Netzwerksicherheit

Ihr Drucker könnte ein Sicherheitsproblem sein

Sonntag den 17.06.2012 um 07:30 Uhr

von Eric Geier

Vorsicht ist bei Netzwerk-fähigen Druckern angesagt
Vergrößern Vorsicht ist bei Netzwerk-fähigen Druckern angesagt
© Brother, Konica
Ihr Netzwerkdrucker oder Kopierer kann ein ernsthaftes Sicherheitsproblem darstellen, denn häufig verarbeiten Drucker sensible Dokumente und Informationen, die nicht in die falschen Hände gelangen dürfen. PC-WELT erklärt die Gefahren bei der Benutzung von Netzwerkdruckern.
Einfache Drucker, wie sie in den meisten Arbeitszimmern zu Hause zu finden sind, haben keinen internen Speicher und bieten auch kein umfassende Benutzeroberfläche, sodass diese auch weniger Sicherheitsrisiken bergen. Aber bessere Drucker und Kopierer der Unternehmensklasse bergen mehr Sicherheitsrisiken, da sie eigentlich eigenständige Computer mit einer eigenen Festplatte, Betriebssystem und einer direkten Netzwerkverbindung sind.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen die Sicherheitsprobleme vor und sagen Ihnen, wie Sie diese Risiken vermeiden können. Sie werden diese Tipps als hilfreich erachten, wenn Sie Ihr aktuelles Gerät besser sichern wollen, aber auch, wenn Sie den alten Drucker durch ein neueres Modell ersetzen wollen.

Netzwerk-Drucker bergen fünf Hauptgefahren und Angriffspunkte:

  • Dokumentendiebstahl oder -Spionage : Eine Person kann einfach am Drucker vorbei gehen und ein Dokument, das einer anderen Person gehört, mitnehmen.
  • Unautorisierte Änderungen an den Einstellungen: Wenn Ihre Druckereinstellungen und die Kontrollmöglichkeiten nicht geschützt sind, kann jemand die Druckaufträge umleiten. Über das Drucker-Einstellungsmenü kann die Person auch gespeicherte Kopien von Dokumenten ansehen oder den Drucker auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Durch letzteres werden all Ihre gespeicherten Einstellungen gelöscht.
  • Im internen Speicher gespeicherte Kopien: Wenn Ihr Drucker über eine interne Festplatte verfügt, dann kann dieser Druckaufträge, eingescannte Dokumente, Kopien und Faxe speichern. Wenn jemand nun aber den Drucker stiehlt oder wenn Sie diesen verkaufen/ausmustern, ohne die darauf befindlichen Daten richtig zu löschen, dann kann jemand anderes die gespeicherten Daten wiederherstellen und ansehen.
  • Netzwerk-Drucker-Verkehr belauschen: Hacker können sogar den Datenverkehr Ihres Netzwerkes belauschen und die Dokumente, die Sie von Ihrem Computer an den Drucker senden, abfangen.
  • Der Drucker kann über das Internet geknackt werden: Eine Person in Ihrem Netzwerk kann sich relativ einfach in den Drucker hacken, der mit Ihrem Netzwerk verbunden ist. Das gilt insbesondere, wenn es sich um ein älteres Modell handelt, da diesem neuere Sicherheitsfunktionen fehlen, oder wenn Sie Ihren Drucker nicht mit einem Passwort schützen.

Angriffe, die innerhalb Ihres Netzwerks gestartet werden, sind jedoch nur die eine Hälfte des Problems. Wenn Ihr Drucker über das Internet zugreifbar ist, dann sind die Angriffspunkte für potentielle Hacker nahezu unzählbar. Angreifer könnten seltsame Druckaufträge an den Drucker senden, den Drucker für die Übermittlung von Faxen nutzen, das Display und die Einstellungen verändern. Außerdem sind dann DoS (Denial-of-Service) Angriffe möglich, um dem Drucker zu blockieren. Des Weiteren können die Angreifer auf die gespeicherten Dokumente zugreifen oder Schadprogramme auf den Drucker installieren, um aus der Ferne den Drucker kontrollieren zu können.

Physikalische Sicherheit Ihres Druckers

Wenn Sie die physikalische Sicherheit Ihres Druckers erhöhen, können Sie Dokumenten-Diebstahl oder -Spionage verhindern. Somit können keine unberechtigten Personen auf die gespeicherten Dokumente zugreifen und niemand kann den Ethernet- oder USB-Anschluss des Druckers für andere Zwecke missbrauchen. Suchen Sie sich den Standort des Druckers sorgfältig aus und finden Sie einen Kompromiss zwischen guter Sicherheit und einfacher Erreichbarkeit. Es kann besser sein, den Drucker an einen sichtbaren, offenen Platz zu stellen, sodass er für die meisten Nutzer gut zu erreichen ist, als diesen in einem separaten Raum oder Büro einzuschließen, wo Sie diesen nicht so gut beobachten können. Auf jeden Fall sollten Sie in Erwägung ziehen unterschiedliche Drucker für die unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnisse zu verwenden. Beispielsweise einen Drucker für das Management und andere Abteilungen, die mit sensible Daten handhaben, und einen weiteren für die anderen Mitarbeiter.

Möglicherweise sollten Sie einen Drucker kaufen, bei dem sich die Nutzer beispielsweise per PIN Identifizieren müssen, bevor sie etwas ausdrucken lassen können.

Und vergessen Sie die Ausdrucke selbst nicht. Sensible Dokumente, die Sie nicht mehr benötigen sollten Sie unbedingt schreddern.

Sonntag den 17.06.2012 um 07:30 Uhr

von Eric Geier

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