion aushebelt. Im Handbuch lesen Sie, wie Sie diese Einstellung ändern.
Problem: Sie haben den Router in eine Telefondose gestöpselt, aber es kommt keine DSL-Verbindung zustande – nichts tut sich.
Lösung: Vielleicht haben Sie vergessen, zwischen Telefondose und Router den Splitter zu installieren. Falls Ihr DSL-Zugang via ISDN läuft, muss das Telefonnetz damit vom DSL-Netz abgetrennt werden. Normalerweise wird das kleine Gerät mitgeliefert. Häufiger ist DSL übers analoge Telefonnetz. Auch hier bekommen Sie meist einen Splitter, ohne den nichts geht. Fehlt ein solches Gerät, kommen die PCs nicht online. Beim Router müssen Sie zudem Ihre Zugangsdaten zum Provider eingeben.
Problem: Ihr Netzwerk via Stromnetz kommt leicht aus dem Tritt.
Lösung: Nutzen Sie einen Powerline-Adapter nie in einer Steckerleiste oder Mehrfachsteckdose. Überlassen Sie ihm eine eigene Steckdose. Versuchen Sie bei Problemen verschiedene Steckdosen. Eine Verlängerung per Standardverlängerungskabel ist möglich. Sie können nicht mehrere Wohnungen per Powerline verbinden, da jede Wohnung einen eigenen Stromkreis mit eigenem Zähler hat, durch den das Signal nicht durchgeht. Es gibt Fälle, in denen Powerline gar nicht funktioniert. Vereinbaren Sie vor dem Kauf im Geschäft für diesen Fall ein Rückgaberecht.
Problem: In Ihrem neuen Vista-Netzwerk dauert es merkwürdig lange, bis Sie eine Internet-Verbindung bekommen.
Lösung: Unter Vista ist das neue Internet-Protokoll TCP/IPv6 aktiviert. Beim Starten versucht der PC zuerst erfolglos, eine entsprechende Adresse zu bekommen, bevor er dies für das heute übliche Protokoll TCP/IPv4 wiederholt. Deaktivieren Sie das andere Protokoll über das „Netzwerk- und Freigabencenter“ in der Systemsteuerung. Öffnen Sie „Netzwerkverbindungen verwalten“. Wählen Sie mit einem Rechtsklick die „Eigenschaften“ Ihrer LAN- oder WLAN-Verbindung. Deaktivieren Sie dort das „Internetprotokoll Version 6 (TCP/IPv6)“.
Problem: Sie haben zwei PCs, zwischen denen Sie häufig umfangreiche Dateien hin- und herkopieren. Beide unterstützen GBit-LAN (1000 MBit/s). Trotzdem haben Sie den Eindruck, dass die Kopiererei sehr lange dauert.
Lösung: Die häufigste Ursache besteht darin, dass der Router oder Switch mit dieser Geschwindigkeit nicht umgehen kann und darum den Datentransfer drosselt. So gibt es für den Privatgebrauch kaum Router mit integriertem 1-GBit-Switch. Der Ausweg: Schaffen Sie sich einen separaten kleinen Switch an, der mit 1000 MBit/s klarkommt. Diese gibt’s im Fachhandel recht günstig.

