29.12.2008, 08:56

Thomas Rau

Internet zu langsam? Das hilft

Netzwerk optimal anlegen und tunen

Nicht immer steckt die DSL-Bremse in der Leitung. In den eigenen vier Wänden können ungeeignete Netzwerkkabel und miese WLAN-Übertragungsraten das Internet-Tempo drücken. Hier müssen Sie selbst die Bremsen lösen und können nicht dem DSL-Anbieter die Schuld geben. Denn schließlich zählt in der Praxis die Download-Rate, die auf Ihrem Rechner ankommt, und nicht das, was über die DSL-Leitung läuft.
Das richtige Kabel
Je kürzer die Kabel zwischen Telefondose, Splitter und Modem beziehungsweise Router sind, desto besser – denn jeder Kabelmeter mehr mindert die Übertragungsqualität. Mehr als 20 Meter sollten daher nicht zwischen TAE-Dose und DSL-Modem liegen. Idealerweise nutzen Sie statt eines Standard-Netzwerkkabels ein höherwertiges, geschirmtes Kabel (CAT5e, S/FTP).
WLAN tunen
Das höchste Tempo vom DSL-Modem/Router bis zum PC erreichen Sie per Netzwerkkabel: Selbst ältere Router, PCs und Notebooks besitzen einen 100-MBit/s-Anschluss, der auch für die derzeit schnellsten DSL-Bandbreiten locker ausreicht. Normalerweise verbinden Sie Ihre Rechner aber per WLAN mit dem DSL-Anschluss. Bei einer schlechten Funkverbindung bleibt dabei ein Großteil des DSL-Tempos auf der Strecke.
Mit folgenden Tipps rast Ihr DSL auch über WLAN: 11n-Standard nutzen: Der ältere 11g-WLAN-Standard reicht nur für eine kurze Funkstrecke aus, um die volle Bandbreite eines DSL-16.000-Anschluss zu transportieren. Bei mehr als 10 Metern bricht die Datenrate auf unter 10 MBit/s ein. Etwas mehr Reserven haben Sie bei Geräten mit herstellereigenen Erweiterungen wie 11g++ oder Turbo-G. Doch erst mit dem aktuellen 11n-Standard sind Sie auf der sicheren Seite: Diese WLAN-Geräte schaffen auch bei mehr als 20 Metern meist über 30 MBit/s.
WLAN-Übertragung optimieren: Wenn Sie keine neue WLAN-Hardware kaufen wollen, können Sie mit ein paar Tricks auch bei 11g-Geräten die Übertragung verbessern. Vermeiden Sie Störungen auf der Funkstrecke durch Mauern oder Möbel, indem Sie den Router möglichst zentral und hoch platzieren. Verändern Sie die Position des Routers und der Antennen, um eine bessere Signalqualität zu erreichen.
Wenn sich in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft viele WLANs befinden, stören diese Ihre Funkstrecke: Mit einem Tool wie Netstumbler (englischsprachig) stellen Sie fest, auf welchen Kanälen die störenden WLANs arbeiten. Anschließend wechseln Sie über das Konfigurationsmenü des Routers auf einen unbelegten Kanal. Noch besser: Wenn Ihre WLAN-Komponenten den Dual-Band-Betrieb beherrschen, also über 2,4 oder 5 GHz übertragen können, sollten Sie den Funkverkehr über das weniger belegte 5-GHz-Band abwickeln.
Netzwerk mischen: Per Kabel bekommen alle Rechner im LAN das optimale Tempo – doch die Installation der Strippen ist meist aufwendig. Vernetzen per WLAN ist bequemer, doch oft bremst die Funkübertragung die DSL-Bandbreite aus. Mit einem Mix aus mehreren Netzwerktechniken können Sie auch unter schwierigen Bedingungen das Tempo hochhalten: Steht der PC in einem anderen Zimmer oder Stockwerk als das DSL-Modem oder der Router, können Sie beispielsweise Homeplug nutzen: Jeweils ein Homeplug-Adapter ist per Netzwerkkabel mit Router und PC verbunden, die Adapter selbst sitzen in einer Steckdose und nutzen zur Datenübertragung das Stromkabel. Der Hersteller Devolo etwa bietet ein Adapter-Paar für rund 130 Euro an: Es nutzt den Homeplug-AV-Standard, dessen Nettodatenrate mit rund 40 MBit/s in der Praxis auch für schnelle DSL-Anschlüsse ausreicht.
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